Los Veganeros

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Los Veganeros

Beitragvon RoadOfBones am 17. Mär 2017 08:59

Gestern war bundesweiter Start der Veganer-Kommödie Los Veganeros 2.
http://losveganeros.de/
Im Vergleich zum ersten Teil, ist der zweite doch um einiges besser geraten. Die Dialoge sind besser, die farbliche Abstimmung finde ich bemerkenswert und die Story sehr interessant.
Als Harry Earthlings schaut und dabei weint, hat es auch mich gepackt. Scheiß Emotionen.
Geht in die Kinos und unterstützt damit diesen Film und den Produzenten, denn sie haben es verdient.
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Beitragvon Lovis am 7. Apr 2017 13:46

Gestern lief der Film bei uns. Regisseur und Hauptdarsteller waren auch da und haben einiges über die Dreharbeiten und Reaktionen erzählt. War ganz interessant. Es waren ca. 30 Leute im Kino, was mich etwas erschüttert hat, ich hab da mehr erwartet. Ich fand den Film gut, bis auf ein paar "Patzer". Zum Beispiel, dass der Goldfisch am Ende in einem See "in die Freiheit entlassen" wird (die er dort nicht überleben wird), war ... naja ... ich sag mal: unüberlegt. Dass darauf viele Leute mit Protest reagiert haben, finde ich verständlich. Die Filmemacher haben den Protest nicht verstanden, schließlich ging es doch um die dahinter stehende Botschaft! :|
Insgesamt hat mich etwas gestört, dass der Gesundheitsaspekt im Vordergrund stand. Nicht so extrem wie im ersten Teil, aber auch im zweiten waren die VeganerInnen schlank, gesund, fit und sympathisch und die Omnis krank (der Hauptdarsteller schluckte ständig Pillen) und unangenehm bzw. unsympathisch. Irgendwie nervt das, weil es einfach Blödsinn ist. Stellt euch mal vor, eine beliebte Person des öffentlichen Lebens, die sich seit Jahren vegan ernährt, bekommt Krebs, einen Schlaganfall o. a. und stirbt mit 50, dann heißt es doch gleich wieder: „Siehste, hat die gesunde Ernährung auch nix gebracht.“ Die Darsteller hätten die ethischen Aspekte mehr beleuchten können/sollen/müssen.

Hat hier sonst niemand den Film gesehen? Ich würde gern mal wissen, wie er bei euch angekommen ist.
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Beitragvon DiePetra am 7. Apr 2017 15:16

Hallo Lovis,
Ich habe den Film mit meiner Tochter zusammen am 17.03. in Hildesheim gesehen, im großen Saal des Kinos, da passen 320 Leute rein und es waren fast keine freien Plätze mehr übrig. Allerdings kommt der Regisseur aus Algermissen, also nur ein paar Dörfer weiter, es wurde eine Menge Werbung für den Film gemacht, es gibt eine recht aktive vegane Szene in Hildesheim und die Veranstaltung war mehr ein Happening mit gratis Smoothie und Getränk. Nicht nur Regisseur und Hauptdarsteller (leider waren Marion Kracht und Eva Habermann erkrankt), sondern die halbe Filmcrew war da, wie mir schien, plus Björn Moschinski. Ein unheimlich sympathischer Jelly Gaviria, ich habe bloß hallo zu ihm gesagt und fand mich gleich darauf kräftig umarmt :).
Vielleicht hat das Drumherum dazu beigetragen, uns hat der Film jedenfalls gut gefallen. Auf jeden Fall professioneller als der erste Teil, und insgesamt ganz liebevoll gemacht. Ich verstehe schon, was du meinst, dass die ethischen Aspekte mehr beleuchtet werden sollten. Aber ich verstehe auch das Anliegen des Regisseurs, mit dem Film auch Nicht-Veganer zu erreichen, und da ist eine zu dick aufgetragene Botschaft vielleicht nicht hilfreich. Und was ich so aus Gesprächen mithörte, scheint ihm das ganz gut gelungen zu sein.
Natürlich wird im Film auch übertrieben und mit Stereotypen gearbeitet, aber das ist in Hollywood-Blockbustern nicht anders, wenn da jemand zur Zigarette greift, weißt du gleich, dass er entweder ein mieser Typ ist oder psychische Probleme hat ;) (übertrieben ausgedrückt). Im zweiten Teil fand ich das aber nicht so offensichtlich wie im ersten mit dem dicken, schwitzenden Schweinebaron.
Nicht so überzeugend fand ich das bettelnde Kind, das war zu gewollt ein Aufhänger, um die Wandlung des Hauptdarstellers zu zeigen (niedliche Kinder gehen ja immer), und das etwas plötzliche Ende.
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Beitragvon illith am 7. Apr 2017 16:08

ha, wie witzig. ich hatte mal einen (sehr speziellen) schutzbefohlenen aus algermissen!^^
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Beitragvon Lovis am 10. Apr 2017 11:04

