Deutscher Bundestag - GroKo & danach

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illith
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Beitrag von illith » 9. Okt 2019 15:36

da hatte ich mich neulich kurz mit meinem Vater drüber unterhalten. der hatte da grade einen interessanten Artikel zum Thema gelesen, der einen guten Punkt gemacht hat:
nämlich dass die Parteien grade völlig überfordert sind. nicht auf die inhaltliche Art und Weise, sondern mit dem, was die WählerInnen wollen.
hab die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber irgendwie sinngemäß so, dass 75% der WählerInnen das Klimapaket viel zu half-assed finden. aber ungefähr genauso viele sich mit Nachdruck zB gegen ein Tempolimit auf dt. Autobahnen von 130km/h aussprechen (was wohl irgendwie eine immense CO2-Einsparung bewirken würde).
eben das altmodische Sprichwort "Wasch mich, aber mach mich nicht nass". bzw (unbewusstes) Virtue Signalling.

weiß nicht, ob wir das hier hatten oder auf FB - aber das ist der Grund, warum ich in der Hinsicht pessimistisch in die Zukunft blicke: wenn sich irgendeine Partei trauen würde, irgendwas auch nur ansatzweise Handfestes in Erwägung zu ziehen, würden die doch vom WählerInnen-Lynchmob mit Mistgabeln aus dem Parlament gejagt werden. vgl. Die Grünen und Veggie-Donnerstag-Überlegung.
jetzt haben sie ja den selbstmörderischen Vorstoß gewagt, das mit dem Tempolimit auf den Tisch zu bringen...
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 9. Okt 2019 18:54

aber die meisten sind doch für ein tempolimit?

was halt auch ein witz ist, ist zb sachen wie pendlerpauschale erhöhen im rahmen eines klimapakets - wie genau soll das bitte gut fürs klima sein, wenn leute mit dem auto zur arbeit fahren?
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Obilan
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Beitrag von Obilan » 9. Okt 2019 19:15

Radfahrer Förderung runter, Pendlerpauschale hoch. Ist doch alles im Sinne der Wirtschaft. Also alles richtig gemacht.
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illith
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Beitrag von illith » 9. Okt 2019 20:05

die Pendlerpauschale gibt's doch unabhängig davon, wie du dir Strecke zurücklegst. oder wurde das geändert?
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 9. Okt 2019 20:21

Pendlerpauschale nutzt fast nur Autofahrern
Im Rahmen des Klimapakets will die Bundesregierung Arbeitnehmer mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale entlasten. Laut eines Berichtes profitieren von dem Vorstoß aber hauptsächlich Autofahrer. Demnach nutzen vier von fünf Fernpendlern das Auto für ihren Weg zur Arbeit.

Von der geplanten Erhöhung der Pendlerpauschale profitieren fast ausschließlich Autofahrer. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Demnach nutzen mehr als vier Fünftel der Fernpendler mit einem Arbeitsweg von mehr als 20 Kilometern einen Pkw. Unter den Pendlern seien die Autofahrer (67,7 Prozent) in der großen Mehrheit. Bei weiten Entfernungen zum Arbeitsplatz steige ihr Anteil stark an. Betrage die Strecke zwischen 25 und 50 Kilometer, führen 84,3 Prozent der Pendler mit dem Auto. Liege der Arbeitsplatz noch weiter entfernt, läge ihr Anteil bei 78,7 Prozent, berichtet das Magazin.

Die dem "Spiegel" vorliegenden Zahlen stammen nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2016 und gehen aus dem Mikrozensus hervor, für den die amtlichen Statistiker Tausende Haushalte befragt hatten.
Grüne üben Kritik an Pendlerpauschale

Die Erhöhung der Pendlerpauschale hatte die große Koalition vergangene Woche im Klimapaket verankert. Im Gegenzug für Bepreisung von CO2, die dem Staat Milliarden Mehreinnahmen bringt, soll unter anderem die Pendlerpauschale steigen. Pro Entfernungskilometer sollen demnach 35 statt 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden können - aber erst ab dem 21. Kilometer und befristet bis Ende 2026. Bei den Grünen stößt der Vorschlag auf Kritik. Gut verdienende Pendler würden steuerlich mehr entlastet als belastet, sagte Grünen-Chef Robert Habeck. "Und sie schafft keinen neuen Bahnhof, keine zusätzliche Zugverbindung, keinen verlässlicheren Takt, um vom ländlichen Raum bequem zur Arbeit zu kommen.

Anhand der Daten, die dem "Spiegel" vorliegen, lasse sich abschätzen, wer von der höheren Entfernungspauschale profitiere: Demnach fahren rund 19 Prozent aller Pendler mehr als 25 Kilometer zur Arbeit. Unterscheide man nach Verkehrsmittel, so fahren 15,7 Prozent aller Pendler mit dem Auto mehr als 25 Kilometer zur Arbeit. Nur 3,3 Prozent fahren mehr als 25 Kilometer mit einem anderen Verkehrsmittel. Der Anteil der Pendler, die die erhöhte Pauschale erhalten würden, läge ein wenig über diesen Werten. Der Mikrozensus stuft die Entfernung aber lediglich mit den Kategorien "10 bis 25 Kilometer" beziehungsweise "25 bis 50 Kilometer" ab. Die Werte sagen also nichts über die Anzahl der Pendler aus, deren Weg zwischen 21 und 24 Kilometer liegt.
https://www.n-tv.de/politik/Pendlerpaus ... 96650.html
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Beitrag von illith » 9. Okt 2019 22:48

dass die davon am meisten profitieren, heißt doch aber nicht, dass es ein extra Anreiz ist, das Auto zu nehmen, oder übersehe ich was?
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Beitrag von Obilan » 10. Okt 2019 04:25

Es ist eine Förderung die hauptsächlich Autofahrern hilft. Man sollte aber den ÖPNV und Radverkehr fördern. Es wird aber nicht ein Bus mehr fahren oder ein Radweg ausgebaut werden wenn man die Pendlerpauschale erhöht.
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Beitrag von Vampy » 10. Okt 2019 06:51

eine gute alternative wäre zb jobtickets oder dauerfahrkarten stark zu bezuschussen. oder die bahn generell billiger zu machen
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 10. Okt 2019 07:40

Vampy hat geschrieben:
10. Okt 2019 06:51
eine gute alternative wäre zb jobtickets oder dauerfahrkarten stark zu bezuschussen. oder die bahn generell billiger zu machen
Naja, die sind doch morgens eh schon knall voll. Noch mehr Leute in die Züge stopfen. :kk:

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Beitrag von Obilan » 10. Okt 2019 08:37

Das Angebot muss selbstverständlich gleichzeitig stark ausgebaut werden.
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