Einige Gedanken

Lob, Motzerei & Anregungen für und über das Vegan-Forum
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Xesh
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Einige Gedanken

Beitrag von Xesh » 19. Aug 2019 08:01

Möchte mir eigentlich keine Zeit nehmen denn alles ausserhalb eines allgemein legitimierten Gemeinschaftsformat, eine Art Norm, ist sowieso verpönt.

Was ich einfach feststelle ist dass Menschen ständig etwas abtrennen und aus einem Zusammenhang reissen, dazu naturgegebene Dinge, als auch sich selbst, manipulieren und kanalisieren, was man bei den teils überstrikten Topicanforderungen gut erkennt. Sie reissen auch einzelne Stoffe von Nahrung bis zum letzten Molekül aus dem Gesamtkonstrukt und am Ende ist ein Protein nunmal kein Protein mehr sondern eher sowas wie Lysin... hört sich dann so an wie "Hilfe ich brauche mehr Lysin und supp mir nun Lysin". Danach bauen sie diese Moleküle oder Stoffe teils nach dem eigenen Baukastenprinzip wieder zusammen obwohl sie davon unzureichend Ahnung haben, der eigene Körper als Gesamtorganismus weiss es schon seit einer Million Jahre besser als der Geist, setzt auch alles selbstständig zusammen wenn man gesamtheitlich denkt und ernährt.

Ich bin eigentlich eher am wandern vom einten Thema zum anderen und habe ein Million Themen die man auch nicht in ein einzelnes Topic stecken kann da ansonsten ein Kontext flöten geht. Das Problem ist dass "normale" Menschen keinen Zusammenhang erkennen, dabei ist er durchaus da, aber natürlich nicht so offensichtlich wie Topic-Titel= Antwort/Frage nur auf das.

Wobei wir natürlich gar keine freie Kommunikation haben, es ist eigentlich eine Art Q und A wo sich jeder beteiligen kann, also jemand fragt, ein anderer antwortet. Dabei kann ein Topictitel fragen oder ein User über den Topictitel, aber diese Verbindung wird strikt reingehämmert.

Klar meinen die User jetzt ich sei ein Chaot und sie seien die geordnete Machinerie mit eiserner Logik. Ich mache für gewöhnlich daher auch lieber Blogs weil da bin ich frei und muss mich nicht zu stark diesem Q und A Format das sich zudem immer auf den Titel beziehen soll beugen, kann je nachdem etwas rumwandern ehe ich wieder zum Kernthema zurückkomme.

Ich sehe natürlich eine sehr grosse Intoleranz gegenüber allem was hier nicht strikt ist, alles was sich nicht nur mit der Wissenschaft übers Materielle beschäftigt, sowas nennt man dann einfach ziemlich schnell "Esoterik" mit einem negativen Gefühl d.h. es ist keine legitime Anschauung.

Aber ich habe wirklich vollstes Verständnis für diese Geisteshaltung weil das wurde einem Mitteleuropäer bereits von klein auf so eingebläut über das egobasierte Eintrichterungsprinzip. Insofern kann es gar nicht anders gehen und wenn etwas zu stark davon abweicht, d.h. soziale Norm, dann ist es ganz einfach nicht legitim.

Das ist kein Vorwurf, eigentlich habe ich sogar Spass daran an der bewussten Verbiegung meines Geistes auf strikte kanalisierte Formate und suche dazu passende Lösungen. Ich habe insofern nur mal kurz reflektiert und einen Spiegel vorgehalten, einen anderen Sinn hatte es nicht.

hansel
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Beitrag von hansel » 21. Aug 2019 18:34

Xesh hat geschrieben:
19. Aug 2019 08:01
Ich habe insofern nur mal kurz reflektiert und einen Spiegel vorgehalten, einen anderen Sinn hatte es nicht.
Das ist gut.
Dann brauche ich den Sinn ja auch nicht zu suchen.

Xesh
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Beitrag von Xesh » 22. Aug 2019 09:19

Ja genau, deswegen habe ich euch diese Suche gleich noch abgenommen.

Wobei hier in der Suchmaschine die üblicherweise dominante Suche nach dem Sinn oder einer Sachlichkeit weniger relevant ist, hier gehts eher um Darmangelegenheiten, was auf einige Ernährungsschwierigkeiten oder vielleicht auch unpassende Angehensweisen hinweisen könnte.

Da gab's mal eine Künstlerin die wurde gefragt was es bedeutet einen Strich zu machen. Sie meinte dass es nichts bedeutet. Dann wurde sie gefragt ob es einen Sinn macht viele Striche zu machen, sie meinte dass es keinen Sinn macht. Dann wurde gefragt wieso sie etwas sinnloses tut: Da meinte sie weil ihr das Konsumieren leid geworden ist, sie möchte was anderes machen.

Die berühmte Frage nach dem Sinn des Lebens würde ich so beantworten:
Wäre es "42" dann hat es einen gewissen Wahrheitsgehalt weil es primär gar keinen Sinn braucht, das Leben steht für sich selber ohne einen Sinn zu beanspruchen. Sekundär gesehen darf es dennoch einen Sinn geben, allerdings darf der Sinn nicht über dem Leben als etwas sinnbefreites stehen. D.h. es sollte adaptiv das Leben als dessen Grundlage erweitern. Daher besteht dieser erweiterte Sinn darin Hoffnung zu haben, sie stets nicht zu verlieren, und auf Basis dieser Hoffnung das erstrebenswerte Glück.

hansel
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Beitrag von hansel » 22. Aug 2019 11:23

Uihh,
jetzt sind wir dicht an der Religion (christliche Version): Glaube, Liebe, Hoffnung.

