zu viel Salz

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente
Benutzeravatar
Sphinkter
Beiträge: 693
Registriert: 29.07.2017
Wohnort: Endor

Beitrag von Sphinkter » 11. Jul 2019 08:43

Lee hat geschrieben:
11. Jul 2019 06:55
@ sphinkter: jahrelang wäre er ohne meds bis 200 auf 140 gewesen. Mittlerweile Nehm ich keine Blutdrucksenker und Blutdruck passt trotzdem.
Das ist natürlich beftig. Hierzu gab es mal ein interessanten Beitrag von McDougall (dem ich aber nicht alles abkauf).
Dort sagt er, dass der Hochdruck immer ein Grund hat und durch die künstlich Drosselung der Organismus Wege sucht, in wieder hochzutreiben.
Mit Ernährung, Sport, Kalium kann man am Wert schrauben. Ob er von 200 auf 120 runtergeht.... fraglich.

Benutzeravatar
Sphinkter
Beiträge: 693
Registriert: 29.07.2017
Wohnort: Endor

Beitrag von Sphinkter » 11. Jul 2019 08:56

human vegetable hat geschrieben:
11. Jul 2019 06:40
Sphinkter, hätte ja nicht gedacht, dass du jemals mit Hormesis argumentierst. Das Diagramm zeigt eine typische J-Kurve, die einen hormetischen Prozess beschreibt. Ich dachte, dieses Konzept hast du gefressen...
Ich weiss gar nicht, ob das überhaupt was mit Hormesis zu tun hat. Ich habe das wie eine Art Reizung des Körpers verstanden, die in gewisser Dosis gesundheitsfördernde Effekte hätte.
Natrium ist essentiell. Zuwenig = schlecht, zuviel = schlecht, dazwischen irgendwo die "ideale" Aufnahme.
Wäre bei Selen vermutlich dasselbe. Zuwenig erfolgt ein Mangel, zuviel erfolgt eine Vergiftung.
Beides hat Einfluss auf die allgemeine Gesundheit.

Benutzeravatar
human vegetable
Beiträge: 953
Registriert: 25.05.2016
Wohnort: bei Trier

Beitrag von human vegetable » 11. Jul 2019 09:10

Doch, genau das ist Hormesis: Eine Substanz oder ein anderer Umwelteinfluss unterliegt in seiner Wirkung auf den menschlichen Organismus dem "Goldilocks Principle", d. h. sowohl Mangel als auch Überfluss sind schädlich, dazwischen existiert ein gesundheitsförderliches Optimum.

Aber deine vorige Kritik bezog sich auf gänzlich andere Zusammenhänge, wie z. B. Strahlung. Daraus, dass solch ein Prinzip für viele Nährstoffe gilt, folgt natürlich rein gar nichts über Strahlung. Insofern wäre es ungerecht, dir diesbezüglich logische Inkonsistenz zu unterstellen.

Während Strahlung ein wirklich kontroverses Thema sein mag, denke ich schon, dass man Hormesis bedenkenlos auch auf Dinge wie Sport, Stress etc. übertragen kann. Auf diesem Level natürlich wieder eher als Bauernweisheit - mit ein bisschen gesundem Menschenverstand ist eh klar, dass von den meisten Dingen sowohl zuwenig als auch zuviel schlecht ist, und dass es auf "das richtige Maß" ankommt.

Aber vielleicht muss diese alte Einsicht neu verpackt werden, um bei der heutigen wissenschaftsgläubigen Generation anzukommen... zumindest bei mir tut es das auf diese Weise. Vielleicht etwas zu gut: Ich schlafe in einem Kellerraum, und da ist Radonbelastung ein Thema. Nach Recherche des Sachverhalts und Messung der Radonbelastung habe ich beschlossen, nichts zur Lüftung zu unternehmen, obwohl der Gehalt laut offizieller Empfehlung im "unteren Risikobereich" liegt - weil aufgrund anderer Quellen gerade dieser Bereich wiederum als hormetisches Ideal bezeichnet wird.
"The greatest obstacle to discovery is not ignorance - it is the illusion of knowledge." - Daniel J. Boorstin

Benutzeravatar
Sphinkter
Beiträge: 693
Registriert: 29.07.2017
Wohnort: Endor

Beitrag von Sphinkter » 11. Jul 2019 09:57

human vegetable hat geschrieben:
11. Jul 2019 09:10

Aber deine vorige Kritik bezog sich auf gänzlich andere Zusammenhänge, wie z. B. Strahlung. Daraus, dass solch ein Prinzip für viele Nährstoffe gilt, folgt natürlich rein gar nichts über Strahlung. Insofern wäre es ungerecht, dir diesbezüglich logische Inkonsistenz zu unterstellen.

Danke :mg:
Ja richtig, der Autor versuchte seine Hypothese allem überzustülpen.
Für Strahlung, aber auch fürs Rauchen, selbst für Alkohol (auch wenn dies oft behauptet wird) gibt es keine Dosis die gesundheitsförderlich wäre.

