EPA/DHA Omega 3

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somebody
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Beitrag von somebody » 20. Mär 2019 07:57

human vegetable, das ist die Seite des Herstellers:
https://www.vegetology.com
Deckte mich dort im Februar mit Opti3Omega & Vitashine für 1 Jahr ein.
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 20. Mär 2019 12:04

Danke, somebody.

Das sollte ich auch bald machen, nach einem No-Deal Brexit fallen evtl. Einfuhrzölle an.
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 20. Mär 2019 21:30

On topic: Wäge gerade ab, ob ich mir wirklich sechs Buddeln kommen lassen soll.

Gegenargumente sind einerseits die Metaanalysen, die keinen gesundheitlichen Nutzen bescheinigen: https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... ichts.html

Und wenn es weniger um körperliche Gesundheit sondern mehr um Stimmung und Psyche geht, sieht es auch nicht toll aus: http://www.ergo-log.com/meta-study-only ... ssant.html

Die Malaise erkennt man in folgendem Diagramm:
Bild

In den oberen, positiven Studien wurden Omega3-Öle mit mehr als 60% EPA verwendet, in den unteren negativen Öle mit unter 60%. Algenöl liegt leider sogar unter 50% EPA.

Vielleicht sollte ich nach mehreren Jahren kontinuierlicher niedriger Ergänzung (1 große Kapsel/d) mal wieder einige Monate aussetzen und mein subjektives Befinden beobachten... zumindest das o3:o6 Ratio stimmt auch ohne supps einigermaßen mit deutlich über 1:6, das sollte die Eigensynthese von langkettigen o3s fördern.

Welchen Reim macht ihr euch auf die kontroverssen Empfehlungen und Studien?
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Beitrag von BodyBuilder » 20. Mär 2019 23:24

human vegetable hat geschrieben:Algenöl liegt leider sogar unter 50% EPA.
"leider"?

Also mein Interesse an Algenöl stützt sich fast ausschließlich auf dessen DHA-Gehalt, EPA interessiert mich dagegen ziemlich wenig. Schließlich nehme Ich das Algenöl weder als Psychodelikum noch als Stimmungsaufheller.

DHA ist für mich einfach ein Baustoff. Ein wichtiger Baustoff.
Das Gehirn und Nervensystem bestehen zu einem großen Teil aus DHA.
Ich möchte sicherstellen, dass es meinem Körper nicht irgendwann plötzlich an diesem wichtigen Baustoff mangelt.
Daher ist für mich eine zwar niedrig dosierte aber dafür stets vorhandene DHA-Zufuhr Bestandteil einer umsichtigen Ernährung.

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 21. Mär 2019 08:56

Bodybuilder, danke für deinen Input.

Deine Einschätzung liegt mit den gängigen Empfehlungen konform, die speziell die Gefahr des DHA-Mangels sehen. Davon sind wir beide als vegane Männer gleich doppelt betroffen, denn nicht nur essen wir keine tierischen DHA-Quellen, zusätzlich läuft die Eigensynthese bei Männern schwächer als bei Frauen. In der Summe führt das dazu, dass vegane Männer im Schnitt einen niedrigeren DHA-Spiegel haben als Normalköstler.

Die Frage ist nur, ob das wirklich so gravierend ist. Auch viele Nicht-Veganer haben niedrige DHA-Spiegel. Wenn wirklich DHA das Problem wäre, sollte dann nicht Supplementation in Form von Fischöl gewisse gesundheitliche Vorteile bringen? Laut mehreren unabhängigen Metastudien tut sie dies nicht, auch keine Verringerung der allgemeinen Mortalitätsrate.

Die alternative These zu einem Mangel aufgrund zu geringem Verzehr/zu ineffizienter Eigensynthese wäre, dass die Eigensynthese einfach nicht hochtouriger läuft, als sie muss, und Männer eben nicht mehr DHA brauchen, als sie herstellen. So argumentiert z. B. Jeff Novick. Evolutionär macht das ebenfalls Sinn - Küstenregionen waren zwar immer beliebte Siedlungsgebiete, aber Menschen waren auch in inländischen Regionen sehr erfolgreich, wo es über Jahrtausende keine Möglichkeit zum Seefischverzehr gab.

Wenn ich die immer noch nicht unerheblichen Kosten von DHA-Supps sehe (zumal bei durchgängiger Anwendung) dann scheint es mir einfach fraglich, ob ich dafür Geld raushauen sollte, wenn es weder eine eindeutige Studienlage dazu gibt, noch ein positives Feedback meines eigenen Körpers, das eine kurzfristige Wirkung nahelegen würde.

Ergänzung zum Thema Psyche: Wenn es wirklich so ist, dass ein hoher EPA-Spiegel für die Stimmung positiv wäre, wie in der obenstehenden Studie angedeutet, dann wären wir als Veganer weniger im Hintertreffen als im Bezug auf DHA. Denn die Eigensynthese von ALA zu EPA läuft soweit ich mich entsinne wesentlich effizienter ab als die zu DHA.

