Tier als Arbieter und Mitglied in der Gemeinde?

Diskussionen pro & contra

Tier als Arbieter und Mitglied in der Gemeinde?

Beitragvon Berti House am 23. Feb 2011 18:14

Hallo,

ich bin erst seit gerade eben hier angemeldet und auch noch nicht allzu lang Veganer.

Mit meinen Mitmenschen hab ich nun immer wieder heiße Diskussion bezüglich Veganismus und alles was dazugehört.

Ich habe heute erst wieder mit meiner Mutter telefoniert und wir sind mal wieder auf mein veganes Leben gekommen. Sie isst übrigens vegetarisch, kann sich leider nicht losreißen von Milch und Käse. Dies ist aber nur nebensächlich... Sie meinte nun, dass eine Kuh die Milch geben würde ein Mitglied in unserer Gemeinde wäre und sich sozusagen ihr Brot verdienen könne wie wir Menschen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass es der Kuh ein Leben lang an nichts mangeln sollte, ihr Kälbchen behalten dürfe und sie eines natürlichen Todes sterben solle. Mir ist klar, dass die Kuh auch immer wieder von einem Bullen geschwängert werden müsse, da sonst der Milchfluß versiegt.

Für mich ist dies trotzdem eine Ausbeutung, weil die Kuh nun nicht ihr Einverständnis gegeben hat, dass man ihre Milch trinken dürfe, aber andererseits müssen wir doch auch arbeiten für unser täglich Brot. Ist dies nicht ein geben und nehmen? Ist es nicht nahezu alles perfekt für die Kuh?

Danke für eure Beiträge...

Berti
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Beitragvon Road Sweet Road am 23. Feb 2011 18:27

Berti House hat geschrieben:aber andererseits müssen wir doch auch arbeiten für unser täglich Brot.


Was die Sache weder für Mensch noch Tier besser macht.
Aber um die Grundsatzdiskussion, auf die es hinauslaufen wird, abzukürzen, poste ich kurz meinen Standpunkt:
Tierhaltung kann für mich in Ordnung sein, sprich: Ich schließe das nicht grundsätzlich aus bzw. verteufel es.
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Beitragvon kaddoe am 23. Feb 2011 18:32

soetwas in die Art habe ich mich auch schon öfters gefragt, nur eben nicht bei Kühen, sondern eher in die Richtung Hundestaffeln, Blindenhunde u.ä.

Ein Trümmersuchhund zum Beispiel wird ja auch mehr oder wneiger ausgebeutet. Trotzdem kann ich einfach nichts dagegen sagen, da ein Einsatz für einen Hund einfach Spaß und Spiel ist. Es ist also eine win-win situation. Diese win-win situation allerdings bei einer Kuh zu finden, finde ich schwer...
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Beitragvon Berti House am 23. Feb 2011 18:51

seid ihr beide vegan?
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Beitragvon illith am 23. Feb 2011 19:01

da hab ich mir jüngst auch erst wieder gedanken drüber gemacht, allerdings eher bezogen auf "richtige" arbeit - da würde ich jetzt 'milch geben' uä nicht zuzählen, wohl aber sowas wie einen karren/pflug/etc zu ziehen oder kaddoes beispiele.

zusammengefasst: ich persönlich bin der meinung, dass ein zusammenleben und -arbeiten in ordnung sein kein (gerade auch im fall von domestizierten tierarten). klar gibt es dann immernoch ein einseitiges machtverhältnis aber das kann mM akzeptabel sein.
das tier kriegt gutes essen, obdach, schutz, ärztliche versorgung, zuneigung und gibt dafür arbeitseinsatz, in einem bereich, wo es dem mensch voraus ist. WENN natürlich gewährleistet ist, dass das tier nicht ausgebeutet (=kaputt gemacht, überbeansprucht) wird, es nicht umgebracht wird, wenn es nicht mehr genug leistet, es mit respekt (und liebe :heart:) behandelt wird, und die haltung sowie arbeit nicht (zu sehr) anti-artgemäß ist. was aber halt sicher auslegungssache ist in vielen fällen.

