"Norm" Kurzfilm [Trigger warning] [englisch]

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Joe KO
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"Norm" Kurzfilm [Trigger warning] [englisch]

Beitrag von Joe KO » 14. Nov 2020 16:18

Trigger warning: Explizite verbale Beschreibung von Gewalt/Vergewaltigung.

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die uli
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Beitrag von die uli » 18. Nov 2020 14:04

Fand ich eine sehr ansprechende Metapher.
Nichts dauert ewig, selbst wenn es ein Leben lang dauert.

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Kim Sun Woo
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Beitrag von Kim Sun Woo » 20. Nov 2020 00:22

kann ich nicht unterschreiben. keine Ahnung, ob das video besonders "wirkungsvoll" ist (kann ja sein).

für mich funktioniert das deshalb schon nicht, weil es sich eben nicht um gänzliche "Übertreibung" handelt. Beispiel: die Szene in der er den laptop rüberschiebt. aber Menschenhandel, Zwangsprostitution/sexuelle Sklaverei, sexuelle Übergriffe um die Opfer zu "brechen" usw. sind eben nichts Imaginäres, sondern existieren in genau dieser Form - auch wenn diese natürlich in unseren Breitengraden strafverfolgt werden.

und bis zur Hälfte oder so hätte man (und zugegebenermaßen habe ich auch anfänglich angenommen, es würde in die Richtung gehen) es tatsächlich als eine bewußt übersteigerte Diskussion zum tatsächlichen Thema "Einvernehmlichkeit" und sexueller Gewalt übernehmen können (und ja, das war vermutlich sogar die Absicht. aber gerade das läßt es für mich durchfallen).

übrigens noch etwas - und vielleicht klickt es da bei mir nur nicht: wenn "rape" die Analogie zu Tiere/Tierprodukte essen ist, was wäre denn dann "consensual sex"? der Sex mit Frauen findet demzufolge ja nach wie vor statt? wäre das dann also nicht genau genommen eher "Fleisch aus Biohaltung" o.ä. anstatt Vegetarismus/Veganismus?
Man hat jeden Tag die Chance die bestmögliche Version von sich selbst zu sein. ♥

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Joe KO
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Beitrag von Joe KO » 21. Nov 2020 10:38

Ich denke, daß es wenig mit Übertreibung zu tun hat. Die Analogie ist in der Argumentation/Rechtfertigung der Täter, nicht in der Tat selbst. Speziesistische Unterschiede (Köperbehaarung, Körperkraft) zw. Täter und Opfer werden als Rechtfertigung benutzt. Ebenso Rückgriffe auf vermeintliche biologische Veranlagungen und Notwendigkeiten (Vergleiche den Hinweis des Vergewaltigers auf Kompatibilität der Geschlechtsorgane mit dem Hinweis der Fleischfresser auf "Reißzähne").

Der "Gute" versucht dann aus dem Täter herauszukitzeln, welche Eigenschaften, dessen Meinung nach, ein Lebewesen haben muss, um einen moralischen Wert zu besitzen. Was unterscheidet die Opfer von Emily, der Nichte des Täters?

Würde ich eine Analogie zwischen einvernehmlichem Sex und Umgang mit Tieren konstruieren wollen, käme mir die Fütterung eines frei lebenden Tieres in den Sinn. :geek:

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