Schwarzfahren - Ursachen, Ersatzfreiheitsstrafen ...

Politische Diskussionen ohne Tierrechtsbezug
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Simsa
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Beitrag von Simsa » 11. Feb 2019 12:32

Einer meiner Dozenten hat im Studium mal gesagt, dass Hartz 4 ungefähr genauso viel ist, um der Unterschicht so viel zu geben, dass sie nicht die Wohnungen der Reichen stürmen.

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 11. Feb 2019 20:51

schwarz hat geschrieben:Für dich aber auf jeden Fall so adäquat, um sie als gute Ratschläge zu verteilen.
what? ich hab nirgendwo gesagt, dass es sinnvoll ist, sich nur noch von spaghetti mit tomatensoße zu ernähren. nur dass es so gemacht wird und man damit halt geld spart
schwarz hat geschrieben:Ich verstehe einfach nicht, warum du seitenweise gegenargumentierst, um dann am Ende auf mehrfache Nachfrage doch zuzugeben, dass das alles so nicht reicht. Was soll das?
Dass es alles so vorgesehen ist, wussten alle Beteiligten auch, bevor du es "erklärt" hast.
Das war alles so überflüssig, zumal da auch jedesmal der Eindruck entsteht (und offenbar nicht nur bei mir), als würdest du denken, das hätte alles so seine Richtigkeit.
Wenn du das nicht so siehst, wieso kommt es dann jedes mal zu solchen Diskussionen mit dir?
nee, einige scheinen das system entweder nicht zu verstehen oder nicht verstehen zu wollen, da wird dann nur pauschal ein "alles doof" losgelassen. mir ging es darum zu erläutern, dass da nicht willkürlich wem irgendwelche kleckerbeträge hingehauen werden, sondern dass sich der gesetzgeber da schon was bei gedacht hat und das in der theorie auch eigentlich ganz sinnvolle regelungen sind.
wenn bei leuten irgendwelche falschen eindrücke entstehen, ist das nicht meine schuld. da muss man halt mal genau lesen und nicht wild ruminterpretieren und bei allem eine böse absicht unterstellen.
die frage ist wohl eher, warum es mit DIR ständig zu solchen diskussionen kommt - die anderen lesen wahrscheinlich genauer und können zwischen sachinformationen und meinung unterscheiden. und haben auf diese ätzende diskussion in noch ätzenderem tonfall wohl auch keinen bock mehr. du bist hier die einzige die hier so tut als würde ich am liebsten die sklavenhaltung wieder einführen.

@sb
die frage ist, wodurch diese einsparungen zustande kamen. da werden teilweise auch gelder umgelagert, zb muss für die unterkunft jetzt die kommune aufkommen, und bei sozialhilfe war hinzuverdienst, der ja effektiv zu einer verringerung des leistungssatzes führt, so bzw in dem umfang nicht vorgesehen. die minijobs kamen ja auch erst später. aber das ist zu lange her, als dass ich das genau wüsste. wollte nur einwerfen, dass einsparung nicht automatisch hat, dass beim leistungsbezieher auch weniger geld ankommt.

ich glaube es führt nicht unbedingt zu einer gerechteren verteilung, wenn man die 40std-woche auf 35 runterkürzt. da stellt der arbeitgeber dann halt einfach noch nen minijobber oder 2 ein um das aufzufangen. teilzeit ist ja jetzt schon möglich, aber halt nicht immer für alle attraktiv.

die ersten 100 euro darf man beim einkommen behalten, danach nur noch nen bruchteil. das meiste sind minijobs, und ich halte es nicht für sinnvoll, die noch weiter künstlich attraktiv zu machen, indem mehr vom lohn behalten werden darf - man sorgt damit dafür, dass derjenige weiterhin keine sozialversicherungspflichtige beschäftigung hat und nicht aus der abhängigkeit von hartzIV rauskommt.
Für die einen die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.

rawtill4
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Beitrag von rawtill4 » 14. Feb 2019 02:22

Simsa hat geschrieben:Einer meiner Dozenten hat im Studium mal gesagt, dass Hartz 4 ungefähr genauso viel ist, um der Unterschicht so viel zu geben, dass sie nicht die Wohnungen der Reichen stürmen.
Woher kommt eigentlich dieser Hass auf "die Reichen" und was bringt er? :?:

Natürlich war ich auch schon neidisch auf andere Menschen, aber doch nicht auf ihren Besitz sondern auf Talente etc. Man kann sich mit Geld doch kein Glück kaufen. Zusätzliches Geld steigert das gefühlte Glück nicht linear. Es ist häufig eine Sättigungskurve. Jemand ist nicht 100 mal glücklicher als sein Nachbar, weil er 100 mal so viel verdient.

Solcher Hass oder Neid bringt doch nichts. Er macht mich nur unglücklich so zu denken/fühlen. Soll ich ernsthaft neidisch sein, weil 90 % der Bevölkerung mehr verdienen als ich?

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Re.Flux85
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Beitrag von Re.Flux85 » 14. Feb 2019 04:00

hass alleine reicht nicht. man braucht schon auch power und/durch organisation sonst bringt das alles nichts :mob:

aber in dem zitat geht es eher darum, dass existenzminimum gerade auf dem niveau zu belassen dass sich der hass nicht in richtung derer entlädt wo es was zu holen gäbe.

wenn man gerade so auskommt und jede panne einer katastrophe gleicht weil man keine rücklagen und sicherungen hat, dann finde ich das schon nachvollziehbar dass man hass entwickelt auf die die im überfluss leben. sollte man da ernsthaft nicht zumindest ärgerlich sein? :?:

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Sabotagehase
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Beitrag von Sabotagehase » 14. Feb 2019 04:13

der "neid" in form von hass auf reiche ist im prinzip kein neues Phänomen, Beispielhaft sind politische Theorien die sich auf den Klassenkampfgedanken stützen.

