Tierversuche in der Kosmetik - was man tun kann

Kosmetik, Körperpflege & Hygiene
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Vampy
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Tierversuche in der Kosmetik - was man tun kann

Beitrag von Vampy » 22. Feb 2008 15:30

edit: mein post ist nicht mehr wirklich aktuell, für alle Basic Infos und linkliste zu tv-freier Kosmetik empfehle ich diesen Artikel: http://www.kosmetik-vegan.de/erbse/faq- ... industrie/

Ist ein bischen länger und ausführlicher geworden, deswegen hab ich einfach mal nen extra-thread aufgemacht

Grundsätzliches zu Tierversuchen in der Kosmetik:

Seit 1998 sind Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika grundsätzlich verboten.
Tierversuche können aber zur Prüfung von Rohstoffen uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn diese nicht nur in Kosmetika, sondern auch in anderen Produkten verwendet werden. Außerdem können Tierversuche weiterhin im Ausland durchgeführt werden.

Ein Beispiel für einen klassischen Tierversuch ist der Draize-Test.
Hierzu werden den Testtieren (meistens Kaninchen) erheblich konzentrierte Mengen der zu testenden Substanzen in die Augen getropft, die ähnlich empfindlich reagieren wie menschliche Augen. Damit sichergestellt ist, dass sie die Substanzen nicht aus den Augen wischen können, werden die Kaninchen während der Testreihen in Boxen gesperrt, aus denen ihr Kopf ins Freie ragte.

JEDE Chemikalie die mit dem Menschen in Berührung kommt muss im Tierversuch werden bzw. worden sein bevor sie in der EU vermarktet werden darf. Das ist EU-weit gesetzlich vorgeschrieben und geht gar nicht anders, man kann ja schlecht irgendnen Duftstoff kreieren der dann die hautwegätzt.
100% tierversuchsfrei gibt’s also gar nicht. Die einzige Möglichkeit, Tierleid zu verhindern ist daher, auf den Einsatz neuer chemischer Stoffe zu verzichten und stattdessen auf bekannte und bewährte Rohstoffe zurückzugreifen.

Was immer noch das geringste Übel ist, sind meiner Meinung nach die mit dem vom Tierschutzbund ausgezeichneten „tierversuchsfrei“-Label (das Logo ist ein niedliches Kaninchen), das garantiert, dass für das Produkt seit 1979 keine Tierversuche gemacht wurden. Die Richtlinien sind weilweit im Vergleich mit anderen labels die strengsten:
Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes
Alle in der Kosmetik-Positivliste genannten Kosmetikhersteller haben die Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes in vollem Umfang erfüllt. Das bedeutet:

1) Abgabe einer rechtsverbindlichen Erklärung, dass

a) keine Tierversuche für Entwicklung und Herstellung der Endprodukte durchgeführt werden,

b) keine Rohstoffe verarbeitet werden, die nach dem 1.1.1979 im Tierversuch getestet wurden. Hierbei ist ausschlaggebend, dass die Substanzen vor dem 1.1.1979 auf dem Markt waren - unabhängig davon, ob sie vor diesem Zeitpunkt im Tierversuch getestet wurden. Substanzen, die nach diesem Zeitpunkt auf den Markt kamen, dürfen nicht im Tierversuch getestet worden sein. Allerdings können weder wir noch die in der Positivliste aufgeführten Hersteller verhindern, dass eine synthetische Substanz, die vor dem 1.1.1979 bereits auf dem Markt war, oder ein natürlicher oder essbarer Rohstoff später noch, nach dem Stichtag 1.1.1979, von Dritten im Tierversuch getestet wurde und wird. Sofern sie mit dem betreffenden Unternehmen in keiner Verbindung stehen, ist es den in der Positivliste aufgeführten Herstellern daher gestattet, die betreffende Substanz auch weiterhin zu verwenden,

c) keine Rohstoffe Verwendung finden, deren Gewinnung mit Tierquälerei (z.B. Bärengalle) oder Ausrottung (z.B. Moschus, Schildkrötenöl) verbunden ist oder für die Tiere eigens getötet wurden (z.B. Cochenille, Seidenpulver). Rohstoffe, die von toten Tieren gewonnen werden, dürfen nicht verwendet werden (Firmen, die mit * gekennzeichnet sind, erfüllen derzeit noch nicht diese Richtlinienänderung). Rohstoffe von lebenden Tieren (z. B. Milch, Eigelb, Lanolin, Bienenwachs, Honig usw.) sollen bevorzugt aus ökologischer Tierhaltung entsprechend der EG-Bioverordnung stammen,

d) keine wirtschaftliche Abhängigkeit zu anderen Firmen besteht, die Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben (z.B. Pharmaindustrie).

2) Abgabe einer detaillierten Rohstoffliste mit Lieferantenangabe.

