Gehirn bevorzugt Fettsäuren?

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente

Gehirn bevorzugt Fettsäuren?

Beitragvon Sphinkter am 12. Okt 2017 19:44



Bei 1:26

Die Dame ist von den Ernährungsdocs.
Das habe ich noch nie gehört, dass Gehirnzellen Fett vor Glucose mögen. :kk:
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Beitragvon human vegetable am 12. Okt 2017 22:11

Die Dame von Ernährungsdocs ist unheimlich pro-Fett, das ist mir auch aufgefallen.

Einige plant-based docs sind auch nicht Anti-Fett per se, z. B. hat Dr. Fuhrman nix gegen Nüsse, Avocados etc. Dr. Campbell, Autor der "China Study", meint, dass gesättigte Fette nicht grundsätzlich schlimm seien, und dass das Problem eher tierisches Eiweiß sei: http://nutritionstudies.org/fallacious-faulty-foolish-discussion-about-saturated-fat/

Andere sind weiterhin der Meinung, dass insbesondere gesättigtes Fett schädlich ist (dazu Dr. Gregers Artikel: https://nutritionfacts.org/2016/10/04/how-to-design-saturated-fat-studies-to-hide-the-truth/), oder sogar dass Fett insgesamt zu minimieren sei (Dr. McDougalls Lieblingsslogan: "The fat you eat is the fat you wear", siehe hier: https://www.youtube.com/watch?v=-KBicWwnCdg).

Weiß wirklich nicht, wie ich selbst dazu stehen soll. Habe vegan von keto über low carb bis zu high carb low fat so ziemlich alles durch (im Moment wieder Letzteres), und mein Fazit ist, dass die Makroverteilung weit weniger wichtig ist als dass ich die hauptsächlich konsumierten Lebensmittel vertrage, bzw. dass der momentan praktizierte Ernährungsstil genug Auswahlmöglichkeiten lässt, die nicht mit meinen diversen Unverträglichkeiten kollidieren.

Habe mir in den letzten Wochen mal die websites diversser Gentests wie 23andme etc. angesehen, und viele werben mit der genetischen Bestimmung der individuellen KH- und Fettverträglichkeit. Wer weiß, vielleicht gibt es diesbezüglich ja wirklich große persönliche Unterschiede, und kein allgemeingültiges Patentrezept?

Aber nochmal, bis es nicht bahnbrechende neue Erkenntnisse gibt, gehe ich weiterhin davon aus, dass die Auswahl möglichst naturbelassener, vollwertiger pflanzlicher Produkte weitaus wichtiger ist als die resulierende Makroverteilung.

Merke gerade, dass ich total am eigentlichen threadtitel vorbeigeschrieben habe - eigentlich ging es dir ja um Fett als bevorzugte Energiequelle fürs Gehirn. Muss zusätzlich gestehen, dass ich mir die lady im clip nicht angesehhen habe :oops:

Soweit ich weiß, produziert der Körper beim Ausbleiben von genug KH in der Ernährung aus Fett Ketone, die dann als brain fuel dienen. Meines Wissens nach ist das aber nur das Notsystem für Hungerzeiten. Bei Gewissen Krankheiten wie Alzheimer, Epilepsie und so soll das den Verlauf abmildern können - aber das ist im Moment wohl noch eher Hypothese als bewiesene Theorie. Selbst wenn das stimmt folgt aber keineswegs, dass keto/low carb auch für Gesunde generell besser wäre.
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Beitragvon Sphinkter am 13. Okt 2017 09:06

Hallo HV, schön wieder von dir zu hören.
Ja, die Tante meint ernsthaft, dass Fett die bevorzugte Energiequelle fürs Gehirn wäre.
Genau, Ketonkörper sind das Notprogramm. Beim Herzmuskel wäre ich noch mitgegangen, aber beim Gehirn :kk: .

