o3 für den A...?

Vitamine, Mineralstoffe & sekundäre Pflanzenstoffe
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somebody
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Beitrag von somebody » 7. Nov 2019 11:04

human vegetable, Aussagen von Hrn Dr Klaper würde ich nicht als Referenz ansehen. Hr Dr Klaper warnte vor einigen Jahren auch vor Olivenöl.

Die mir bekannte Datenlage, ich bin etwa auf Infostand Juni dJ, reicht IMO weder für eine allgemeine Warnung noch für eine allgemeine Zufuhrempfehlung für Algenöl an VeganerInnen.

Als Argument für Zufuhr verwendete Studien/Arbeiten sind von den Ergebnissen her nicht eindeutig, zT schwer auf VeganerInnen übertragbar, zT weisen sie methodologische Schwächen auf, zT könnten Interessenkonflikte der Ersteller vorliegen.

Als Argument gegen Zufuhr verwendete Studien/Arbeiten sind von den Ergebnissen her ebenfalls nicht eindeutig, zT schwer auf VeganerInnen übertragbar, zT weisen sie methodologische Schwächen auf.
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 8. Nov 2019 12:58

Danke für die Zusammenfassung, somebody.

(Noch) keine klar belegbare Wirkung/Notwendigkeit, (noch) unzureichend belegter Verdacht auf Nebenwirkungen - unter dem Strich hört sich das für mich an wie "nicht supplementieren, sondern abwarten."
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illith
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Beitrag von illith » 8. Nov 2019 15:26

oder: ein bisschen supplementieren.
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Beitrag von human vegetable » 12. Nov 2019 20:48

Hier ein über mehrere Jahre gehender Thread von Jeff Novick auf dem McDougall Discussion Board über DHA & EPA: https://www.drmcdougall.com/forums/view ... 22&t=45658

Der Thread verlinkt zahlreiche relevante Studien:
- einige bezweifeln die prinzipielle Notwendigkeit der Aufnahme langkettiger o3s, kurzkettige seien ausreichend
- andere bezweifeln die angeblichen Wirkungen langkettiger o3s, der neueste Post geht speziell über Depressionen und Ängstlichkeit

Schiet - wieso habe ich mir bloß auf bulk das TK-Fach damit vollgeladen? Da sind vermutlich noch ein halbes Dutzend Dosen drin... Dass ich pro Dose ein paar Euro gespart habe, hilft jetzt auch nix.
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Beitrag von somebody » 16. Nov 2019 20:45

human vegetable, vielen Dank für den Link.

In der Fettsäurenthematik herrscht leider nach wie vor Unklarheit.

Das beginnt mit der Umwandlung von ALA in DHA/EPA. Sie scheint von Geschlecht, Alter, Laborparametern, Ernährung & anderen Faktoren abzuhängen.
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Beitrag von human vegetable » 16. Nov 2019 21:39

Ich befürchte, an dieser Unklarheit wird sich in absehbarer Zeit auch wenig ändern - sehe nicht, wie etwaige langfristige Effekte von DHA-Mangel bzw. Überangebot durch kurzfristig durchführbare hochqualitative Interventionsstudien geklärt werden sollen. Da bleibt nur, alte epidemiologische Daten in einer Metaanalyse wieder durch den Wolf zu drehen - was wohl kaum zu besonders aussagekräftigen Ergebnissen führt.

Am Einleuchtendsten scheint mir das evolutionäre Argument, dass viele Menschenpopulationen ohne Verzehr von Seefisch, und auch ohne regelmäßige Aufnahme großer ALA-Mengen, gut gelebt haben.
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Beitrag von Vampy » 17. Nov 2019 02:23

haben sie das? deutschland sowie österreich und diverse ander europäischen länder galten früher als jodmangelland, u.a. deswegen wurde ja flächendeckend jodiert bis heute. und da gabs etliche schildrüsen ops wg unterversorgung
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Beitrag von human vegetable » 17. Nov 2019 07:57

Vampy, du hast recht, dass Jodmangel in kontinentalen Regionen ein Problem war, aber das hat nix mit DHA-Mangel zu tun. Mit Algenölkapseln kann man keinem Jodmangel vorbeugen, bzw. seine Schilddrüse boosten.