Das heißt, wer auf sein Omega-Ratio achtet, indem er regelmäßig Omega3-Quellen verzehrt und Omega6-Quellen begrenzt, der hat wohl von vorneherein kein EPA-Problem. Insofern stellt sich hier die Frage der Ergänzung nicht genauso dringlich wie bei DHA, normale Lebensmittel tun's auch.
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Beitrag von human vegetable » 1. Apr 2019 09:51

Noch ein Artikel zur Omega 3-Kontroverse: http://www.wholefoodplantbasedrd.com/20 ... lifestyle/

Hier fasst ein Blogger sehr gründlich die Aussagen verschiedener veganer Ernährungsexperten zum Supplementierungsbedarf von DHA zusammen. Beide Seiten werden gegenübergestellt. Auch wenn sich der Blogger letztlich gegen Supplementierung entscheidet, versucht der Artikel nicht, diese Sichtweise als generelle Empfehlung auszugeben. Vielmehr geht es um transparente Information, um sich selbst eine Meinung zu bilden:
My purpose for writing this blog article was NOT to advise anyone on whether to supplement or not to supplement with EPA and DHA. The purpose was to demonstrate that the question is far from settled. I also wanted to provide sufficient information to help readers make an informed decision or to be inspired to gather additional information.
Die Lektüre sollte sich also für Befürworter und Kritiker gleichermaßen lohnen.

Stand der Infos: 2016. Sollte noch einigermaßen aktuell sein - das einzig Neuere, was ich noch mitbekommen habe, war die weitere Metaanalyse zur ausbleibenden Wirkung von Fischölergänzung (s. o.).
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Beitrag von human vegetable » 13. Apr 2019 17:19

So, habe die Algenölkapseln jetzt seit fast einem Monat abgesetzt. Stattdessen habe ich jeden Tag kleine Mengen geschrotete Leinsamen und/oder Leinöl zu mir genommen.

Was hat sich geändert? Meine Haut ist deutlich trockener, an einigen Stellen juckt es, oder es gibt sogar kleine Risse. Jetzt erinnere ich mich, dass ich vor längerer Zeit (bevor ich mit DHA-Kapseln anfing?) damit auch schon Probleme hatte. Ein Zusammenhang scheint mir wahrscheinlich - wäre seltsam, wenn es meine Haut durch den kalten Winter schafft, und wenn der Frühling endlich da ist, dennoch austrocknet.

Außerdem habe ich mehr Probleme mit meiner Verdauung (ich erspare euch TMI). Im ersten Moment fällt es mir schwer, eine theoretische Erklärung für den Zusammenhang mit Algenölverzicht zu finden (evtl. systemische Verringerung von Entzündungsreaktionen?). Aber ich habe alles andere, was mir an Hausmitteln/Umstellungen einfiel, in den letzten Wochen schon probiert - mit wenig bis keinem Effekt. Zum Beispiel gab es in der letzten Woche nur noch Leinöl, um auszuschließen, dass die in den Leinsamen enthaltenen Ballaststoffe der Täter sind. Ich hoffe sehr, dass sich die Verdauungsprobleme nach Abschluss des Experiments bald wieder geben.

Denn nach diesem Monat Abstinenz werde ich jetzt wieder mit dem Kapselschlucken weitermachen, und hoffe sehr, dass sich die oben aufgezählten Probleme innerhalb der nächsten Tage bis Wochen zurückbilden. Wenn das so eintritt, wäre das für mich ein hinreichendes Indiz, ab jetzt nicht mehr am Sinn von DHA-Supplementation zu zweifeln, und brav meine tägliche Kapsel zu schlucken.
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Beitrag von illith » 17. Mai 2019 23:41


^^
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Beitrag von human vegetable » 18. Mai 2019 06:36

Update: Haut wieder ok, Verdauungsprobs leider immer noch da.

Habe mir mittlerweile auch wieder das TK-Fach mit Algenölkapseln vollgemacht - Rabattaktion bei Amazon. Zwischenzeitlich habe ich ein flüssiges Algenölpräparat ausprobiert, das war aber ein Reinfall:
- schlecht zu dosieren
- zweifelhafte Qualität - Klümpchen
- schlechte Bekömmlichkeit - wg. Orangenaroma?

Aus Geizgründen nahm ich bisher immer nur eine statt wie empfohlen zwei Kapseln pro Tag. Die enthaltene DHA-Menge von 300mg/Kapsel entspricht ja den gängigen Empfehlungen, und reichte bei mir auch, um den O3-Index laut Bluttests von 4 auf über 8 zu verdoppeln (laut Laborskala im unteren Optimalbereich).

Trotzdem würde mich interessieren, ob ihr schonmal mit verschiedenen Dosierungen (2 pro Tag; eine alle zwei Tage) experimentiert habt. Erfahrungen, macht das Unterschiede?
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Beitrag von somebody » 18. Mai 2019 22:57

human vegetable, normalerweise nehme ich tgl 4 Stc Opti3Omega. Subjektiv fühle ich mich besser als mit tgl 2 Stc.

Omega 3 Index um 9 - 10 %.

Die relativ hohe Dosierung ist wg meines Asperger-Syndroms theoretisch sinnvoll.


@illith

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