Gerade die Hoffnung war das durchschlagende Erfolgskonzept, das den anderen damaligen Religionen abging.

Xesh
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Beitrag von Xesh » 22. Aug 2019 12:16

Ich weiss nicht was du unter "damalig" verstehst weil der Glaube und die damit verbundenen Religionen sind fast so alt wie die Menschheit. Tatsache ist sogar dass Indien Wissen, das Veda, über Quantenphysik seit tausenden von Jahren hatte beziehungsweise studiert hatte, selbst wenn es mit Planck eine neue Ära einleitete welche zu neuem Verständnis führte.

Siehe auch dieses Zitat, wo es teilweise um die uralte vedische Sicht geht und wo die Zusammenhänge sind:

„Der Laie meint gewöhnlich, wenn er ‚Wirklichkeit‘ sagt, spreche er von etwas Selbstverständlich-Bekanntem; während es mir gerade die wichtigste und überaus schwierige Aufgabe unserer Zeit zu sein scheint, daran zu arbeiten, eine neue Idee der Wirklichkeit auszubauen. Dies ist es auch, was ich meine, wenn ich immer betone, daß Wissenschaft und Religion etwas miteinander zu tun haben ‚müssen‘.“
– Wolfang Pauli, Pionier der Quantenphysik, Nobelpreisträger 1945
Quelle, beziehungsweise Auszug über viele interessante Gedanken: https://armin-risi.ch/Artikel/Wissensch ... physik.php

Diese klare Abtrennung; Wissenschaft, Religion, Esoterik, das gibt es eigentlich nicht, die Grenzen können fliessend sein oder auch miteinander verbunden. Im Sinne einer sehr strikten Ordnung wird hier jedoch allgemein deutlich abgetrennt, beziehungsweise wir versuchen alles zu schubladisieren, auch häufig jeglicher Religion zu entsagen denn sie hat ganz einfach nichts zu bieten, steht noch dem Fortschritt im Wege. Diese Form der Ideologie war in der Menschheitsgeschichte noch nie so präsent wie heute. Wir haben die technisch höchste Entwicklung, welches unseren Glauben an die "wohlbringenden" Technologien maximiert.

Gleichzeitig ist leider festzustellen dass dieser "massive Sprung" unter Zuhilfenahme von unglaublicher Ressourcen-Ausbeutung, Manipulation und Verschmutzung der Erde erfolgte, es also einen hohen Tribut zollte. Mittlerweile ist sich ein Meer von legitimen, d.h. nicht mit Esoterik oder Religion disqualifizierten, Wissenschaftlern einig dass wir die Notbremse ziehen müssen weil es selbstzerstörerisch werden kann. Wir müssen wieder lernen wichtige alte Werte als auch altes Wissen zu erhalten und es in modernerem dem heutigen Stand angepassten Gewand anzupassen. Das ist eine wahre Kunst, die man je länger je mehr gemeinsam bewerkstelligen soll. Kann diese Wende nicht bald wirksam gemacht werden dann können die Prognosen trotz höchster Technologie bedenklich aussehen: Denn die Erde ist noch immer der einzige Planet denn wir haben, an diesem Fakt kann keine Wissenschaft noch Glaube etwas daran rütteln. Wenn sie zu viel Schaden erleiden würde gehen wir unter, ob wir es glauben oder nicht, ob wir es wollen oder nicht.

Insofern begrüsse ich von diesem Standpunkt natürlich die ökologisch sensiblere Lebensweise von Veganern aber auch Vegetarier.

hansel
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Beitrag von hansel » 22. Aug 2019 16:38

Xesh hat geschrieben:
22. Aug 2019 12:16
Ich weiss nicht was du unter "damalig" verstehst weil der Glaube und die damit verbundenen Religionen sind fast so alt wie die Menschheit.
Du erwähntest vorher explizit "Hoffnung" und ich erwiderte, dass Hoffnung den meisten Religionen damals (um die Zeitenwende) abging.
Nicht so bei den Christen: Da gab es Hoffnung für alle (man staune: sogar für Frauen und Sklaven).
Einen solchen glücklichen Zustand in der hiesigen Welt zu erreichen, war vollkommen unrealistisch.
Und das Jenseits war sonst größtenteils grau und trostlos - wenn man als Germane nicht gerade im Kampf als Held fiel.
Im griechisch-römischen Jenseits saßen selbst Helden und edle Könige am Styx rum und langweilten sich.

Xesh
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Beitrag von Xesh » 27. Aug 2019 04:22

Das sind zwar legitime Ansätze jedoch beinhaltet eigentlich nahezu jede durchdachte Religion Hoffnung als etwas sehr zentrales, selbst die heutige Psychologie. Nur war es natürlich so dass die anderen Einflüsse wo Hoffnung ebenfalls sehr zentral war wie z.B. Buddhismus in Europa nicht vorhanden war, denn das Christentum war vom nahen Osten her "übergeschwappt". Also du sprichst jetzt konkret von den europäischen Verhältnissen. Hoffnung hat jedoch auch in der griechischen Mythologie eine zentrale Rolle gespielt, nur hat man sich damals kaum auf das Jenseits fokussiert sondern man war viel stärker im Diesseits verankert. Die Hoffnung dass einem die Götter welche man verehrte im hier und jetzt Segen bringen. Das Jenseits war insofern die Tafelrunde der besonders heldenhaften Leute, hatte abgesehen davon jedoch eine untergeordnete Bedeutung. Das was am Ende beim Christentum wirklich überzeugte war dann doch eher das Gesamtpacket und weil besonders im Mittelalter der Fokus stark beim Jenseits war, da hatte das griechische Diesseits, besonders in den dunklen Anfängen wo es so viel Elend gab, wenig zu bieten.

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