Salz - mehr ist mehr?

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente
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illith
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Salz - mehr ist mehr?

Beitrag von illith » 6. Mär 2020 14:40

ich hatte in der Bullsh#tfree Vegan Sports & Fitness das Thema Kaliumsalz aufgebracht, da hat jemand dieses Video gepostet:



der Herr legt dar, warum man seiner Meinung nach eher aktiv ordentlich Salz essen soll - sofern das nicht in Form von Junkfood passiert sondern im Rahmen von Gemüse & Co. :?
das... scheint mir nun eher eine Mindermeinung zu sein.^^°

Punkte, die mich da allerdings stutzig gemacht haben:

# die Auswahl der Studien erscheint mir etwas fragwürdig - Frühchen und Schwangere, die mit salzarmer Kost Probleme bekommen, scheinen mir jetzt nicht unbedingt so übertragbar auf die Allgemeinbevölkerung

# dass OstasiatInnen salzreich essen und trotzdem keinen hohen Blutdruck wenig HK-Erkrankungen haben, mag stimmen - aber laut einem Salz-Video von Mic the Vegan¹ haben die dafür eine erhöhte Magenkrebsrate, was wohl in Zusammenhang stehen könnte...

# er negiert nicht völlig, dass diese ganzen Hipstersalze gesundheitliche Vorteile haben

# er problematisiert Rieselhilfen & Co in konvenitionellem Salz - und sagt auch nichts von Jodsalz, empfiehlt hingegen Meersalz

# der Dude ganz am Ende warnt nachdrücklich vor fluoridierter Zahnpasta, weil die den IQ senkt - das steht dem Konsens aller 'rationalen' Gruppen entgegen, in denen ich mich bewege?! oO

...was meint ihr?

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illith
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Beitrag von illith » 7. Mär 2020 11:41

ich hätt schon gern Eure Meinung dazu gehört....^^
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Beitrag von somebody » 7. Mär 2020 11:47

illith, bzgl der beiden Videos habe ich Vermutungen. Ich möchte sie mir aber erst am Nachmittag ansehen, bevor ich meine Meinung äußere.
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 7. Mär 2020 13:54

# dass OstasiatInnen salzreich essen und trotzdem keinen hohen Blutdruck wenig HK-Erkrankungen haben, mag stimmen - aber laut einem Salz-Video von Mic the Vegan¹ haben die dafür eine erhöhte Magenkrebsrate, was wohl in Zusammenhang stehen könnte...
typisches korrelation-kausalität-phänomen: die haben weniger übergewicht, mehr bewegung, weniger junkfood. das sind faktoren, die gegen sekundären bluthochdruck, der durch unsere westliche überflusslebensweise bedingt wird, sprechen, hat also nix mit dem salzlevel zu tun.
die essen zwar mehr fisch und algen, was ja sehr salzreich ist, aber das was darin gesund ist, ist nicht das salz, sondern die übrigen nährstoffe.

salz ist in einem angemessenen rahmen lebensnotwendig und man könnte sagen, dass es gesund ist, mehr davon schlägt dann aber ins gegenteil um oder hat zumindest keinen positiven mehrwert.
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Beitrag von illith » 7. Mär 2020 14:19

ok, das hatte ich nicht genau genug ausgeführt. das erläutert der Herr nämlich - dass die zwar viel Salz essen, aber anders als wir hier nicht vorwiegend in Form von Junkfood sondern Gemüse (siehe Absatz darüber).
aber sein Punkt ist glaub ich auch nicht "viel Salz senkt den Blutdruck", sondern "viel Salz an sich führt nicht zu hohem Blutdruck".
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Beitrag von Vampy » 7. Mär 2020 17:50

nee, aber das behauptet doch auch niemand, dass viel salz per se zu hohem blutdruck führt? nur dass es blutdrucksteigernd wirken KANN - bei entsprechender veranlagung. gibt da wohl responder und non-responder.
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Beitrag von illith » 7. Mär 2020 18:04

ja. wie es im Video gesagt wird. und Salz wird schon allgemein als etwas gehandelt, was es zu reduzieren gilt, in den allgemeinen Empfehlungen - besonders bei Bluthochdruck.
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Beitrag von Vampy » 7. Mär 2020 18:09

wobei ich glaube, dass da eher gemeint ist, man soll salzreiche produkte meiden, weil die typischerweise ungesund sind - backwaren, fast food, wurst, chips...

