Gesellschaftlicher Impact von Filmen & Kunst an sich

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Kim Sun Woo
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Beitrag von Kim Sun Woo » 19. Jan 2020 22:17

[offtopic Diskussion gelöscht]
Shub-Niggurath hat geschrieben:
19. Jan 2020 22:03
Und ja: Ich spreche Kunst ab, gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen zu können, gerade weil sie in der Wahrnehmung des Einzelnen lebt und gedeiht.
"persönliche Veränderung" und "gesellschaftliche Bedingungen" sehe ich als direkt miteinander verbandelt.

e.g. sowas wie "Rechte für Frauen" bzw. die Forderung danach entstehen nicht in einem leeren Raum unabhängig vom restlichen (Alltags)Leben.

(deshalb auch der Verweis darauf, daß ich es eben nicht für ein "entweder/oder" halte. also weder, um bei diesem Beispiel zu bleiben: "Musik, Filme, ... haben zur Frauenbewegung geführt" noch "Musik, Filme, ... hatten keinen Einfluß auf die Bildung der Frauenbewegung")
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Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 19. Jan 2020 22:28

Wie hat es Tony Timpone vom Fangoria Magazine so schön ausgedrückt: "Banning horror movies is not gonna make the rape rate drop." Und egal, wie oft ihr "Give Peace a Chance" singt, es werden weiter Kriege geführt. Kunst wird keine gesellschaftliche Veränderung hervorrufen, Kunst ist Ausdruck einer Einzelseele, manchmal im Verbund mit anderen Einzelseelen, viel zu feinstofflich für die groben Bedürfnisse einer breiten Masse.
Diese Erklärung soll auch immer nur dann herhalten, wenn man eine bestimmte Spielart des Ausdrucks diskreditieren will. Sonst könnten die ganzen Zensur-Zampanos ja einfach selbst Kunstwerke schaffen, die die Welt und Gesellschaft in ihrem Sinne verändern. Die Kanäle hätten sie ja.
Keramikvasen geh'n jetzt wieder viel leichter kaputt.

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Beitrag von Kim Sun Woo » 19. Jan 2020 23:42

Shub-Niggurath hat geschrieben:
19. Jan 2020 22:28
Kunst ist Ausdruck einer Einzelseele, manchmal im Verbund mit anderen Einzelseelen, viel zu feinstofflich für die groben Bedürfnisse einer breiten Masse.
das gilt allerdings auch höchstens nur dann, wenn dort kein weiter Kunstbegriff angewendet wird (es gibt ja schließlich unzählige Bücher, Filme oder Lieder, die ganz offensichtlich problemlos die "breite Masse" ansprechen).
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Beitrag von Shub-Niggurath » 19. Jan 2020 23:47

Nein, sie sprechen zu einzelnen Menschen. Und bedeuten für diese auch völlig unterschiedliche Dinge. (Ich setze hier eine Beschäftigung mit Kunst voraus. Ich schließe Menschen, die Musik als Tapete konsumieren oder Filme "zum Abschalten" gucken, grundsätzlich davon aus.)
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Beitrag von Shub-Niggurath » 28. Feb 2020 21:30



:urgh:
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Beitrag von vegabunt » 28. Feb 2020 21:51

Sind solche Texte im heutigen Rap üblich oder die Ausnahme?

Das ist absolut menschenverachtend und entbehrt jeglicher Würde, mit Kunst hat das für mein Dafürhalten rein gar nichts zu tun.

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Beitrag von Shub-Niggurath » 28. Feb 2020 21:56

Nicht? Also Unterhaltung?
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vegabunt
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Beitrag von vegabunt » 28. Feb 2020 22:08

Für manche wohl schon, leider.

Ich sehe es als den Auswuchs einer geistig heruntergekommenen Gesellschaft an, in der die essentiellen Werte, die uns ein friedliches Zusammenleben erst ermöglichen, mehr und mehr abhanden kommen..

Glücklicherweise regt sich auch Widerstand, wie zB. in Form dieses Videos. Ich bin froh, wenn noch mehr aufwachen und solchen menschenverachtenden Schund aktiv ablehnen.

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Beitrag von Shub-Niggurath » 28. Feb 2020 22:15

Für mich ist es vor allem heruntergekommen und das Allerletzte als Gesellschaft für die Probleme zu sorgen und dann empört aufzuschreien, wenn man sie in Unterhaltung und Kunst wieder vorgesetzt bekommt. Die hochverehrte Gesellschaft wäre schon sehr viel weiter, wenn sie sich um diese Probleme in ihrer Welt kümmern würde, anstatt Feldzüge gegen die Imagination kreativer Menschen zu führen.
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Beitrag von Shub-Niggurath » 28. Feb 2020 22:20

Wegen der Form des Videos: Die Zeilen aus dem Kontext reißen, mit bedeutungsschwangerer Miene vortragen und ein wenig emotionalisierten Gruselsoundtrack unterlegen. Mit einem Frauengrüppchen, das in dieser Weise auch nur in Werbeagenturen zusammenkommt: Die Dicke (aber nicht zu dick), die Alte (aber nicht zu alt), die Migrantin (aber nicht zu migrantisch), denn das könnte ja die weißen Mittelschichtsheuchler, deren Geld man dringend braucht, verschrecken.
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