"A calorie is a calorie." - "Yeah, right."

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente

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Beitragvon human vegetable am 1. Mai 2018 12:48

Neue Studie über Verarbeitungsgrad des Essens und resultierende Stoffwechselaktivität: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2897733/

Bild

Zwar wurden in der Studie auch tierische Produkte verwendet, aber ich denke, das hat bzgl. des Ergebnisses den kleinsten Unterschied gemacht: Die stärker verarbeitete Mahlzeit resultierte in einer um die Hälfte verminderten Thermogenese. Heißt im Umkehrschluss: Die weniger verarbeitete Mahlzeit hat die Thermogenese fast verdoppelt!

Bzgl. Sättigung schnitten beide Mahlzeiten übrigens gleich gut ab.

Ein weiterer Grund, um Frankenfood einen weiten Bogen zu machen, und eher auf Essensqualität statt Quantität zu achten: Die nachhaltigere und gesundere Art, die Körperzusammensetzung zu regulieren.
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Beitragvon illith am 1. Mai 2018 13:09

was ist denn mit "processed food" in dem Fall gemeint?
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Beitragvon human vegetable am 1. Mai 2018 15:28

Aus dem Volltext (siehe link oben):
The subjects completed two trials where they ingested two meal types, differing in degree of processing. Both meals consisted of bread and cheese sandwiches. The whole-food meal (WF) was comprised of multi-grain bread (which contained whole sunflower seeds and whole-grain kernels) and cheddar cheese, while the PF meal was comprised of white bread and a processed cheese product (Table 2, see Appendices A and B for ingredients and nutritional information). Paired WF and PF meals were isoenergetic and consisted of 600 kcal portions (2,520 kJ, 1½ sandwiches) or 800 kcal portions (3,360 kJ, 2 sandwiches). Each subject was asked to choose a preferred portion size and consumed this portion size for each meal. Energy contents were derived from the food labels. These list the estimated available (not gross) calories using the nutrient information and assimilation coefficients for different foods compiled in the USDA 1973 report by Merrill and Watt (21). Seven females elected to eat the 600 kcal portion, while the five males and the remaining five females elected to eat the 800 kcal portion. Independent of portion size, each meal derived the same proportion of energy from both the bread and cheese (60% bread, 40% cheese). WF meal composition was 40% carbohydrate, 39% fat, and 20% protein; PF meal composition was 50% carbohydrate, 33% fat, and 15% protein (Table 2). The WF meal had approximately three times the amount of dietary fiber than the PF meal.


Also leichte Unterschiede in den Makroanteilen - das reicht aber nicht, um die unterschiedliche Verstoffwechslung vollständig zu erklären. Zudem treten solche Unterschiede eben auch im real life auf, wenn man zu stärker verarbeiteten Produkten greift.

Die unverarbeitete Mahlzeit hat natürlich einen höheren Ballaststoffanteil - aber es darf bezweifelt werden, ob es einen Unterschied machte, würden der verarbeiteten Mahlzeit wieder ein paar Gramm Weizenkleieflocken und Flohsamenschalenpulver hinzugefügt.

Auch interessant, dass die verarbeiteten/unverarbeiteten Mahlzeiten praktisch gleich schwer waren (siehe table 2). Die kcal-Dichte hat sich also kaum unterschieden und scheidet als Erklärung ebenfalls aus.

Ich stimme der Interpretation der Autoren zu, dass es wirklich der Verarbeitungsgrad war, der den Unterschied gemacht hat, und nicht die kleinen Differenzen bzgl. der Zusammensetzung.
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Beitragvon Sphinkter am 2. Mai 2018 15:44

Vielleicht habe ich ein Denkfehler, aber 5% mehr Protein bedeutet auch eine höhere Postprandiale Thermogenese (25%).

"Average energy expenditure for the WF meal (137±14.1 kcal, 19.9% of meal energy) was significantly larger than for the PF meal (73.1±10.2 kcal, 10.7% of meal energy)"

137-73=64 kcal

Wenn das 64 kcal pro Mahlzeit waren, erklärt sich das allerdings nicht alleine über dir Thermogenese.
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Beitragvon Curumo am 2. Mai 2018 17:06

Dass raffinierter Zucker oder (hochgradig ver- bzw. bearbeitetes) Weißmehl (zu beachten ist, dass Weizen ja bereits eine spezielle Zuchtform von Getreide ist, mit Zuchtziel der Vorverarbeitung(Vereinfachung) der Kohlenhydratketten), beides klassische Zutaten in "processed foods" bzw. "Junk food"(Definition: leere Kalorien, hoher Brennwert, bei geringem Nährwert), durch ihre Struktur mit geringerem Aufwand aufgespalten und ihr Brennwert somit zu einem höherem Grad zur Verfügung steht(weniger Energieaufwand zur Aufspaltung nötig), ist ökotrophologisch gesehen, doch mehr oder weniger ein alter Hut. Wird deshalb ja gefühlt schon seit Ewigkeiten immer zu Vollkorn, Fructose/Zuckeralternativen, pflanzlichen(komplexeren) Fetten usw. geraten, (pflanzliche) Rohkost ein "Klassiker" zur Abnehmhilfe/Diät (höherer Aufwand beim Kauen sowie Verdauen, meist geringere Energieausbeute, da keine "Vorverdauung" durch Denaturierung(Kochen)... :kk:
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Beitragvon Sphinkter am 2. Mai 2018 18:30

Klingt plausibel. Aber so leer sind die Kalorien von Weizenmehl z.B. Typ 405 (klassisches Weißmehl) jetzt nicht und die Polysaccharide müssen ja auch erstmal "aufgespalten" werden.
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Beitragvon VeganoRex am 16. Mai 2018 10:38

Danke für die Studie ich werde die mir später mal durchlesen ;)

Das Problem mit "processed foods" ist, dass die Kombination von tierischen Proteinen, gesättigten Fettsäuren und einfachen Kohlehydraten im Körper desaströse Folgen hat.

Kurz: Einfache Kohlehydrate erhöhen den Blutzucker und dieser den Insulinspiegel. Tierisches Protein erhöht die Insulinausschüttung direkt und die Insulinresistenz, gesättigte Fettsäuren erhöhen auch die Insulinresistenz. Das alles verlangsamt den Stoffwechsel deutlich.

Verarbeitete Lebensmittel sind keine Lebensmittel sondern Trägerstoffe für süchtigmachende Lebensmittelzusätze.
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Beitragvon Sphinkter am 16. Mai 2018 18:27

Das ist aber alles recht aus der Hüfte geschossen...
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Beitragvon illith am 17. Mai 2018 01:11

:D :D
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Beitragvon Vlorian am 19. Mai 2018 22:56

Nehmen wir mal an die Zahlen, die in der Studie genannt werden stimmen (20 % für stark verarbeitetes und 10 % für schwach verarbeitetes Essen). Für einen Tages-Budget von etwa 3'000 kCal hat man dann also 300 kCal mehr oder weniger zur Verfügung. Das entspricht etwa dem Gehalt eines Schoko-Riegels. Lass dir das mal auf der Zunge zergehen (wie ein Schoko-Riegel): Du sparst gerade mal einen Schoko-Riegel am Tag!

Will jemand abnehmen würde ich ihr/ihm immer noch Kalorienzählen empfehlen. Dazu noch moderat Sport. Essen soll er/sie das was sie/er am liebsten mag, einfach nicht an jedem Tag das Selbe. Der Einfluss von stark oder schwach verarbeitetem Essen ist gering (Ein Schoko-Riegel am Tag).
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