3) Vollständige Angabe der Inhaltsstoffe aller Produkte auf der jeweiligen Verpackung oder in den Katalogen.

4) Sollte ein Hersteller bewusst falsche Angaben machen, so droht ihm eine Vertragsstrafe bis zu 10.000 Euro.
http://www.tierschutzbund.de/00754.html
Die Liste für die Hersteller/Shops kann man sich da auch runterladen. Viel der Shops sind komplett vegan oder kennzeichnen zumindest ob ihre Produkte vegan sind (sind die meisten).
Außerdem haben viele einen eigenen online-shop, der größte ist wohl http://www.giraffenland.de (da bestell ich immer), ansonsten gibt es zb. noch http://www.naturelle-kosmetik.de
Porto kostet nicht die Welt (ca. 4 euro) und ab ca. 50euro wird auch oft versandkostenfrei geliefert.
Die Produkte an sich sind halt teurer als aldi, aber wenn man sie mal mit naturkosmetik vergleicht doch im normalbereich. Von der Qualität war ich bisher eigentlich ganz zufrieden, außerdem kann man sich bei den verwendeten Zutaten ziemlich sicher sein dass da nicht morgen rauskommt dass die krebserregend/fruchtschädigend o.ä. sind, weil sie eben „bekannt und bewährt“.


Andere Alternativen:

- Es gibt auch noch andere Labels die „Tierversuchsfreiheit“ garantieren, die sind aber wie gesagt bei weitem nicht zu streng. Es gibt glaube ich noch ein Naturkosmetik-label, danach dürfen in den letzten 10 Jahren keine Tierversuche durchgeführt werden, außerdem ist die Liste der zugelassenen Chemikalien beschränkt.

- Produkte kaufen, die schon lange auf dem Markt sind und deren Rezeptur lange nicht mehr geändert wird und die dementsprechend keine neuen Tests erfordern, meistens heißen die dann „classic“, also zb die normale nivea-creme, head&shoulders „classic“, neutrales Hennapulver usw.
Wenn hingegen auf nem Produkt draufsteht „neue Rezeptur“, „noch länger anhaltend“ usw. dann wird da aller Wahrscheinlichkeit ein niegelnagelneu getesteter, gerade erst entwickelter Rohstoff drin sein.

- Kosmetik selber herstellen
Es gibt viele Seiten, Zeitschriften und Bücher wo man Anleitungen bekommt wie man sich Cremes&co selbst herstellen kann. So viel braucht man dazu gar nicht; für eine Haarkur kann man zb. einfach Olivenöl in die Haarspitzen massieren, eine Gesichtsmaske kann man sich leicht mit Teebaumöl, Mandelkleie und nem Schuss Zitronensaft selbst anrühren. ein paar vegane rezepte: http://de.veganwiki.org/schoenheit

- auf Zusätze wie „frei von Dufststoffen/frei von Konservierungsstoffen“ achten, je kürzer die Liste der Zusatzstoffe, desto weniger Tierversuche mussten auch durchgeführt werden.

- weniger Kosmetik konsumieren – klar braucht man jeden Tag Seife&Shampoo, aber zb. Enthaarungscreme kann man sich sparen und stattdessen Epilieren/Rasieren und Nagellack blättert nach nem halben Tag wieder ab, das lohnt eh net :-P

- wenigstens nix von Procter&Gamble (Marke „oil of olaz“) kaufen, die sind dafür bekannt Tierversuche in großem Stil zu machen (http://de.wikipedia.org/wiki/Procter_&_Gamble#Kritik)


Wg bodyshop:
Also erstens mal wurde der vor ein paar Jahren von L’oréal gekauft, allein das ist schon ein Grund für mich den nicht zu betreten.
Link dazu: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/292099
Wie gesagt, „tierversuchsfrei“ ist als Bezeichnung nicht geschützt, es ist also nicht klar definiert was das genau heißt, und jeder kann den Begriff auf seine Produkte schreiben, sofern ihn nicht ein anderer wegen „Verzerrung des Wettbewerbs“ verklagt.
Bei bodyshop bedeutet der Aufdruck, dass das Produkt seit 1990 nicht im Tierversuch getestet wurde. (Quelle: http://vegetarisch-einkaufen.de/Kzng/KosmTx/kosmtx.html ) Da kann ich auch gleich Nivea-creme kaufen, da wurde die Rezeptur auch seit 15 jahren nicht mehr verändert. Außerdem kontrolliert die ja keiner bzw. so eine Erklärung ist absolut nicht rechtsverbindlich…
Aber natürlich ist body shop immer noch die bessere alternative zu irgendwelchen drogerien; die haben ja auch fair trade und bemühen sich einigermaßen umweltschonend zu produzieren.

