"Ich lese gerade"-Bücherthread
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- Shub-Niggurath
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die autorin schildert aggressiv, aufmüpfig und mit witz aus eigenen erfahrungen, was ihr zum thema liebe einfällt. sie analysiert nicht nur die beziehungen zwischen mann und frau, sondern das problematische der liebe überhaupt, die zu leicht ausschließlich ist, die besitzansprüche stellt, den anderen überfordert und entpersönlicht. sie greift das thema inzest auf, stellt homosexualität und transvestitentum zur diskussion und warnt vor der erdrückenden elternliebe in unseren ein-kind-familien. ihr buch ist eine provokation, aber auch ein aufruf zur offenheit, zum wahrhaftigen umgang miteinander ohne einengende regeln und tabus und verlangt viel mut.
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- Shub-Niggurath
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Jed Martin ist Künstler. In seinen ersten Arbeiten stellt er Straßenkarten und Satellitenbilder gegenüber, zum Durchbruch verhelfen ihm jedoch Porträts. Einer der Porträtierten: »Michel Houellebecq, Schriftsteller«. Doch dann geschieht ein grausames Verbrechen: ein Doppelmord, verübt auf so bestialische Weise, dass selbst die hartgesottenen Einsatzkräfte schockiert sind. Die Kunst, das Geld, die Arbeit. Die Liebe, das Leben, der Tod: Davon handelt dieser altmeisterliche Roman, der auch hierzulande bereits als literarische Sensation gefeiert wird. Michel Houellebecqs neustes Werk ist ein vollendeter Geniestreich von überraschender Zartheit. Der einstige Agent provocateur erscheint darin gereift und auf so humorvolle Weise melancholisch wie nie. ›Karte und Gebiet‹ wird nicht nur die Freunde Houellebecqs begeistern, sondern auch manchen seiner Feinde.
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›Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.
Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen.
›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein.
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In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Über seine Streitschrift „Desintegriert euch!“ wurde seit dem Erscheinen 2018 viel diskutiert. Beschrieb sie den Status quo des deutschen Selbstverständnisses, entwirft Czollek nun das Modell für eine veränderte Gegenwart: Wie muss sich die Gesellschaft wandeln, damit Menschen gleichermaßen Solidarität erfahren? Welche liebgewonnenen Überzeugungen müssen wir alle dafür aufgeben? Wie kann in einer fragmentierten Welt die gemeinsame Verteidigung der pluralen Demokratie gelingen?
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Könnte eigentlich eine nette Einführung in das Thema sein, doch der Schulbuch-Charme vermiest die Leseerfahrung, über weite Strecken eher öde und oberflächlich. Das ändert sich, wenn die zwei Autoren, ehemalige hochrangige VOX-Nasen, ihrem Dünkel gegenüber der ARD freien Lauf lassen. Plötzlich tritt deutlich zutage, dass Privatfernsehen einzig und allein marktorientierte Gewinnmacherei sein soll, die keinerlei Respekt vor den eigentlichen Sendungen haben darf.Fernsehen ist das Leitmedium der Gegenwart. Es beeinflußt Politik und kulturelles Bewußtsein in hohem Maße. Das Praxishandbuch „Firma Fernsehen“ entschlüsselt das komplexe System hinter den Bildschirmen. Es erklärt die juristischen Feinheiten und betriebswirtschaftlichen Besonderheiten der Organisationen, beschreibt die aktuelle Medienpolitik der Parteien und Konzerne, untersucht das Umfeld des Marktes und der Werbung und betrachtet aus der Perspektive der Macher die verschiedenen Prozesse bei der Programm-Arbeit.
Deshalb verweist man auch immer wieder auf das durch die Adenauer-Regierung forcierte zweite Programm, das später nicht im ZDF aufging, aber doch einige Grundlagen legte, die sich auch das Privatfernsehen zunutze machte: Das als „links“ wahrgenommene Programm der ARD musste unbedingt durch ein konservativeres, weniger elitäres (heidanei, was ist im Fernsehen denn schon bitte elitär?) und biederes Angebot erweitert werden. Im Nahmen der Vielfalt, der Freiheit und des Marktes. Amen.
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Jan Graf Potockis Werk aus dem 19. Jahrhundert ist der wohl am raffiniertesten konstruierte Abenteuer-, Bildungs- und Schauerroman der Weltliteratur. Die an erotischen, phantastischen und komischen Zwischenfällen übervolle Reise des jungen Alfons van Worden durch Spanien ist reizvoll wie ein aufgeklärtes »Decamerone« oder die »Erzählungen aus 1001 Nacht«.
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Texte von Stefano Piselli, Roberto Guidotti, Riccardo Morrocchi.
Sadismus im Kino, von den sadistischsten Filmen bis zu den Filmen, die Marquis de Sade mit seinen Veröffentlichungen inspiriert hat:
L’Age d’or, The Most Dangerous Game, Blood of the Vampire, The Skull, Il Boia Scarlatto, Belle de jour, Se sei vivo spara, Trans-Europ-Express, Justine, De Sade, Eugénie, Femina ridens, La grande bouffe, Ilsa, The Story of Joanna, Salò-Sade, Marquis…
Diese Filmographie enthält mehr als 300 Filme.
Die Ära des Nationalsozialismus erweist sich bis heute als fruchtbares Thema in der internationalen Medienproduktion. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begannen Filmregisseure wie Roberto Rosselini, Luchino Visconti und Gillo Pontecorvo, die psychosexuellen Untiefen der Diktatur auszuloten. Spätestens die 1970er Jahre brachten eine ganze Reihe berühmter Spielfilme zu diesem Thema: von Bernardo Bertolucci, Liliana Cavani und Pier Paolo Pasolini; Werke die noch heute diskutiert werden und den Blick auf die Geschichte nachhaltig prägten und veränderten. Ihr Einfluss reicht bis in die populäre Kultur der jüngsten Zeit. Mit SadicoNazista schuf Marcus Stiglegger eine intensive Analyse über die Macht der Medien, Mythen zu kreieren. Am Beispiel des Films zeigt er auf, wie Geschichte im Prozess der Mediatisierung entpolitisiert werden kann und der mediale Mythos an die Stelle des Dokuments tritt. Dieses „Standardwerk“ (Thomas Koebner) zum Thema wurde 1999 erstmals veröffentlicht und international rezipiert.
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