Und ich muss zugeben, ich kann das verstehen. Ist es wirklich Neid wenn ich sage, dass es mich ankotzt dass sich irgendwelche, ich nenne sie mal "Bonzen" in München eine Innenstadtwohnung leisten können, und ich weiß, dass ich als Student davon nur träumen, bzw mich mit zig anderen um nahezu unbezahlbare WG-Plätze zoffen muss? Wenn ich weiß, dass ich mit meinem Studiengang mir sehr wahrscheinlich NIEMALS eine Innenstadtwohnung in München anmieten kann? Ich finde nicht. Mich macht das nur wütend. Nicht zwingend auf die Menschen, die in reiche familien geboren werden und damit reich sind, sondern auf die, die diese Scheiße akzeptieren und befürworten. (Sorry Vampy aber ich finde eine Hartz-IV-Schuldfrage gehört da iwo auch dazu). DAS ist m.E. das Problem.
Ich denke dass Hass auf konkrete reiche Personen nichts bringt, ich glaube auch nicht dass es irgendwem was bringt Bankern den tod zu wünschen etc. aber kannst dus den Leuten in wirklich prekären Lagen verdenken? Und kannst dus den Leuten die sehen, wie Leute in prekären Lagen stecken verdenken? Ich nicht. Zeugt für mich zwar nicht von weitsicht, bleibt aber nachvollziehbar.


"Neid" klingt für mich immer nach "Dir gehts doch gut also warum beschwerst du dich?"... Ich verhungere nicht, ich kann mir mein Semesterticket leisten (weil ich noch bei meinen Eltern wohne). Bin ich neidisch? Nicht wirklich. Ich bin vermutlich nicht unglücklicher.
Das ändert nichts daran dass die Verteilung von Reichtum global wie regional hochgradig unfair ist. Und es ändert nichts daran dass ich das als nunja... "Mittelklasse-Mensch" auch merke.

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Simsa
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Beitrag von Simsa » 14. Feb 2019 12:25

@ rawtill4: Ich hab ja nicht gesagt, dass ich neidisch bin.
Ich habe eine Wohnung und ein festes Einkommen, mit dem ich in der Lage bin, mir die Wohnung zu leisten. Ich kann mir essen leisten und ab und zu sogar was gönnen.

Das Zitat ist - wie Re.Flux85 - ja schon quasi sagt, so zu interpretieren, dass die Armen (ja, ich sage arm weil das sind sie laut Definition EU auch) genau so viel haben, dass sie halbwegs wohnen und essen können. Denn wenn zu viele nicht mehr wohnen oder essen können, droht ein Aufstand. Also so ein bisschen... Resolution der Kommunarden.

edit: Es geht hier dann also keineswegs auch nur im Ansatz um Neid. Sondern um Überleben.

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 14. Feb 2019 19:02

das zitat besagt wirklich was anderes, aber neid auf die reichen gibt es generell schon. da wird ja immer gefordert, mehr von den millionären zu holen, die ja soooo viel geld haben... was ja grundsätzlich richtig ist, aber wenn das der gehobene mittelstand, der es sich selbst im abbezahlten einfamilienhaus mit nem suv und urlaub auf den malediven gemütlich macht, kommt; denk ich mir halt schon, dass das dann bloß nach oben treten ist. immer sollen die anderen erstmal ran.
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slartibartfaß
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Beitrag von slartibartfaß » 14. Feb 2019 19:53

Das heißt, der gehobene Mittelstand darf das (Steuer-)System nicht kritisieren oder was für eine These steht hinter Deiner Aussage? Leider wird die Kritik und das Klagen der Hartzer (sic!) ja nicht gehört?
Wellen des Paradoxen rollten über das Meer der Kausalität (...) an dieser Stelle gibt die normale Sprache auf, besucht die nächste Kneipe und gießt sich einen hinter die Binde.

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Kim Sun Woo
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Beitrag von Kim Sun Woo » 14. Feb 2019 21:28

Vampy hat geschrieben:[...] denk ich mir halt schon, dass das dann bloß nach oben treten ist.
ist mir allerdings um ein Vielfaches lieber, als das (meiner Wahrnehmung nach deutlich Gängigere) Treten "nach unten".

Vampy hat geschrieben:immer sollen die anderen erstmal ran.
du hast das mal hier im Forum was Schönes zu geschrieben. sinngemäß, wenn ichs halbwegs richtig in Erinnerung habe: "wieviel Verdienst ist "zu viel"? immer einen Hauch mehr als das, was man selbst verdient."
Man hat jeden Tag die Chance die bestmögliche Version von sich selbst zu sein. ♥

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Beitrag von Vampy » 15. Feb 2019 05:47

slartibartfaß hat geschrieben:Das heißt, der gehobene Mittelstand darf das (Steuer-)System nicht kritisieren oder was für eine These steht hinter Deiner Aussage? Leider wird die Kritik und das Klagen der Hartzer (sic!) ja nicht gehört?
doch klar; er sollte sich aber bewusst sein, dass er selbst zu den leuten gehört, die ruhig noch etwas mehr machen könnten.
mir geht dieses "Immer erstmal die anderen" auf den keks. deutschland macht keine umwelt, weil china ist ja viel größer und die sollen erstmal ran. die dieselfahrer sehen nicht ein, zu verzichten, da sollen erstmal die industrie und die ganzen tanker ran, die die luft verpesten. die ladendiebe meinen, die polizei solle sich lieber erstmal um die ganzen kinderschänder kümmern.
immer wird der schwarze peter jmd anderds zugeschoben.

@kim
und man selbst ist auch nie alt - alt sind immer die leute, die 10 jahre älter sind als man selbst ^^
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