Open Chit Chat Politics & Society

Politische Diskussionen ohne Tierrechtsbezug
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somebody
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Beitrag von somebody » 6. Mai 2019 15:49

Hier wird öffentlich über Politik & Gesellschaft diskutiert.

Ich beginne mal.

Sagt mal bitte, was haltet Ihr von Kevin Kühnerts jüngster Kapitalismuskritik & seinen Vergesellschaftungsvorschlägen?

Als provokative Gegenposition zum ungezügelten Kapitalismus nach Vorstellung der Neoliberalen, Konservativen, Plutokraten, Konzerne etc IMO berechtigt, die grundlegenden Probleme würden damit jedoch nicht gelöst. Vielmehr erscheint mir echte sozial & ökologisch orientierte Marktwirtschaft erstrebenswert. Das heißt zB wesentlich höhere Besteuerung hoher Einkommen natürlicher & juristischer Personen, wesentlich stärkere Regulierung der Wirtschaft, konsequente Umweltschutzregelungen, deutlich höhere Mindestlöhne, höhere & zusätzliche Sozialleistungen.

Wie denkt Ihr darüber?
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Akayi
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Beitrag von Akayi » 6. Mai 2019 17:24

Wie kommst Du darauf dass die „grundlegenden Probleme“ nicht durch eine Vergesellschaftung gelöst würden? Das halte ich für eine gewagte Aussage. Schliesslich handelt es sich beim Privatbesitz an Produktivkräften um die Grundlage des Kapitalismus. Alle von Dir genannten Problemen sind hier Ergebnis und nicht Ursache.

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 6. Mai 2019 17:27

ich glaube ja, die in der vergangenheit immer weiter voranschreitende privatisierung war der falsche weg. post, telekom, bahn, wohnungsmarkt... da hat der staat zu viel aus der hand gegeben, und oligopole geschaffen, sodass die marktwirtschaft da nicht nach ihren regeln funktionieren kann. das ergebnis sind ein haufen volltrotteliger unternehmen die die marktmacht innehaben und nur wegen der mangelnden auswahlmöglichkeit bestehen und mehr oder weniger machen können was sie wollen.
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Akayi
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Beitrag von Akayi » 6. Mai 2019 17:30

Na, aber das sind doch Die Regeln der Marktwirtschaft :D Die, die es richtig machen setzen sich am Markt durch. Alle anderen bleiben auf der Strecke.

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somebody
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Beitrag von somebody » 6. Mai 2019 18:03

Akayi, in den Staaten des real existierenden Sozialismus bestanden bekanntlich vielfältige Missstände.

Die schwerwiegenden Missstände im heutigen D lagen in der BRD der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts nicht vor. Ab der Regierung Kohl gings in der BRD bzw in D bergab.
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Beitrag von Akayi » 6. Mai 2019 18:13

Okay, und jetzt bitte noch den Punkt warum diese Probleme - die es deiner Ansicht nach in der BRD nicht gab - nicht durch eine Vergesellschaftung geliebt werden koennen? Angenommen Dir gehört BMW warum solltest du nicht mit den anderen Besitzern/Produzenten dafuer stimmen dass der Mindestlohn abgeschafft wird?

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Beitrag von somebody » 6. Mai 2019 18:32

Akayi, ein idealer sozialistischer Staat ist weit entfernt von den in der Vergangenenheit real existierenden sozialistischen Staaten.

Wie könnten die in den in der Vergangenheit bestehenden real existierenden sozialistischen Staaten aufgetretenen Missstände in etwaigen zukünftigen idealen sozialistischen Staaten verhindert werden?

Ob Parteieliten oder Plutokraten auf Kosten der Menschen der arbeitenden Bevölkerung im Luxus leben, das macht vermutlich aus Perspektive der Menschen der arbeitenden Bevölkerung keinen Unterschied.
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Beitrag von Akayi » 6. Mai 2019 18:45

Dass du hier von “Vergesellschaftung großer Konzerne” zu “Aufbau eines sozialistischen Staates” springst deutet mir an, dass Dir wirklich vernuenftige Argumente fehlen. Stattdessen unterstellst du dem armen Kevin eine ganze Menge. Wieso?

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Beitrag von somebody » 6. Mai 2019 21:08

Akayi, beim besten Willen kann ich keinen Nutzen der Vergesellschaftung von Konzernen, insbesondere von tendenziell einigermaßen sinnvoll agierenden Konzernen wie zB BMW erkennen. Nach derzeit anzuwendenden Gesetzen müssten die Eigentümer angemessen entschädigt werden, das heißt wohl, sie müssten viel Geld erhalten. Entschädigung mit stimmrechtslosen Anteilen, die ich befürworten würde, ist meines Wissens nicht unter Anwendung derzeitigen Rechts möglich.

Insolvente und vor der Insolvenz stehende Unternehmen können hingegen kostengünstiger vergesellschaftet werden. Und dies sollte gegebenenfalls unbedingt geschehen.

Ich unterstelle Kevin nichts. Ich sehe nur keine Möglichkeit den Kapitalismus ohne Umbau zum Sozialismus zu überwinden.

Die von mir im 1ten Posting dieses Threads aufgeführten Maßnahmen erscheinen mir zweckdienlicher zur zeitnahen Behebung der derzeitigen Missstände geeignet. Nach Abwahl der Unionsparteien ließen sich mit einer linken Regierung relativ zeitnah die schwerwiegendsten aktuellen Missstände beheben.
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Curumo
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Beitrag von Curumo » 6. Mai 2019 22:48

Muss Somebody schon in einem Punkt beipflichten: Das hat schon was mit den Aufbau einer Gesellschaft zu tun bzw. mit dem Verständnis davon zu tun. Sozen wie Dem-Sozialisten(Linkspartei) sind bekanntermaßen Reformer. Starker Sozialstaat, verstaatlichte/kollektivierte (Staats)Unternehmen um Arbeitsplätze zu erhalten, staatlich verodnete Löhne/Preise, Tonnagen/Produktionsmenge als Wertmaßstab statt Rentabilität. Mit Überwinden hat das nichts am Hut. Das hatten wir in der eben in der DDR schonmal, nannte sich Staatskapitalismus/sozialistische Marktwirtschaft und war nicht sehr effizient oder sozialistisch(außer dem Namen nach). Mal ein echter Denkansatz: Wer braucht überhaupt BMW? Wozu sollte man dieses Unternehmen unbedingt erhalten? Und diese übermotorisierten, klimaschädlichen und zutiefst kapitalistischen Obere-Mittelklasse-Statussymbol-PKWs die BMW herstellt?

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