Dm:
Dm schreibt zwar auf http://www.dm-drogeriemarkt.de/dmDHomep ... emein.html
„dm versichert Ihnen, dass weder bei der Entwicklung noch bei der Produktion unserer dm-Qualitätsmarken Tierversuche durchgeführt wurden oder werden. Dasselbe gilt für unsere Vorlieferanten. Für die dm-Produktentwicklung führen unabhängige Institute und Hautkliniken Tests an freiwilligen Versuchspersonen durch. Die so gewonnenen Ergebnisse sind aussagekräftiger als die Ergebnisse von Tierversuchen.“

wirklich was aussagen tut das allerdings nicht, so wie das formuliert ist bleibt DM ja weiterhin die Möglichkeit, Stoffe einzukaufen die frisch getestet auf dem Markt erscheinen.
Außerdem heißt „es werden keine Tierversuche von uns durchgeführt“ noch lange nicht dass DM nicht vielleicht Tierversuche woanders in Auftrag gibt bzw. auf Ergebnisse von anderen Herstellern zurückgreift.
Mal abgesehen davon dass das ne unverbindliche Aussage ist und in keiner Weise kontrolliert wird. Und dass sie das kosmetische Endprodukt (zb. Lippenstifte, Shampoo, Puder) nicht mehr am Tier testen ist auch ne larifari-Aussage, das ist nämlich seit 2003 innerhalb der EU sowieso verboten.


Die Infos hab ich hauptsächlich von der Seite vom Tierschutzbund, da gibt’s ne echt lesenswerte Broschüre zum Thema die man sich runterladen kann (Link ist oben)
Weitere Infos:
http://de.wikipedia.org/wiki/Tierversuche
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/i.php4?Lang=de
http://www.datenbank-tierversuche.de/

nochmal zur Ergänzung, weil ja oft behauptet wird, TV für die Kosmetik wären ja eh verboten:
Tests von kosmetischen Endprodukten im Tierversuch sind in Deutschland bereits seit 1998, in der EU seit 2004 verboten. Das Problem: Viel häufiger als Endprodukte wurden und werden Inhaltsstoffe getestet, was auch nach den Verboten weiterhin möglich war und zudem vielfach außerhalb Europas praktiziert wurde. Das Vermarktungsverbot in allen EU-Mitgliedsländern schiebt zumindest dem nun einen Riegel vor.

Allerdings gilt es nur für Substanzen, die ausschließlich zur Produktion von Kosmetika bestimmt sind. Das sind nach Informationen von "Menschen für Tierrechte" lediglich etwa zehn Prozent. 90 Prozent der Inhaltsstoffe von Cremes, Lippenstiften und anderen Produkten würden auch in anderen Bereichen verwendet, etwa in der Industrie: "Für diese gilt nach wie vor, dass Tierversuche so lange gemacht werden dürfen, bis entsprechende Ersatzverfahren vorhanden sind", so Vereinssprecherin Stephanie Elsner.
http://www.shz.de/schleswig-holstein/ar ... labor.html
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Beitrag von tfp* » 23. Feb 2008 14:47

gutdas ich eh keine verwende.

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Beitrag von Vampy » 23. Feb 2008 14:59

du benutzt nie seife? :?:
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Beitrag von tfp* » 23. Feb 2008 15:02

mh...nur shampoo und duschgel. okay, dachte das sind alltagsgegenstände und keine kosmetik.

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Beitrag von SxEric » 23. Feb 2008 15:04

gibt doch genug tierversuchsfreie kosmetik.. sante zum beispiel..
i'll be back...

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Beitrag von Vampy » 23. Feb 2008 15:07

ich gebs auf
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Beitrag von SxEric » 23. Feb 2008 15:09

würden mehr frauen auf ihre natürliche schönheit setzen, bräuchte mensch auch keine tierversuche für beispielsweise schminke durchführen.. ;)
i'll be back...

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Beitrag von tfp* » 23. Feb 2008 15:10

nee, okay, ich habs verstanden...
hm...also kenn mensch nicht sicher davon ausgehen, dass dm-produkte wirklich 100%-versuchsfrei sind ja? shit!
gut...wo krieg ich denn 100%ige sachen her??? in normalen läden?

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Beitrag von Vampy » 23. Feb 2008 15:15

also ich bin ja eigentlich echt ne nette; aber jetzt reichts. bist du wirklich so Edit??? LIES DIR MEINEN EINGANGSBEITRAG DURCH; DA STEHT DAS!!!

Edit: ach kommt schon. Bitte keine Beleidigungen. Gruß Gary
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Beitrag von tfp* » 23. Feb 2008 15:18

nein, du bist keine nette. wenn dir so schnell der kragen platzt. ***



*** edit: etwas dummes wieder weg gemacht.
Zuletzt geändert von tfp* am 23. Feb 2008 15:39, insgesamt 1-mal geändert.

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