Arthrose und Ernährung

StephanK
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Arthrose und Ernährung

Beitrag von StephanK » 8. Jun 2020 18:12

Ich habe im rechten Bein Arthrose in Hüfte + Knie.

Dieses Jahr wurde es stetig immer schlimmer, immer mehr Schmerzen. Phasenweise ging es gut, gab Tage, wo es auch extrem war.
Auf einer Skala von 1 - 10 hatte ich immer so zwischen 7 und 8 Schmerzen.
Schmerztabletten waren der Dauerbegleiter, wo ich aber irgendwie kein Bock mehr drauf hatte.

Irgendwann hab ich einen Beitrag Arthrose und Ernährung gelesen und fing an mich damit zu beschäftigen.
Das ganze zuckerlastige (angefangen von Schokolade bis zum Kuchen) hab ich vorher schon zurückgefahren.

Grundsätzlich bei Arthrose (hätte - hätte Fahrradkette) Gewicht reduzieren, Ernährung umstellen, deutlich mehr Bewegung.

Der Auslöser für die Schmerzen sind so genannte Arachidonsäuren in Lebensmitteln und der normale Haushaltszucker (sowie zuckerreiche Obst / Gemüsesorten).

Vermieden werden sollte Weizenprodukte, auch Pommes und ähnliches. Alles an Süßigkeiten, gezuckerte Obstsorten, Gemüsemischungen mit Sahne, Schweineprodukte generell, Mayonnaise, fertige Fruchtsäfte, Milchmixgetränke, gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Fruchtjoghurt und ähnliches.
Ich habe dazu noch den Kaffee abgesetzt.

In Schweineprodukten ist z.B. sehr viel Arachidonsäure drin.
Anfangs habe ich die Ernährung auf Pute, Rind und bestimmte Fischsorten umgestellt, dazu viel Gemüse und Obst (30% Tier, 70% pflanzliches).
Die Schmerzen wurden zwar etwas besser aber auf einer Skala von 1 - 10 waren es immer noch eine 4 -5.

Dann hab ich Ostern ungefähr auf vegan umgestellt, einmal eine komplett grüne Woche gemacht, die Schmerzen sind auf 0 - 1.
Mittlerweile habe ich komplett schmerzfreie Tage, was überwiegt. Die Schmerztabletten hab ich weggeräumt.

Als natürliches Schmerzmittel nehme ich jetzt gerne Ingwer als Tee oder im Salat.
Dann oft eine Gewürzmischung aus Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma und Muskat.

Wenn ich mit dem bisherigen Fleisch und zuckerhaltigen Konsum so weitergemacht hätte, hätte ich früher oder später (eher früher) ne OP gehabt, sprich einen neuen Knochen.
Da die Dinger ja auch nur eine begrenzte Haltbarkeit von 10 - 15 Jahren haben, wären es mind. 2 oder 3 geworden, nein danke.

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illith
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Beitrag von illith » 9. Jun 2020 00:57

das ist echt krass oO

aber ich komm bei den ganzen Gelenkserkrankungen immer durcheinander. war nicht Arthritis das entzündliche und Arthrose mehr Abnutzung?

von Somebody würde mich nochmal das hier interessieren:
somebody hat geschrieben:
8. Jun 2020 17:20
illith, die Empfehlung stammt aus einer Risikobewertung der US Landwirtschaftsbehörde. Die Bedenken richteten sich gegen westliche hochverarbeitete Sojaprodukte.
das muss doch irgendwie genauer spezifiziert sein, WAS bzw. warum da problematisch oder schädlich sein soll?
und wenn hochverarbeitete Sojaprodukte da kritisiert werden, erscheint mir das nicht übertragbar auf moderat-, gering- oder unverarbeitete Sojaprodukte wie Edamame, Tempeh, Tofu, Sojamilch & Co?
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 9. Jun 2020 05:31

StephanK, Gratulation zur gelungenen Selbsttherapie!
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Beitrag von StephanK » 9. Jun 2020 09:07

illith hat geschrieben:
9. Jun 2020 00:57
das ist echt krass oO

aber ich komm bei den ganzen Gelenkserkrankungen immer durcheinander. war nicht Arthritis das entzündliche und Arthrose mehr Abnutzung?
Arthrose ist Gelenkverschleiß, eine degenerative Gelenkerkrankung, auch hier kann es zu Entzündungen kommen.
Belastungsschmerzen entstehen wenn das Gelenk zur Ruhe kommt und aufgrund dessen mehr geschont wird.