Benutzeravatar
human vegetable
Beiträge: 953
Registriert: 25.05.2016
Wohnort: bei Trier

Beitrag von human vegetable » 11. Jul 2019 15:29

Muss eine Kehrtwende hinlegen: In den vorigen Posts habe ich befürwortet, möglichst gar nicht zuzusalzen. Das würde in einer täglichen Natriumaufnahme von unter 1g/d resultieren. Nachdem ich vor ca. einer Woche den vorher verlinkten Greger-clip über Autoimmunkrankheiten gesehen hatte, habe ich das seitdem so praktiziert.

Allerdings merkte ich in den letzten Tagen, dass ich etwas matter als sonst war. Mit Salzmangel habe ich das bis heute morgen nicht in Verbindung gebracht. Als ich über die Blutdruckgeschichten las, fragte ich mich, ob das bei mir nicht in umgekehrter Richtung ein Problem sein könnte (neige zu niedrigem Blutdruck). Also habe ich heute wieder zugesalzen, mit sofortigem Effekt.

Zumindest für mich scheint die von Sphinkter und somebody gegebene Empfehlung von etwa 5g/d Salz genau richtig. Ich bin wieder einmal Opfer der von Sphinkter beklagten "Experten-Verwirrung" geworden.
"The greatest obstacle to discovery is not ignorance - it is the illusion of knowledge." - Daniel J. Boorstin

Benutzeravatar
illith
Berufs-Veganer
Beiträge: 54594
Registriert: 09.01.2008
Wohnort: Niedersachsen

Beitrag von illith » 11. Jul 2019 15:55

wir hatten heute schon mal eine Userin mit tiefem Blutdruck, da hatte glaube ich sogar der Arzt zu verstärktem Salzkonsum geraten. (was ihr wohl auch geholfen hat)
allerdings geht's doch im Fall Salz/Blutdruck um Non/Responder, oder?
☜★VeganTakeover.de★☞
BlogShirtsBuch

Benutzeravatar
Lee
Leebchen
Beiträge: 17955
Registriert: 26.09.2014

Beitrag von Lee » 11. Jul 2019 17:37

sry wegen der Querunterhaltung. Sphinkter bei mir ist er selten noch über 130 und ich hab keinen Schimmer wieso das jetzt so ist. Ich akzeptiers einfach.
MUH!!!

Benutzeravatar
somebody
Küchenadept
Beiträge: 16820
Registriert: 28.05.2013
Wohnort: Jurassic Park

Essenz des Themas Salz

Beitrag von somebody » 11. Jul 2019 18:02

sachlich berechtigte Empfehlung der Institutionen für Salzzufuhr gesunder Mensch
=
maximal tgl durchschnittlich 5 - 6 Gramm
minimal tgl 2 - 3 Gramm

Führt hohe Salzzufuhr nicht zu höherem Blutdruck, ist sie keinesfalls unbedenklich, sondern sie kann zu vielen schweren gesundheitlichen Schäden führen oder diese begünstigen.

Zu niedriger Blutdruck kann Folge zu geringer Salzzufuhr sein. In diesem Fall sollte die tägliche Salzzufuhr auf die Basisempfehlung von 5 - 6 Gramm angehoben werden.

Die Auswirkung von Salzzufuhr auf den Blutdruck sollte jedoch nicht überbewertet werden. Lt Cochrane Arbeiten führt Reduzierung der Salzzufuhr von Größenordnung tgl 8 - 10 Gramm (?) auf die Basisempfehlung 5 - 6 Gramm durchschnittlich beim weitaus größten Teil der Menschen zu niedrig einstelliger Blutdrucksenkung. Wird die tägliche Salzzufuhr weiter auf 2 - 3 Gramm gesenkt, tritt bei einem Teil der Menschen weitere durchschnittlich niedrig einstellige Blutdrucksenkung ein.
Suche Signatur.

Benutzeravatar
human vegetable
Beiträge: 953
Registriert: 25.05.2016
Wohnort: bei Trier

Beitrag von human vegetable » 11. Jul 2019 19:28

somebody, danke für die präzise Zusammenfassung.

Bei dem Thema habe ich mich schon mehrmals im Kreis gedreht und mir das Leben damit selbst schwergemacht - mittlerweile müsste ich eigentlich wissen, dass ich mit Mengen im von dir angegebenen Rahmen am besten fahre.
"The greatest obstacle to discovery is not ignorance - it is the illusion of knowledge." - Daniel J. Boorstin

Benutzeravatar
Vampy
Vactologist
Beiträge: 32128
Registriert: 18.02.2008
Wohnort: Frankfurt an der Franke

Beitrag von Vampy » 13. Jul 2019 19:00

bei mir wär 175 zu 110.... mit den medis isser bei 135 zu 110. müsst ich eigentlich mal wieder checken, hab bloß keine lust batterien fürs messgerät zu kaufen.
kompressionsstrümpfe hatte ich auch (also die freiverkäuflichen), hat nicht wirklich geholfen und in diesem nylon-gewebe schwitzt man auch so doof.
welche hattest du denn, xanti?
Für die einen die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.

Antworten