Daily Life in the Age of Coronavirus

Politische Diskussionen ohne Tierrechtsbezug
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Ars
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Beitrag von Ars » 13. Jan 2022 07:56

Die Durchseuchung in diesem Tempo führt doch nur zu einer grossen Gefahr neuer Varianten, die im schlimmsten Fall noch ansteckender, "immuner" gegen die Impfung und mit schwereren Verläufen sind. Wir brüten aktuell die Weiterentwicklung weltweit aus.

Natürlich kann man die Welt nicht in Dauerlockdown versetzen für Jahre. Aber das jetzt so durchlaufen zu lassen ist Wahnsinn. Man sollte doch zumindest versuchen, dass sich möglichst wenig anstecken. Dies, da eine Durchseuchung nicht zu einer Herdenimmunität führt höchstwahrscheinlich, jede Ansteckung ein Risiko auf LongCovid führt und sich nicht alle impfen lassen konnten. Dieses Durchrauschen bietet also am Ende keinen Gewinn, wie "wir haben es hinter uns".
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DAS ist nicht richtig. 13'000 Menschen, meist ohne Maske, an einem Skirennen während jetzt allen Ernstes das ausgebildete Pflegepersonal im Kanton Graubünden "eingezogen" wird. Kurzausschnitt aus Medienmitteilung:

Die Regierung hat beschlossen, dass alle Personen, welche einen Beruf aus dem Pflegebereich erlernt haben, jedoch nicht auf diesem Beruf tätig sind und nicht der Risikogruppe angehören, sich melden müssen.

Im selben Kanton sind alle Skilifte und Tourismusgebiete weiterhin offen. Wir - wenigstens in der Schweiz - haben jegliches Gefühl verloren offensichtlich, was angemessen erscheint und wessen Freiheit wir beschränken. Es wird nur noch auf Schwurbler oder Wirtschaft gehört. Alles Andere?

Mr. Kennedy
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Beitrag von Mr. Kennedy » 13. Jan 2022 11:24

Ars hat geschrieben:
13. Jan 2022 07:56
Die Durchseuchung in diesem Tempo führt doch nur zu einer grossen Gefahr neuer Varianten, die im schlimmsten Fall noch ansteckender, "immuner" gegen die Impfung und mit schwereren Verläufen sind. Wir brüten aktuell die Weiterentwicklung weltweit aus.
Tatsächlich ist es ein bisschen komplizierter. Eine komplett ungebremste Durchseuchung birgt eine relativ geringe Gefahr für das Aufkommen neuer Mutanten, da man neuen Mutanten mit eventuell höherer Virulenz wenig Zeitraum bietet ihren Vorteil ausspielen zu können. Senkt man die Ausbreitungsgeschwindigkeit durch gesellschaftliche Maßnahmen, wie eben einen Lockdown, haben virulentere Mutanten überhaupt erst die Chance sich aufgrund ihres Vorteils gegenüber der Ursprungsmutante durchzusetzen.
Mal angenommen, man hätte die Welle von März 2020 komplett ungebremst durchlaufen lassen, wären alpha, delta und omikron wohl nie zum Zug gekommen, da es während der Welle keinen Selektionsdruck für eine neue Mutante gegeben hätte und nach der Welle, durch die danach weit verbreitete Immunität, nicht mehr genug Wirte um zu mutieren. Ist jetzt natürlich nicht als wirklicher Vorschlag gemeint, die Todeszahlen wären bei dem Szenario natürlich katastrophal gewesen, das dient jetzt nur zur Veranschaulichung der biologischen Grundlagen.

Die höchste Gefahr für die Entstehung von Immunflucht-Mutanten gibt es zB. zu dem Zeitpunkt an dem 50% der Bevölkerung geimpft sind. Denn dann gibt es sowohl eine große Anzahl an Wirten in denen sich eine neue Mutation bilden kann (die Ungeimpften), sowie einen erheblichen Selektionsvorteil für eine solche Mutation, nämlich das Überspringen auf die Geimpften und die damit effektive Verdopplung der potentiellen Wirte.
Ars hat geschrieben:
13. Jan 2022 07:56
Natürlich kann man die Welt nicht in Dauerlockdown versetzen für Jahre. Aber das jetzt so durchlaufen zu lassen ist Wahnsinn. Man sollte doch zumindest versuchen, dass sich möglichst wenig anstecken. Dies, da eine Durchseuchung nicht zu einer Herdenimmunität führt höchstwahrscheinlich, jede Ansteckung ein Risiko auf LongCovid führt und sich nicht alle impfen lassen konnten. Dieses Durchrauschen bietet also am Ende keinen Gewinn, wie "wir haben es hinter uns".
Eine komplette Herdenimmunität im Sinne von "Niemand steckt sich mehr an" ist bei Corona wohl tatsächlich nicht möglich, virale Atemwegserkrankungen sind da so ein bisschen die Achillesferse des Immunsystems, gerade wenn sie so unglaublich virulent sind. Was aber hingegen absolut möglich ist, ist die Entwicklung hin zu Endemie. Bedeutet Corona wird weiterhin zirkulieren, aber die durch die B-Zellen und T-Zellen erworbene Immunität drückt die Gefährlichkeit von Corona auf das Level eines handelsüblichen Schnupfens.
Ars hat geschrieben:
13. Jan 2022 07:56
DAS ist nicht richtig. 13'000 Menschen, meist ohne Maske, an einem Skirennen während jetzt allen Ernstes das ausgebildete Pflegepersonal im Kanton Graubünden "eingezogen" wird. Kurzausschnitt aus Medienmitteilung:

Die Regierung hat beschlossen, dass alle Personen, welche einen Beruf aus dem Pflegebereich erlernt haben, jedoch nicht auf diesem Beruf tätig sind und nicht der Risikogruppe angehören, sich melden müssen.