Eine Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung: Sie kann zum Beispiel durch Bakterien oder Grunderkrankungen wie Rheuma, Schuppenflechte (Psoriasis) oder Gicht ausgelöst werden.
Bei mir ist es eindeutig Arthrose, auch auf den Röntgenbildern zu sehen - als Laie brauch ich ne Weile um das zu sehen.
von Somebody würde mich nochmal das hier interessieren:
somebody hat geschrieben:
8. Jun 2020 17:20
illith, die Empfehlung stammt aus einer Risikobewertung der US Landwirtschaftsbehörde. Die Bedenken richteten sich gegen westliche hochverarbeitete Sojaprodukte.
das muss doch irgendwie genauer spezifiziert sein, WAS bzw. warum da problematisch oder schädlich sein soll?
und wenn hochverarbeitete Sojaprodukte da kritisiert werden, erscheint mir das nicht übertragbar auf moderat-, gering- oder unverarbeitete Sojaprodukte wie Edamame, Tempeh, Tofu, Sojamilch & Co?
Da gehe ich nochmal auf Recherche, das interessiert mich auch.

Als ich vom Arzt die Antwort bekam; - damit müssen Sie leben oder neue Gelenke - hab ich mir meinen Teil gedacht, das kann doch nicht alles sein. Vom Thema richtige Ernährung kein Wort.
Wie gesagt, neue Gelenke da würde ich mind. 2 noch in meinem Leben "verheizen" und ob das gut geht ist nochmal extra ein Thema - ich kenne hier beide Seiten.

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illith
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Beitrag von illith » 9. Jun 2020 09:18

meine Schwägerin ist Heilpraktikerin, was man sehen kann, wie man will - aber die hat auch bei PatientInnen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen eine hohe Erfolgsquote mit Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung.

danke btw für die Erklärung.^^
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Beitrag von somebody » 9. Jun 2020 09:23

Wg der Sojafrage recherchiere ich heute.
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Beitrag von StephanK » 9. Jun 2020 12:19

illith hat geschrieben:
9. Jun 2020 09:18
meine Schwägerin ist Heilpraktikerin, was man sehen kann, wie man will - aber die hat auch bei PatientInnen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen eine hohe Erfolgsquote mit Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung.

danke btw für die Erklärung.^^
Gerne,
Wenn ich von diesen Erfolgen jemanden mit Schmerzen egal welcher Art erzähle, werde ich ungläubig angeschaut oder bekomme solche Sprüche - auf Fleisch will ich nicht verzichten.

Fleisch, der ethische Aspekt kommt jetzt bei mir auch noch dazu.

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Beitrag von vegabunt » 9. Jun 2020 16:08

Hey, das freut mich so zu lesen, dass dir mit der neuen Ernährung gelungen ist fast beschwerdefrei zu leben, Stephan! :up:
(hatte ebenfalls viele gesundheitliche Erfolge zu feiern in relativ kurzer Zeit)
StephanK hat geschrieben:
9. Jun 2020 12:19
Wenn ich von diesen Erfolgen jemanden mit Schmerzen egal welcher Art erzähle, werde ich ungläubig angeschaut oder bekomme solche Sprüche - auf Fleisch will ich nicht verzichten.
Dann ist der Leidensdruck noch nicht gross genug, oder eben, wie ich feststellte, der Unglaube an die positiven Auswirkungen viel zu gross, es auch nur mal für 1-2 Monate auszuprobieren.
Selbst die Idee, nur noch einmal pro Woche Fleisch zu essen und Milchprodukte ganz zu streichen, kommt manchen als "viel zu krass" vor. Wir alle wissen hier, es ist eigentlich krasser, es nicht zu versuchen.

StephanK
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Beitrag von StephanK » 9. Jun 2020 16:33

Was ich manchmal auch denke, das viele Angst (?) haben, mit vegan nicht satt zu werden.
An dem Resultat Fleisch / Zucker arbeite ich jetzt auch - etwas Übergewicht, bin da aber auf einem gutem Weg, 2 - 3 kg will ich noch, dann ist optimal.

Milch; mir schmeckt der Mandeldrink deutlich besser wie die normale Milch.

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Beitrag von Vampy » 9. Jun 2020 16:56

ich glaube es ist einfach bequemlichkeit und genuss. jede umstellung ist erstmal arbeit und anstrengend. und die leute haben nicht aufm schirm was alles vegan ist- wenn sie merken, dass spaghetti mit tomatensoße oder pommes mit ketchup vegan sind, und nicht bloß salat und sprossen, wirds schon einfacher. mittlerweile muss man ja nicht mal mehr auf eiscreme, schokolade, kekse und pizza verzichten, sondern kann sich im normalen supermarkt damit eindecken

wie genau sieht deine ernährung denn aus? welches und wie viel obst isst du? und was genau heißt bei dir "zuckerfrei"?
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