Instinktives Essen

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente
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Sphinkter
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Instinktives Essen

Beitrag von Sphinkter » 3. Jul 2019 11:14

Lese gerade ein Buch von Uwe Knop, der im Pollmer Dunstkreis heimisch ist, der für instinktives Essen plädiert. Seine Argumentation, die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaft kommt aus Beobachtungsstudien und kann immer nur Korrelationen, aber nie Ursachen widerspiegeln.
Daher sind alle Empfehlungen auf dünnem Eis gebaut.
Soweit verständlich.
Wenn ich mich aber "intuitiv" ernähren würde (was ist das überhaupt?), also aus dem Bauch?, würde mein idealer Tag so aussehen:

- 2-4 Schoko Croissants
- Pott Ben & Jerry's
- Marzipan
- Pommes mit Ketchup
- Pasta
- Laugenbretzel, Brötchen etc.

Ich habe kein Verlangen nach Gemüse oder Salate. Nüsse nur Erdnüsse, ausser denen mit Hülsenfrüchten, kein Vertrag.

Wie würde ein (aus dem Bauch raus) Tag bei euch aussehen? Lebt ihr so? Oder baut ihr Lebensmittel ein, weil sie offiziell als gesund gelten?

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 3. Jul 2019 13:40

bei mir ebenso. angeblich ist das aber kein WIRKLICH intuitives essen, weil von werbung, industrie, schlechten gewohnheiten überlagert - sobald man aber in sich hineinhorcht und auf seinen körper hört, würde er sich natürlicherweise gesund ernähren wollen. tja, nur entweder überhören wir unseren körper, oder er schreit nich laut genug bzw. wir verstehen dessen sprache nicht.
oder das mit dem intuitiven essen stimmt halt doch nicht. ich finde es eher naheliegend, dass der körper halt einfach energie verlangt und das in form von hunger bzw. magenknurren signalisiert -aber die art ist ihm dann relativ egal, hauptsache energie.
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Simsa
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Beitrag von Simsa » 3. Jul 2019 13:46

Also mein Körper sagt mir das schon, eigentlich. Also jetzt auch nicht 24h am Tag aber ich könnte mir vorstellen, dass wenn ich anfange, zuzuhören und lieber zu kochen, ginge da einiges.
Besonders stark merk ich´s zum Beispiel nach Festivals. Da ist die Ernährung ja nunmal nicht so gut. Nach 2 Tagen stellt sich dann ein riesiges Verlangen nach einem Apfel oder einem Salat ein.
Jetzt gerade hätte ich unglaublich Lust auf Karotten mit Hummus.
Und wenn ich im Sommer die Wahl habe zwischen einem gekühlten Stück Wassermelone und´nem Eis, gewinnt zu 90% die Wassermelone.

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 3. Jul 2019 14:49

ja, aber wer sagt, dass DAS das richtige ist? der körper kann zb nur verlangen, was er kennt - es gibt zb leute, die kennen überhaupt kein hummus - was häten wohl unsere großeltern gemacht, nach was hätten die gedacht, verlangt der köper?
und wer sagt, dass das das richtige ist? salat hat ungefähr so viel nährwert wie eine serviette, wenn es dem körper um nährstoffer ginge, würde er doch irgendein superfood wollen und nicht so n labberzeug. wenn es um flüssigkeit geht, dann wäre wasser das sinnvollste.
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Simsa
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Beitrag von Simsa » 3. Jul 2019 14:59

Naja, ich denke, echter Hunger ist nicht super festgelegt. Statt Karotten mit Hummus wäre halt ne gemüsehaltige Linsensuppe oder sowas dann gewesen. Also Gemüse mit Protein.

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 3. Jul 2019 15:05

Wie würde ich "intuitiv" essen? Paradoxerweise ziemlich genau so, wie ich im Moment esse: Viel Hülsenfrüchte und Gemüse, vielleicht noch ein bisschen Pseudogetreide und Obst, das wars. Ich freue mich auf jede einzelne Mahlzeit, und nur bei den härtesten Eliminationsphasen wird mir jemals langweilig.

Manchmal will ich aus diesem Korsett ausbrechen, aber "es" ist stärker als ich, und sehr schnell bin ich wieder dabei. Kommt mir so vor, dass sich mein Mikrobiom ganz genau an diese Kost angepasst hat, und sich jede Änderung energisch verbittet. Soweit ich weiß gibt es doch Hinweise, dass das Mikrobiom Lebensmittelpräferenzen beeinflussen kann...

Vielleicht bin ich aber auch nur derartig verkopft, dass ich mein kleines fettes inneres Kind, das irgendwo im allertiefsten Verließ meines Unterbewusstsein verzweifelt nach Süßkram und fast food greint, nicht mehr hören kann. Orthorexiealarm!
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 3. Jul 2019 15:16

Ich finde nur einfach spannend, nachdem ich mich jetzt 1,5 Wochen "instinktiv" ernähre, geht es mir sehr gut, so gut wie lange nicht.
Eigentlich müsste ich Pickel ohne Ende bekommen, glaubt man den Gesundheitsköstlern, selbst meine zu Rosazeaneigende Haut findet es okay.

Schon interessant, ich hätte auch gesagt, intuitives Essen gibt es nicht. Die Geschmacksnerven werden mit Aroma, Gewürzen, Salz gelockt. Aber irgendwie ist es doch das Richtige.
Zumindest ist mein Darm damit glücklich.
Tja, ist es Intuition oder antrainiert oder eine Sucht?

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Beitrag von Kim Sun Woo » 3. Jul 2019 20:39

das ist dann sicherlich auch wieder komplett durch die Vorstellungen, die ich im Kopf habe, begründet. aber ich habe tatsächlich zwischendurch ein richtiges "Verlangen" nach "wertigem" Essen, wenn ich mal mehrere Tage (zu?) viel "blöde" Sachen gegessen habe.
Man hat jeden Tag die Chance die bestmögliche Version von sich selbst zu sein. ♥

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 3. Jul 2019 20:51

kann genauso gut psychisch sein. wenn ich 2 tage keinen sport gemacht hab, fühl ich mich total elend, dabei freut sich mein körper wahrscheinlich wenn er mal ne pause kriegt...
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Beitrag von joli cœur » 3. Jul 2019 21:20

Sphinkter hat geschrieben:
3. Jul 2019 11:14
Wie würde ein (aus dem Bauch raus) Tag bei euch aussehen? Lebt ihr so?
Ich würde den ganzen Tag (nur) Obst essen. Leider geht das nicht aus verschiedensten Gründen, darunter der gröbste, dass ich fast keine Fructose vertrage. Ironie des Schicksals..
Edit: Auch noch Obst-Gemüse, Salat.
Zuletzt geändert von joli cœur am 3. Jul 2019 21:34, insgesamt 4-mal geändert.
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