Hallo Petra, danke für deine Rückmeldung!
Ich fand den Jelly Gaviria auch sehr sympathisch. Und Lars Oppermann auch! Toll, dass bei euch das Kino so voll war! Die beiden haben erzählt, wie schwierig es ist, überhaupt Kinos zu finden, die den Film zeigen wollen.
Bei uns wurde leider keine Werbung gemacht, nicht mal Plakate hat man irgendwo gesehen. Sehr schade!
Super finde ich, dass sie dran geblieben sind, obwohl sie wohl nach dem 1. Teil sehr niedergemacht wurden, und zwar nicht nur von Omnis (darauf waren sie eingestellt), sondern auch von VeganerInnen. :eh:
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Beitragvon illith am 10. Apr 2017 12:23

was waren denn da die Kritikpunkte?
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Beitragvon Lovis am 28. Apr 2017 10:39

Unter anderem die schlechten schauspielerischen Leistungen
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Beitragvon Britta J. am 11. Mai 2017 07:56

illith hat geschrieben:was waren denn da die Kritikpunkte?

Wie Lovis schon angedeutet hat, die Leistung der Schauspieler. Außerdem die Überzeichnung von veganen Klischees und damit die mögliche Abschreckung und Verhärtung der Grenzen. Den Umgang mit Kritik, den der Regisseur Lars Oppermann nach diesem Bericht von Florian Chefai im Kommentarbereich an den Tag gelegt hat, fand ich ebenfalls nicht wirklich gelungen. Aber das muss Herr Oppermann selbst wissen. Er ist schließlich erwachsen.
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Beitragvon RoadOfBones am 11. Mai 2017 13:45

@Britta J. - Die von dir verlinkte Rezension bezieht sich auf den ersten Teil des Films von 2015...

Bei beiden Filmen, vor allem aber auch beim zweiten Teil, erkennt man meiner Meinung nach, dass viele Charaktere wirklich völlig überzogen ihren Charakter darstellen. Solche Leute gibt es nicht, die einen mehr, die anderen weniger.
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Beitragvon Britta J. am 12. Mai 2017 06:28

RoadOfBones hat geschrieben:Die von dir verlinkte Rezension bezieht sich auf den ersten Teil des Films von 2015...

Das weiß ich. Wenn ich die Postings richtig interpretiert habe, hat sich illiths Frage auf Lovis' Aussage bezogen, dass die Schauspieler und Filmemacher
wohl nach dem 1. Teil sehr niedergemacht wurden, und zwar nicht nur von Omnis (darauf waren sie eingestellt), sondern auch von VeganerInnen.

Aus diesem Grund habe auch ich die Filmkritik am ersten Teil hervorgekramt.

RoadOfBones hat geschrieben:Bei beiden Filmen, vor allem aber auch beim zweiten Teil, erkennt man meiner Meinung nach, dass viele Charaktere wirklich völlig überzogen ihren Charakter darstellen. Solche Leute gibt es nicht, die einen mehr, die anderen weniger.

Da ich den zweiten Film nicht gesehen habe, kann ich weder die schauspielerische Leistung noch die Darstellung der Charaktere in "Los Veganeros 2" bewerten. Allerdings habe ich diese Überzeichnung im ersten Teil als einen Fehler empfunden. Gerade bei einem so heiklen Thema wie dem Veganismus, wo überall sofort Fanatismus und missionarisches Verhalten gewittert werden, halte ich es nicht für zielführend, wenn man diese Klischees durch überzogene und an Karikaturen erinnernde Charakterdarstellung auch noch bestätigt. Damit bestärkt man die Vegankritiker doch eigentlich nur in ihren Vorurteilen. Und der Zweck von "Los Veganeros" sollte doch eigentlich sein, für den Veganismus zu werben und ihn nicht zu diskreditieren.
Oder wie siehst du das?
Britta J.
 
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