(das alles würde ich aber im industriellen rahmen generell ausschließen, meiner einschätzung nach)
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Beitragvon Akayi am 23. Feb 2011 19:03

Das "Einverstaendnis" aendert nichts an der Tatsache der Ausbeutung. Es ist eben kein "Geben und nehmen", sondern Ausbeutung. Deswegen ist es verkehrt. Kategorien wie "Gemeindemitglied" verschleiern die Ausbeutungsverhaeltnisse ja nur, mit dem Unterschied, dass ein Mensch von so einer Verschleierung zumindest vermeintlich was hat (Seelenheitl o.ae.) ein Tier aber nicht. Dem kann es hoechst egal sein, was Du oder deine Mutter nun ueber seine Stellung so denken, da es rein nichts an ihrer Situation aendert.

Zu Kaddoes Spuerhud wuerde ich noch nachfragen wollen, dass denen diese Verhalten doch anerzogen wird, oder? Damit waere es ja keine win-win Situation mehr, sondern kuenstlich so eingerichtet dass der Mensch einen Nutzen daraus zieht.
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Beitragvon kaddoe am 23. Feb 2011 19:25

Berti House hat geschrieben:seid ihr beide vegan?

ich nicht. zumindest bezeichne ich mich nicht als veganerin.. ich bin vllt eine sehr inkosequente ... zu Hause lebe ich vegan, aber wenn ich draußen bin kann es sein, dass es vegetarisch wird.

Akayi hat geschrieben:Zu Kaddoes Spuerhud wuerde ich noch nachfragen wollen, dass denen diese Verhalten doch anerzogen wird, oder? Damit waere es ja keine win-win Situation mehr, sondern kuenstlich so eingerichtet dass der Mensch einen Nutzen daraus zieht.

Naja es gibt aber einfach Hunderassen (die vom Menschen so hingezüchtet wurde, das ist allerdings ein anderes Thema) die einfach Arbeit brauchen. Malinois zum Beispiel, die drehn ja am Rad wenn du mit denen nichts machst und wenn du Pech hast zerlegen sie deine Wohnung oder werden sogar agressiv - irgendwo muss die Energie eben raus. Da sehe ich wirklich keinen Grund, wieso man diesem Hund nicht beibringen soll diese Energie zu nutzen.
Ob ich nun mit meinem Hund auf den Hundeplatz geh, Agillity mach, im Kunststücke beibring, Suchspiele etc. oder ob jetzt jemand einem Hund beibringt nach Drogen zu suchen... solange der Hund daran Spaß hat sehe ich keinen Grund, der dagegen spricht.
Voraussetzunge natürlich: - wie illith sagte - das Tier muss auch wenn es alt ist noch ein schönes Leben haben dürfen. Gerade bei der Polizei oder bei Trümmersuchhunden ist das eigendlich der Fall, da die Hunde ja ein sehr enges Verhältnis zu ihrem Hundeführer haben... trotzdem gibt es eben auch leider schonmal ausgemusterte Polizeihunde im Tierheim, DAS darf dann nicht sein!
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Beitragvon Road Sweet Road am 23. Feb 2011 19:37

@Berti: Das kommt auf die Definition an. Ich ernähre mich ziemlich vegan, ja.

Akayi hat geschrieben:Zu Kaddoes Spuerhud wuerde ich noch nachfragen wollen, dass denen diese Verhalten doch anerzogen wird, oder? Damit waere es ja keine win-win Situation mehr, sondern kuenstlich so eingerichtet dass der Mensch einen Nutzen daraus zieht.


Das kann so nicht verallgemeinert werden. Ein domestiziertes Haustier wie ein Hund, ist nicht direkt mit wilden Tieren vergleichbar.
Diesem Hund wird es als beschäftigter, gut behandelter Spürhund besser gehen, als ein Haustier, welches einfach sich selbst überlassen wird.
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Beitragvon hallo am 27. Feb 2011 17:11

Man muss aber auch sehen, dass Tiere beim Menschen Sicherheit, Nahrung usw. bekommen, was sie in der Natur nicht haben.
Nur das ist ja eine eher theoretische Disskussion, denn in der Praxis läuft es ja nicht so. Aber was wäre dagegen einzuwenden? Man gibt der Kuh Nahrung und Sicherheit und bekommt dafür Milch? Eigentlich nichts. Ganz davon abgesehen, dass solche Tiere ja in der Wildbahn eh nicht überleben könnten.
Übrigens versklaven Armeisen ja sogar Blattläuse, so als Randnotiz :D
hallo
 
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Beitragvon Akayi am 27. Feb 2011 17:20

Jetzt klammerst du die Ausbeutung ja einfach aus. Das ist geschummelt. Klar kann man dann "eigentlich nichts" mehr gegen Ausbeutung einwenden.
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