zu bedenken ist auch das sportpensum - beim schwitzen verliert man auch viel salz.

habe noch das hier gefunden:
Darm und Immunsystem: Ein Übermaß an Kochsalz hat auch Einfluss auf die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms. Zu viel Kochsalz reduziert die Zahl der Laktobazillen im Darm deutlich, zugleich steigt die Zahl der sogenannten Th17-Helferzellen im Blut an. Diese Immunzellen stehen im Verdacht, den Blutdruck zu erhöhen sowie Entzündungen und Autoimmunerkrankungen zu fördern. Dass sich die Zahl der Th17-Zellen so massiv erhöht, weist auf eine erhöhte Entzündungsreaktion im Körper hin. Das Mikrobiom scheint also ein wichtiger Faktor für durch Salz beeinflusste Erkrankungen zu sein.
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/ ... lz386.html
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Beitrag von somebody » 7. Mär 2020 19:27

Tat mir die Videos nicht an, da Google meine Erinnerungen bestätigte:


1. Video:

Dr Dirk Lemke - Aktivist in dt Paleo Szene, will Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten mit Vitamin D verhindern

Prof Dr Jörg Spitz - weiterer selbsternannter Vitamin D Guru


2. Video:

Mic the Vegan - veganer YouTuber, für Cherry Picking bekannt


#Fluor

Es gibt chinesische, indische, iranische Studien, lt denen Fluorbelastung bei Kindern zu einem niedrigeren IQ führen soll. Es gibt andere Studien, lt denen das nicht so ist.

Zu viel Fluor ist giftig.

Das Kinder wg der Giftigkeit von Fluor keine Fluor Zahncreme anwenden sollen ist lange bekannt & meines Wissens allgemein anerkannt.

Fluor Zahncreme ist meines Wissens ab dem Jugendlichenalter bei normaler Verwendung unbedenklich. Für Schwangere/Stillende umstritten, aber nach verbreiteter Meinung für die Kinder unbedenklich.
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 7. Feb 2021 11:30

Bzgl. optimaler Salzaufnahme bin ich aktuell auf das hier gestoßen: https://necsi.edu/how-much-sodium-should-we-eat

Die Forschergruppe hat die optimale Menge mit einer Computersimulation bestimmt und kam auf 1,2 bis 4 g Natrium täglich - das entspricht etwa 4 bis 10 g Tafelsalz, also soviel, wie man ohne exzessiven Genuss von vorgesalzenem Junk food ohnehin zu sich nähme wenn man nach Geschmack salzen würde. Der Großteil der Weltbevölkerung fällt hier rein, mit Ausnahme einiger Naturvölker (fallen unten raus) und westlicher junk food lovers (essen signifikant mehr).

Nach diesem Modell folgt das Risikoprofil von Salz einer hormetischen U-Kurve, d. h. sowohl zuviel als auch zu wenig steigern das Risiko. Nur - ein Modell kann eben auch daneben liegen, wenn die Grundannahmen nicht stimmen; garbage in - garbage out.

Anekdotisch kann ich bestätigen, dass ich mich nach einigen Tagen komplett ohne zugesetztes Salz signifikant schlapper fühle. Schon mehrfach habe ich meine ohnehin niedrige Salzaufnahme (etwa 2-3 g/d) ganz gekappt, weil mich Vorträge und podcasts des extrem enthusiastischen Dr. Goldhamer (führt eine Fastenklinik in Kalifornien und befürwortet eine "SOS-free diet", d. h. no salt, oil, sugar) angesprochen haben. Aber wie gesagt, von da an ging mein Kreislauf kontinuierlich bergab, so dass ich doch wieder nachgesalzen habe.

Was meint ihr - welche Salzaufnahme ist für Menschen optimal, die nicht unter hohem Blutdruck leiden, bzw. welche, die sogar eher hypotonisch veranlagt sind?
"The greatest obstacle to discovery is not ignorance - it is the illusion of knowledge." - Daniel J. Boorstin

"If you want to be more successful, double your failure rate. Success lies on the far side of failure." - Thomas J. Watson

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