Mir scheint, dass die Ernährungsdocs auch eher Logimässig unterwegs sind und ja, wenn man den Müll weglässt und als Basis Obst, Gemüse, Nüsse, Öle, Hülsenfrüchte und dazu das Fleisch, Käse, Ei isst, es besser kommt als Weissbrot, Croissant, Muffins und dazu das Fleisch, Käse, Ei.

Auf der anderen Seite sind die Low Fat Befürworter mit Blick auf die Studienlage eher ins Hintertreffen geraden. Und Mc Dougall ist gerade mal 70 Jahre alt geworden und sieht 10-15 Jahre älter aus (argumentum ad hominem :cheer:)
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Beitragvon human vegetable am 13. Okt 2017 12:56

Nun ja, sehr schlanke Menschen wirken oft älter. Fett polstert halt auch. Wenn man McDougall in clips bei Präsentationen sieht, wirkt er defnitiv nicht wie ein seniler Tattergreis, sondern sehr fokussiert und energetisch. Da könnten sich viele 70jährige die ich so kenne eine Scheibe abschneiden.

Dennoch, dass man nun tatsächlich sämtliche fettreichen Lebenssmittel (incl. Nüsse/Samen/Avocados/Oliven) strengstens limitieren (oder am besten ganz vermeiden) muss, um seine Gesundheit nicht zu gefährden, kann ich auch nicht glauben.
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Beitragvon somebody am 13. Okt 2017 17:44

BTW, das Gehirn bevorzugt nach derzeitigem Stand der Forschung komplexe, langkettige Kohlenhydrate als Energiequelle, darüber hinaus benötigt es mehrfach ungesättigte Fettsäuren, pflanzliches Protein, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente.

BTW, Ich verstehe nicht, was erschreckend viele Menschen an YT Videos fasziniert. Die weitaus meisten dieser Videos sind informationsarm. Nur ein kleiner Anteil der Menschen vor der Kamera leistet überzeugende Arbeit.

human vegetable hat geschrieben:Nun ja, sehr schlanke Menschen wirken oft älter. Fett polstert halt auch. Wenn man McDougall in clips bei Präsentationen sieht, wirkt er defnitiv nicht wie ein seniler Tattergreis, sondern sehr fokussiert und energetisch. Da könnten sich viele 70jährige die ich so kenne eine Scheibe abschneiden.

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Beitragvon human vegetable am 13. Okt 2017 19:55

somebody hat geschrieben:BTW, Ich verstehe nicht, was erschreckend viele Menschen an YT Videos fasziniert. Die weitaus meisten dieser Videos sind informationsarm. Nur ein kleiner Anteil der Menschen vor der Kamera leistet überzeugende Arbeit.


Da muss ich an den alten Spruch denken, dass nur ein einstelliger Prozentanteil der Information, die wir bei einem Gespräch mit einem Menschen aufnehmen, sich auf die sprachlich übermittelte Sachäußerung bezieht, und dass die überwältigende Mehrheit sich auf Aussehen, Körpersprache, Stimmlage etc. des Gegenübers bezieht. Mag als generelles Statement zwar übertrieben sein, aber für clips im Fitness- und Gesundheitsbereich könnte es sogar stimmen.

Einerseits ist es nachvollziehbar, dass jemand, der sich anmaßt, anderen Personen diesbezüglich Ratschläge zu geben, selbst Vorbildcharakter haben sollte. Andererseits führt diese Denke dazu, dass irgendwelche stoffenden 20jährigen Hohlköpfe mehr Follower ziehen als in der Offlinewelt (früher hieß das mal Realität) anerkannte Experten.

Dennoch - viele dieser Exerten haben mittlerweile tolle Präsentationen und Vorträge im Netz, die schaue ich mir schon gerne an. Nachteil: dauert länger als einen Artikel zu lesen, und die Schlüsselstellen sind schlecht zitierbar. Dafür finde ich Multimediainhalte oft länger nachwirkend und inspirierender. Meist verschaffe ich mir mit Hypertexten einen Überblick, und nur wenn mich etwas dann brennend interessiert, ziehe ich mir clips dazu rein.
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