"Ich lese gerade"-Bücherthread

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Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 13. Nov 2023 09:50

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Der Begriff Männlichkeit polarisiert. Steht er für physische Kraft, Durchsetzungsvermögen und Führungsanspruch? Oder – zunehmend und nicht nur für Frauen – für Aggression, Gewalt, Machtmissbrauch? Und welchen (unterschwelligen) Einfluss auf das, was unter Männlichkeit verstanden wird, haben Faktoren wie Biografie und Geschlecht, Sozialisation und Lebenssituation? JJ Bola, als Kind aus Kinshasa in der DR Kongo nach London geflohen, stellt ein verkrustetes Verständnis von Männlichkeit mit seinen zahlreichen ungeschriebenen Gesetzen infrage. Er beschreibt, warum ein solches Verständnis vielen Männern als Orientierung für die Akzeptanz unter Peers, in sexueller Hinsicht, beim Sport oder für ihr Selbstbild ebenso naheliegend wie unverzichtbar scheint, sie gleichzeitig aber auch unter Druck setzt. Im Kontrast dazu seziert Bola die toxischen Komponenten einer Männlichkeit, die sich – zumal gegenüber Frauen - über Macht, Anspruch oder Gewalt definiere und sich in der Kriminalstatistik ebenso negativ niederschlage wie in der Selbstmordrate junger Männer. Bola nimmt eine weite Perspektive ein und wirbt für eine Vielfalt von Männlichkeiten: Sie ließen, so sein einladendes Plädoyer, Jungs in Erziehung und Sprache mehr Raum für die eigene Identität und minderten – zum Besten aller – die Last eigener oder gesellschaftlicher Rollenerwartungen.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.

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illith
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Beitrag von illith » 15. Nov 2023 22:33

und, wie is?
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Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 16. Nov 2023 07:43

Zwanghaft positiv und äußerst naiv, an ein deutlich jüngeres Publikum gerichtet. Daher auch keine neuen Erkenntnisse oder weiterführende Einsichten.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.

leila04
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Beitrag von leila04 » 17. Nov 2023 16:49

Ich lese gerade "Die Wut, die bleibt" von Mareike Fallwickl.

Das Buch lese ich nun schon zum zweiten Mal und das mache ich üblicherweise echt selten oder erst nach Jahren, aber es hat mich beim ersten mal Lesen total umgehauen. Ein tolles Buch von einer Frau über Frauen und schwierige Themen, die direkt und ungeschönt thematisiert werden, aber ohne reißerisch oder plump zu wirken. Eine echte Empfehlung von Herzen, auch für jüngere Frauen :heart:

Parallel lese ich "The Goldfinch" von Donna Tartt - eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. :)

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Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 21. Nov 2023 19:30

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Geht die Welt ihrem Ende entgegen? Die Prophetie des Alten und Neuen Testamentes ist der Schlüssel zu den Ereignissen unserer Zeit und der nahen Zukunft. Seit Jahren hat sich der Autor mit diesem Thema beschäftigt und hat dabei die jahrtausendealten Vorhersagen bestätigt gefunden: Das Volk Israel hat wieder einen Staat gebildet, Chaos und Anarchie nehmen überall in der Welt zu, im Norden Israels gibt es eine Macht mit einer riesigen militärischen Maschinerie, im Osten lebt ein Riesenvolk, das jederzeit in der Lage ist, 200 Millionen Soldaten zu mobilisieren. Aber es gibt eine Hoffnung, die trotz Hunger, Erdbeben und Umweltkrise, trotz moralischen und kulturellen Verfalls die drohenden Gewitterwolken am Horizont aufreißt.
Bevor Klaus Gerth Jesus und die Apokalypse für sich entdeckte, machte er sein Krämerdiplom und arbeitete unter anderem als Manager für den Beiersdorf-Konzern. Sein 1981 erstmals im eigenen Verlag veröffentlichtes Buch stellt ein wirres Weltuntergangspamphlet dar, das sich der Propheten des Alten und Neuen Testaments bedient, und deren "Weissagungen" zurechtbiegt, bis es in Gerths anti-kommunistisches und anti-islamisches Weltbild passt. Nebenbei kriegt auch der kurz zuvor erschossene Ex-Beatle John Lennon sein Fett weg, u.a. weil er sich über Bob Dylan in seiner "Born again Christian"-Phase lustig machte (vgl. den Songtext zu "Serve Yourself").
40 Jahre später wirken alle beackerten Themenfelder erstaunlich aktuell, Sorgen macht mir jedoch, dass sich Gerths Argumentation heute aus den markigen Worten vermeintlich aufgeklärter Retter des christlich-jüdischen Abendlandes vernehmen lässt, die eine schamlose Kriegsbereitschaft propagieren. Ich will nicht von Menschen regiert werden, deren Argumente fast deckungsgleich mit denen religiöser Irrer verlaufen.
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Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 24. Nov 2023 12:38

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1941 in Aspen, Colorado. Die 18-jährige Rachel tritt bei den Skimeisterschaften an. Eine Medaille gibt es nicht, dafür ist sie schwanger, als sie in ihre Heimat New Hampshire zurückkehrt. Ihr Sohn Adam wächst in einer unkonventionellen Familie auf, die allen Fragen über die bewegte Vergangenheit ausweicht. Jahre später macht er sich deshalb auf die Suche nach Antworten in Aspen. Im Hotel Jerome, in dem er gezeugt wurde, trifft Adam auf einige Geister. Doch werden sie weder die ersten noch die letzten sein, die er sieht.
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