Unabhängig davon ist die frühere Verbreitung von Jodmangel eventuell ein Grund, die von mir oben angeführte "evolutionäre Sichtweise" in Zweifel zu ziehen. War es in früheren Zeiten doch besser, in Küstennähe zu leben?
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Beitrag von human vegetable » 17. Nov 2019 16:42

Habe mich beim Posten vertan und das hier zunächst in den falschen Thread gestellt:
Neuer clip von Jeff Nelson:
[youtube]https://www.youtube.com/watch?time_cont ... e=emb_logo[/youtube]

Hier beschäftigt er sich mit Dr. Ornishs Studien, bei denen trotz DHA-Gabe ein geringeres Prostatakrebsrisiko festgestellt wurde. Seine Erklärung: Die Heilwirkung von pflanzlicher low fat Kost sei so immens, dass deswegen die Nebenwirkungen schädlicher Supps (nach seiner Darstellung Vitamin E, DHA, Selen, Proteinpulver) nicht ins Gewicht fallen. Für die angebliche Schädlichkeit führt er nochmals Belege aus anderen Studien an, aber soweit ich sehe, nix neues dabei.

Seine Erklärung scheint mir plausibel, aber das allein ist halt kein Beweis. Im Gegenteil, die Ornish Studien zeigen doch eher, dass Veganer vor DHA-Supplementation nichts allzu Schlimmes zu befürchten haben. Schlimmstenfalls fällt die lebensstilbedingte Risikoreduktion etwas geringer aus, aber unter dem Strich stehen sie immer noch besser da als omnivore Normalköstler.
Sphinkter entgegnete:
Interessant, ich konnte aber noch kein Handfestes Argument finden, warum man nicht 30%-40% Fett aus Nüssen, Ölen, Samen essen sollte.
Ganz im Gegenteil.
Meine Replik:
Die Frage, ob Nüsse und Samen auch Teil einer gesundheitsoptimierten pflanzlichen Kost sein sollten, wird ebenfalls kontrovers diskutiert.

Dazu hat Jeff Nelson eine dezidierte Meinung, die er in vielen youtube-clips breittritt: Seiner Ansicht nach gehen die angeblichen Vorteile sämtlich darauf zurück, dass man unter dem Strich Nüsse mit wesentlich schädlicheren tierischen Fettquellen vergleicht (und dazu vielleicht noch mit methodischen Tricks arbeitet, die böse Nusslobby lässt grüßen). Gegenüber einer pflanzlichen low fat Kost ergäben sich aber keine weiteren gesundheitlichen Vorteile. Da Nüsse sehr kalorienreich sind sei es für gewichtsbewusste Menschen aber ohnehin besser, diese zumindest zu reglementieren.

Wenn du sehr viel Zeit hast, zieh dir dazu diese vierteilige Abhandlung rein (link zu Teil 1):
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=IvFHuqI ... e=emb_logo[/youtube]

Hier ein noch aktuelleres Video, in dem er ein neues Testverfahren aufgreift und noch wesentlich radikaler wird - Nüsse schädigen angeblich die Arterienfunktion:
[youtube]https://www.youtube.com/watch?time_cont ... e=emb_logo[/youtube]


Mir ist schon klar, dass dieser Standpunkt definitiv "out there" ist, wenn man von allgemeinen Mainstreamempfehlungen ausgeht, wo selbst pflanzliche Öle als größtenteils positiv gesehen werden. Vor diesem Hintergrund ist abzuwägen, ob man sich mit dieser Außenseitermeinung näher befassen will.
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 21. Nov 2019 00:04

Ja schön, dass Greger DHA empfiehlt...

"Bis wir mehr darüber wissen, empfehle ich, täglich 250 mg schadstofffreie langkettige Omega-3-Fettsäuren auf direktem Wege einzunehmen.'

Greger mausert sich immer mehr zum Fuhrman.

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