Honig - mal die Gegenseite

Allgemeine Fragen & Diskussionen zum Veganismus

Honig - mal die Gegenseite

Beitragvon Vampy am 19. Mai 2008 14:26

habe grade ne richtig gute Seite gefunden; die mir seriös erscheint und mit vielen veganen Vorurteilen aufräumt, zb.
Die „Ausbeutung“ der Bienen
Ein starkes Bienenvolk produziert in einem Sommer (entsprechend ausreichende Trachtquellen vorausgesetzt) etwa 140 kg Honig. Davon verbraucht es etwa 80 kg für den „laufenden Betrieb“, also zum Heizen der Behausung, Aufzucht des Nachwuchses, für Wachsproduktion, als "Flugbenzin". Bleiben also etwa 60 kg als Wintervorrat, von denen aber nur etwa 25 kg gebraucht werden — der Rest ist wirklich überflüssig und wird nicht benötigt. Es können also ca. 35 kg geerntet werden, ohne den Bienen etwas anzutun. Allerdings ernten die meisten konventionellen (und die industriellen sowieso) den gesamten Wintervorrat und geben als Winterfutter eine Zuckerlösung. Bio-Imker überwintern ihre Völker dagegen auf eigenem Honig (höchstens ein Teil wird durch Futter ersetzt).

http://www.bioimkerhonig.de/bienenhonig ... -vegan.php
einfach mal die ganze seite durchlesen...

ein paar gedanken, die auch richtung pro-honig gehen habe ich auf einer anderen seite gesehen:
I’m afraid that our public avoidance of honey is hurting us as a movement. A certain number of bees are undeniably killed by honey production, but far more insects are killed, for example, in sugar production. And if we really cared about bugs we would never again eat anything either at home or in a restaurant that wasn’t strictly organically grown—after all, killing bugs is what pesticides do best. And organic production uses pesticides too (albeit “natural”). Researchers measure up to approximately 10,000 bugs per square foot of soil—that’s over 400 million per acre, 250 trillion per square mile. Even “veganically” grown produce involves the deaths of countless bugs in lost habitat, tilling, harvesting and transportation. We probably kill more bugs driving to the grocery store to get some honey-sweetened product than are killed in the product’s production.

http://www.satyamag.com/sept05/greger.html

erwähnenswert finde ich auch den Gedankenanstoß zum Schluss:
Our position on honey therefore just doesn’t make any sense, and I think the general population knows this on an intuitive level. Veganism for them, then, becomes more about some quasi-religious personal purity, rather than about stopping animal abuse. No wonder veganism can seem nonsensical to the average person. We have this kind of magical thinking; we feel good about ourselves as if we’re actually helping the animals obsessing about where some trace ingredient comes from, when in fact it may have the opposite effect. We may be hurting animals by making veganism seem more like petty dogmatic self-flagellation.
In my eyes, if we choose to avoid honey, fine. Let’s just not make a huge production of it and force everybody to do the same if they want to join the club.
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Beitragvon pünktchen.av am 19. Mai 2008 14:42

And if we really cared about bugs we would never again eat anything either at home or in a restaurant that wasn’t strictly organically grown—after all, killing bugs is what pesticides do best.


so ist es. aktuell bei bienen:

In Deutschland haben nach Forscherangaben rund 30 Prozent der Bienenvölker wegen des Pflanzenschutzmittels Clothianidin den Winter nicht überlebt. Die Imker hatten schon vor Wochen das Säen des mit dem Wirkstoff behandelten Saatguts kritisiert.

http://www.bielertagblatt.ch/News/Ausland/111139

wobei das "in deutschland" etwas übertrieben ist - es geht wohl im wesentlichem um baden-würtenberg.

Veganism for them, then, becomes more about some quasi-religious personal purity, rather than about stopping animal abuse.


genau so ist es.
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Beitragvon illith am 19. Mai 2008 15:56

sehr guter beitrag, vampy, danke!

auch wenn es die sach nicht grade weniger kompliziert machtn :drop1:
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Beitragvon illith am 20. Mai 2008 15:12

A certain number of bees are undeniably killed by honey production, but far more insects are killed, for example, in sugar production

was ist hiermit eigentlich konkret gemeint? pestizide & co?

der artikel wirft (bei mir zumindest^^) echt einen ganz neuen blickwinkel auf. geht in die richtung, wie das was lotta zum tierversuchsthema schrieb (glaub ich doch!? wenn ich mich irre, sorry!! :drop1: ) - wenn zb für die zulassung eines neuen stoffs einige tiere in versuchen leiden müssten, dieser stoff dann aber ökologisch soviel günstiger wäre, als die bisher verwendeten und folglich künftiger weniger tiere in der natur leiden/sterben müssten - wär das dann aus veganer sicht zu befürworten (so lange keine freiwilligen menschenversuche erlaubt sind ;) )? und sowas halt. irgendwie. :kopfkratz:
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Beitragvon Vampy am 20. Mai 2008 15:26

illith hat geschrieben:
A certain number of bees are undeniably killed by honey production, but far more insects are killed, for example, in sugar production

was ist hiermit eigentlich konkret gemeint? pestizide & co?

der artikel wirft (bei mir zumindest^^) echt einen ganz neuen blickwinkel auf. geht in die richtung, wie das was lotta zum tierversuchsthema schrieb (glaub ich doch!? wenn ich mich irre, sorry!! :drop1: ) - wenn zb für die zulassung eines neuen stoffs einige tiere in versuchen leiden müssten, dieser stoff dann aber ökologisch soviel günstiger wäre, als die bisher verwendeten und folglich künftiger weniger tiere in der natur leiden/sterben müssten - wär das dann aus veganer sicht zu befürworten (so lange keine freiwilligen menschenversuche erlaubt sind ;) )? und sowas halt. irgendwie. :kopfkratz:


zucker wird ja aus zuckerrohr oder zuckerrüben hergestellt; da kommen ne menge pestizide zum einsatz, maschinen die das zeug ernten fahren kleintiere die nicht wegrennen können platt; es wird ne menge energie verbraucht (bei der stromgewinnung sterben ja auch tiere) usw.