Im selben Kanton sind alle Skilifte und Tourismusgebiete weiterhin offen. Wir - wenigstens in der Schweiz - haben jegliches Gefühl verloren offensichtlich, was angemessen erscheint und wessen Freiheit wir beschränken. Es wird nur noch auf Schwurbler oder Wirtschaft gehört. Alles Andere?
Da stimme ich dir zu, die Schweiz scheint hier absolut kein vernünftiges Maß gefunden zu haben. Das auf dem Rücken überarbeiteter Pflegekräfte auszutragen, die man dann auch noch quasi unter Zwang "einzieht", um weiterhin Skisport-Events mit tausenden Zuschauern am Laufen zu halten, ist natürlich, gelinde gesagt, pervers.
Dennoch bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass eine moderierte Durchseuchung der einzig sinnvolle Umgang mit Omikron ist.

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Rüsselkäfer
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Beitrag von Rüsselkäfer » 13. Jan 2022 11:27

Unser Kleinster ist anscheinend wieder fit. 👍

80+k Infizierte pro Tag ist ganz schön krass. Zum Glück ist der Verkauf auch bei ungeimpften ein bisschen milder. Aber selbst mit der geringeren Sterblichkeit werden in den nächsten Woche Tausende relativ unnötig sterben.

Durchseuchung ja, ist auch unvermeidlich. Aber mit einer höheren Impfquote würden die Krankhäuser nicht aus den Nähten platzen und die stille Triage z.B. von Krebspatienten würde aufhören.

Und weil es zu viele Schwurbbel-Clans gibt werden wir weiter bremsen, beschränken und testen müssen und am Ende doch nur Zeit gewinnen, aber nicht Covid-Tote vermeiden.

2021 war übrigens Covid die häufigste Todesursache von US-Cops. Von etwa 450 gefallen Polizisten sind 300 an Covid verstorben.
Zuletzt geändert von Rüsselkäfer am 13. Jan 2022 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
Hail Seitan!

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Murphy
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Beitrag von Murphy » 13. Jan 2022 12:58

Rüsselkäfer hat geschrieben:
13. Jan 2022 11:27
Durchseuchung ja, ist auch unvermeidlich. Aber mit einer höheren Impfquote würden die Krankhäuser nicht süß den Nähten platzen und die stille Triage can z.B. von Krebspatienten würde aufhören.
Das macht einen so wütend.

https://www.theguardian.com/commentisfr ... GTUK_email
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mashisouk
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Beitrag von mashisouk » 13. Jan 2022 13:31

Auch wenn sie fehleranfällig ist, darf man trotzdem mal auf die Hospitalisierungsrate schauen. Die liegt heute bei 3,... irgendwas.
Manchmal frag ich mich echt, warum man in der Presse nicht mal was positives liest. Als sei das nicht sexy genug. Nein, es muss immer noch schlimmer, noch gefährlicher sein. Unsere Iso- Station ist geschlossen, insgesamt haben wir fünf Coronas im Haus. Keiner auf Intensiv. Das ist keine Entwarnung, ich bin geimpft, trage Maske und teste mich und meine Brut ohne Unterlass.
Aber ich bin diese mediengemachte Panikmache so satt!
Es geht der Pflege schlecht. Das ist aber schon seit 2003 so. In Krankenhäusern wird immer (!) triagiert, das geht in der Akutversorgung gar nicht anders
Sei ganz du selbst!
Außer du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn

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somebody
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Beitrag von somebody » 14. Jan 2022 11:14

Das GKV Modernisierungsgestz von SPD & Grünen führte ab 2003 zum Qualitätsverfall im dt Gesundheitswesen.
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Akayi
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Beitrag von Akayi » 14. Jan 2022 11:45

Rüsselkäfer hat geschrieben:
13. Jan 2022 11:27
2021 war übrigens Covid die häufigste Todesursache von US-Cops. Von etwa 450 gefallen Polizisten sind 300 an Covid verstorben.
Das interessante ist dass die USA anscheinend tatsächlich solche bescheuerten Statistiken produzieren und alle möglichen Todesursachen als "gefallen" bzw. "in the line of duty" behandelt werden :ugh:
Zuletzt geändert von Akayi am 14. Jan 2022 11:47, insgesamt 1-mal geändert.
recherchiert, was rechtlich so möglich ist

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Akayi
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Beitrag von Akayi » 14. Jan 2022 11:47

doppel
recherchiert, was rechtlich so möglich ist

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slartibartfaß
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Beitrag von slartibartfaß » 14. Jan 2022 13:08

da lob ich mir doch jedes "gefallene Mädchen".
Wellen des Paradoxen rollten über das Meer der Kausalität (...) an dieser Stelle gibt die normale Sprache auf, besucht die nächste Kneipe und gießt sich einen hinter die Binde.


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