Plastik-Terror

Save the World?
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Vampy
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social plastik

Beitrag von Vampy » 29. Jul 2019 21:45

was genau ist Social Plastic®? Kurz gesagt ist Social Plastic ® Plastikmüll, der in Ländern mit einer unzureichenden Entsorgungs-Infrastruktur von Anwohnern gesammelt und an einer eigens eingerichteten Sammelstelle abgegeben wird.
Erstes ALDI Sammelcenter für Social Plastic ® erfolgreich gestartet

In der Nähe von Manila haben wir gemeinsam mit „Plastic Bank“ unser erstes Sammelcenter errichtet. Das Ziel: In den kommenden zwei Jahren möchten wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort das Ufer des Pasig-Flusses von rund 200 Tonnen Plastik befreien. Dieses soll als „Social Plastic®“ in neuen Produkten wiederverwertet werden, die dann ein zweites Leben erhalten und in unseren Regalen stehen. In den ersten vier Monaten seit der Eröffnung der Sammelstelle konnten die Mitarbeiter und Unterstützer von Plastic Bank bereits 40 Tonnen Plastik sammeln – das sind mehr als 14.000 volle Müllsäcke.
https://blog.aldi-sued.de/social-plastic/

ich hoffe das ist nicht nur greenwashing, hört sich ja erstmal ganz gut an. das aufbereiten dürfte aber ziemlich energieintensiv sein, mal abgesehen von der logistik. von daher keine lösung für alles, aber schonmal besser als nix. henkel macht aber glaub ich tierversuche, von daher für veganer nicht so interessant
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 29. Jul 2019 22:07

Slightly off-topic: Sorry, wenn ich mich jetzt nicht durch die 45 Seiten wühle und das irgendwo schon steht. Aber zu dem ganzen Plastik-Thema habe ich eine große Frage: Ist das nicht viel Bohei um Nix, reine Korinthenkackerei?

Zumindest auf dem Level "Ich nehme jetzt ein Packnetz statt meine paprika in einen Plastikbeutel zu legen", oder "ich zuzzel' mein Cola jetzt durch einen biologisch abbaubaren Grasstrohalm", etc. Kommt mir vor, als würden hier unverhältnismäßig viele Ressourcen auf einen minimalen Effekt konzentriert, verglichen mit anderen Umstellungen (Ernährung, Transport, Reparatur von alten Objekten statt Anschaffung von Neuen, Reduktion von Heizkosten/Isolierung etc.).

Das ganze scheint mir eher sozial motiviert, nach dem Motto: Mit minimalen Umstellungen maximales Umweltbewusstsein nach außen demonstrieren.

Tue ich der Anti-Plastik Bewegung Unrecht?
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Murphy
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Beitrag von Murphy » 29. Jul 2019 22:16

Ja, ich finde, du tust den Leuten unrecht.

Zero Waste ist legit, wenn man es konsequent durchziehen kann. Die Verpackungen müllen ja nicht nur alles zu, sondern erzeugen unnötiges CO². Mach dir auch mal bewusst, wie viel Plastik in deine gelben Säcke geht, obwohl es nur einmal verwendet wurde, um Essen von A nach B zu bringen. Gesehen auf ein Jahr, fünf, oder dein Leben. Jeweils bei Milliarden von Menschen in der ersten Welt. Finds schon heftig.
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 29. Jul 2019 23:53

jo, seh ich auch so. in privathaushalten fällt einiges an, ich merk das an mir. da ist großes potenzial.... und es ist eine sache, vor der eigenen hautür zu kehren. und da geht es auch nicht bloßß um co2, sondern um endliche ressourcen und die entsorgung. bei den meisten ist zero waste ja nur eine von vielen sachen, auf die sie achten; kenn jetzt keinen, der mit dem suv vorfährt und seine paprika ins netz packt und danaben 3 kg fleisch kauft und daheim die heizung schön aufdreht. reparatur von alten sachen bzw. upcycling ist übrigens auch ein großes ding der zero-waste-bewegung
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 31. Jul 2019 13:11

Dass Abfallvermeidung grundsätzlich sinnvoll ist, möchte ich gar nicht in Abrede stellen.

Mir geht es nur um die Relation: Wenn ich jeweils in CO2-Äquivalenten rechne, wieviel gefahrenen km mit meinem Auto entspricht dann ein eingesparter gelber Sack? Ich vermute, es sind nicht besonders viele.

Nochmal, das bedeutet nicht, dass Abfalleinsparung keinen Sinn macht. Ich stehe ja nicht vor der Entscheidung: Fahre ich jetzt lieber mit dem Rad einkaufen, ODER nehme ich das Packnetz mit und nehme das Auto? Oft kann ich ja beides machen, ohne mich ungebührlich zu verausgaben.

Andererseits ist Willenskraft eine begrenzte Ressource, und für größere regelmäßige Umstellungen im Alltag ist manchmal etwas mehr Aufwand nötig. Da fände ich es schon interessant, Anstrengungen bzgl. Abfallvermeidung realistisch einordnen zu können.
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Sabotagehase
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Beitrag von Sabotagehase » 31. Jul 2019 18:10

https://www.heise.de/newsticker/meldung ... 77915.html

wirklich???
ich las woanders dass die das nur aus samen und schalen von anderen früchten machen würden aber...
ich weiß dass heise sehr guter journalismus sein kann, aber die quote an totalem bullshit auch recht groß ist. was meint ihr?

Tortuga
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Beitrag von Tortuga » 31. Jul 2019 18:56

@human vegetable: so grob entspricht eine Plastiktüte einem gefahrenem Kilometer mit dem Auto. Schwankt natürlich je nach Auto und bei der Tüte ist das nur die Co2-Belastung bei der Herstellung.
Also ja, wenn du mit dem Auto zum Einkaufen fährst, ist die Tüte das kleinste Problem - aber nur solange du garantieren kannst, dass sie nicht nach Asien verschifft wird und dort im Meer landet.

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 1. Aug 2019 00:27

Pro Tüte 1 km, ernsthaft? Nicht viel, aber auch nicht nix. Hätte ich nicht gedacht.
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 1. Aug 2019 22:04

autofahren ist halt schon ziemlich scheiße.
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Beitrag von somebody » 1. Aug 2019 22:40

@Sabotagehase

Sabotagehase, bei heise hat ab Ende der 90er Jahre die journalistische Qualität stark nachgelassen. Heute kopieren die oft Pressemitteilungen/Agenturmeldungen bzw recherchieren sehr schlampig bei eigenen Arbeiten.


@Vampy

Vampy, so ist es leider & auch die Ökobilanz des angeblichen Heilsbringers Elektroauto stellt sich sehr negativ dar.
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