sind halt alles größen die man nicht messen kann... da kannste jetzt genauso drüber grübeln ob ein soyaghurt wirklich besser ist als joghurt; weil bei der sojaproduktion auch wieder pflanzenschutzmittel tiere töten, die umwelt verseuchen und so; die kuh steht (mal den idealfall angenommen) fröhlich gras kauend auf der weide und trampelt nicht halb so viele insekten tot...

oder ist kunstleder besser als leder? kunstleder muss extra aus irgendwelchem chemiekram hergestellt werden, während leder sowieso anfällt und nur noch bearbeitet werden muss. beim rohstoffabbau werden bestimmt auch wieder viecher gemurkst.
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Beitragvon illith am 20. Mai 2008 15:41

ich find solche überlegungen aber schon interessant. ob und welche auswikungen das dann auf mein handeln hat, ist ja nochmal eine andere sache.
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Beitragvon pünktchen.av am 20. Mai 2008 15:47

Vampy hat geschrieben: zucker wird ja aus zuckerrohr oder zuckerrüben hergestellt; da kommen ne menge pestizide zum einsatz, maschinen die das zeug ernten fahren kleintiere die nicht wegrennen können platt; es wird ne menge energie verbraucht (bei der stromgewinnung sterben ja auch tiere) usw.

sind halt alles größen die man nicht messen kann... da kannste jetzt genauso drüber grübeln ob ein soyaghurt wirklich besser ist als joghurt; weil bei der sojaproduktion auch wieder pflanzenschutzmittel tiere töten, die umwelt verseuchen und so; die kuh steht (mal den idealfall angenommen) fröhlich gras kauend auf der weide und trampelt nicht halb so viele insekten tot...

oder ist kunstleder besser als leder? kunstleder muss extra aus irgendwelchem chemiekram hergestellt werden, während leder sowieso anfällt und nur noch bearbeitet werden muss. beim rohstoffabbau werden bestimmt auch wieder viecher gemurkst.


:respekt:

das sind ja erstaunliche lernerfolge bei dir.
wenn ich bedenke, dass du noch vor nicht allzu langer zeit solche weisheiten von dir gabst:

vampirinha hat geschrieben: in asien wird fast ausschließlich vegan gegessen. so viel dazu.
link

ich ernenne dich hiermit zur antiveganerin ehrenhalber! :P
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Beitragvon Gary am 20. Mai 2008 15:50

Es geht ja nicht nur um die reine mathematische Menge an Tieren die man bei optimaler Ausnutzung aller Umstände retten kann. Es geht darum zu sagen, diese Tiere zu töten ist falsch und man darf sie nicht als Ware oder reine Zahl betrachten sondern als Indivduen, die es zu schützen gilt.

Es gibt auch Menschen die sagen

Wenn Tierversuche wirklich so wichtig sind, warum nimmt man dann keine Menschen?


Mir ist schon klar, warum man keine Menschen nimmt, aber mir ist nicht klar warum die Gründe warum man keine Menschen nimmt nicht auch für Tiere gelten.
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Beitragvon Vampy am 20. Mai 2008 16:03

pünktchen.av hat geschrieben:das sind ja erstaunliche lernerfolge bei dir.
wenn ich bedenke, dass du noch vor nicht allzu langer zeit solche weisheiten von dir gabst:

vampirinha hat geschrieben: in asien wird fast ausschließlich vegan gegessen. so viel dazu.
link

so falsch war das gar nicht; ich hätte halt lieber "viel eher vegan als hier" oder "die asiatische ernährung beeinhaltet weniger tierische produkte als die europäische" statt mich mit "fast ausschließlich" ausm fenster zu lehnen.
Führende Ernährungswissenschaftler haben deshalb in Anlehnung an die Ernährungspyramide der DGE die asiatische Ernährungspyramide erstellt. Sie macht das Konzept der traditionellen Ernährungsweise deutlich. In der asiatischen Küche machen Fette, insbesondere tierische Fette, insgesamt nur einen geringen Teil der täglichen Kalorienzufuhr aus. Stattdessen werden hauptsächlich Getreide, Knollengemüse, Früchte und andere pflanzliche Produkte einschließlich Nüssen und Hülsenfrüchten, wie z.B. Erdnüsse, als Beilage verzehrt. Auch als Eiweißlieferanten sind tierische Produkte relativ rar, diese Nahrungsmittel werden eher seltener und in nur kleineren Mengen konsumiert.

http://www.erdnuss-info.de/Kulinarisches/asiatpyr.html

Schneggi hat geschrieben:Mir ist schon klar, warum man keine Menschen nimmt, aber mir ist nicht klar warum die Gründe warum man keine Menschen nimmt nicht auch für Tiere gelten.

vielleicht aus demselben grund wieso du es in ordnung findest flecken auf der windschutzscheibe zu finden, aber lieber nicht so gerne spielende kinder überfährst?
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Beitragvon Gary am 20. Mai 2008 16:13

ja eben, weil Insekten eben nicht leiden und kein Bewusstsein haben. Deswegen gelten die Gründe nicht. Für Tiere die ein Bewusstsein haben und leiden können gelten die Gründe allerdings deswegen, sind Tierversuche an denen auch Kacke egal wie groß der ökologische Nutzen ist.
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