16 jährige Tochter will nicht mehr Vegan leben

Schwangerschaft, Kinder & Familienleben
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Vampy
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Beitrag von Vampy » 12. Nov 2018 20:23

illith hat geschrieben:ja, klingt nach stinknormaler full-frontal Pubertät. :mg:
das wäre sicher genauso gekommen, selbst wenn du deinen Job hingeschmissen hättest, um ganz für deine Kinder da zu sein. ;)
meine mutter war den ganzen tag da und ich hab trotzdem rumgezickt. oder vlt gerade deswegen.
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Lee
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Beitrag von Lee » 12. Nov 2018 20:41

edit: eigentlich hat chestnut das alles viel besser gesagt. In meiner Pubertät gings mir auch so und war vorher auch gläubig... bei mir gabs nicht mal irgendwen gläubigen gegen den ich mich auflehnen hätte können, es war einfach folge eines Denkprozesses, das abzulegen.
Als Kind wäre sogar ICH gerne in die Kirche gegangen aber meine Eltern hatten keinen Bock :D. (hab schon immer gerne gesungen)

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 13. Nov 2018 06:05

Uuuuuh mashi, beim Lesen deines letzten posts merke ich, wie sich mein innerer Teenager gerade in seinem Grabe umdreht - ich fürchte, da wäre ich auch auf die Palme gegangen.

Vorsicht, dass deine Bestrebungen nicht zurückschlagen und darin resultieren, dass deine Tochter nun plötzlich Dinge ablehnt, die ihr eigentlich auch wichtig sind - weil sie das als einziges Mittel sieht, etwas persönliche Distanz zwischen euch zu bringen und ihren inneren Freiraum zu verteidigen, bzw. endlich mal energisch einzufordern.

"If you love somebody, set them free."

Noch ein anderer, systemischer Ansatz: Vielleicht hat deine ältere Tochter als typische Erstgeborene ja auch die Rolle der angepassten "Streberin" fest usurpiert, und deiner jüngeren bleibt da nur der Platz als "Rebellin", um sich deiner elterlichen Aufmerksamkeit zu versichern. Es gibt doch bestimmt auch viele Situationen, wo sich deine jüngere deinen Wünschen gemäß verhält - vielleicht solltest du darauf stärker achten. Ob du es lobend rückmelden solltest, weiß ich nicht - das könnte wie oben beschrieben paradoxe Effekte haben. Aber immerhin würde es dich beruhigen, und du fühltest dich nicht als pädagogische Totalversagerin!
"The greatest obstacle to discovery is not ignorance - it is the illusion of knowledge." - Daniel J. Boorstin

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mashisouk
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Beitrag von mashisouk » 13. Nov 2018 08:03

Ich hab nur eine Tochter, sie gleichzeitig die älteste und jüngste. Aber sie hat noch einen jüngeren Bruder.

Natürlich weiß ich, daß ich das Problem bin. Aber zB die Aufgaben in der Gemeinde (Krippenspiel vorbereiten) haben wir oft zusammengemacht und das fehlt mir so.
Und ich bin so hilflos. Sie erzählt mir durchaus, wenn es ihr nicht gutgeht, wenn sie Schlafstörungen hat, schlechte Träume, Streit in der Klasse, Angst vor dem Tod....
Also, es treiben sie durchaus Sorgen um. Und das tut mir unendlich leid. Sie ist so jung und schlau und hübsch. Und für mich ist es schwierig zu verstehen, daß sie sich bereits über ihre eigene Vergänglichkeit klar ist und daß ihr das Angst macht. chestnut hat sicher recht, sie muß da ihren eigenen Weg finden. Obwohl ich nichts dagegen hätte, wenn sie einfach meinen Weg nimmt.
Und denke ich wieder, sie ist so viel selbstständiger als sie sein sollte. So hat sie vor kurzem den Entschluss gefasst, Psychologie studieren zu wollen. Sie ist in Mathe aber eher mäßig. Also hat sie sich zur Nachhilfe angemeldet. Das ist ziemlich teuer. Um das zu bezahlen hat sie Flyer im Supermarkt und in den Kindergärten aufgehangen und sich als Babysitter angeboten (einen entsprechenden Kurs hat sie im Dezember gemacht). Ich war so beeindruckt. Und habe ihrem VAter gesagt, daß er gefälligst die Nachhilfe bezahlen soll. Er ist nicht geizig, hat sofort eingewillgt. Und meine Tochter? Sagt, daß sei ja super, dann könne sie nämlich das Babysitter-Geld für den Rußlandaustausch verwenden, der im März stattfindet, sie fahre dann 10 Tage mit der Schule nach Rußland!!!!

Ich erinnere mich gut daran, daß ich in ihrem Alter sehr viel ätzender war (ich war die klassische Zweitgeborene, die unbedingt rebellieren musste, nachdem die tolle Erstgeborene die Rolle der perfekten Tochter bereits besetzt hat - bis heute übrigens). Trotzdem machen mir diese schnellen Stimmungswechsel zu schaffen. und überhaupt. Ich will das alles nicht!
Sei ganz du selbst!
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Lee
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Beitrag von Lee » 13. Nov 2018 08:21

Ehrlich gesagt, hört sich deine Tochter total toll an.
Selbstbewusst, zielorientiert, denkt selbstständig ... :), nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, finde du kannst total stolz sein mashi!

Und das Verhältnis scheint sehr gut zu sein wenn sie sich so anvertraut.
Angst vorm Tod und der Nichtexistenz haben viele die nicht an Gott glauben, ich auch.

Meiner Meinung nach ist das auch eine der Hauptfunktionen von Religion... Leuten die Angst vorm Tod zu nehmen. Ich würd aus diesen Grund sogar gern glauben können, geht aber nicht.

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Beitrag von Re.Flux85 » 13. Nov 2018 08:51

das klingt echt beeindruckend! toll! :)

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schwarz
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Beitrag von schwarz » 13. Nov 2018 11:01

Sie ist ja auch ganz toll! :heart:
Es ist kein Anzeichen von seelischer Gesundheit, sich an eine zutiefst gestörte Gesellschaft anpassen zu können.
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Beitrag von somebody » 13. Nov 2018 11:49

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 13. Nov 2018 13:32

sorry mashi, da habe ich deine Familienkonstellation mit dem OP durcheinandergeworfen.

Was du jetzt schreibst, hört sich ganz anders an - läuft doch! Scheint ein klassischer Fall von "halb voll vs. halb leer" zu sein, bzw eher "dreiviertelvoll vs. einviertelleer".
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illith
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Beitrag von illith » 13. Nov 2018 14:14

was die anderen sagen - das klingt echt beeindruckend! (hätte mir in dem Alter nicht passieren können :mg: )
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