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Allgemeine Fragen & Diskussionen zum Veganismus
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 9. Okt 2019 07:59

Sphinkter, ich stimme zu, dass ethische und ökologische Argumente überzeugender und nachhaltiger sind als gesundheitliche.

Nur hat sich der Ansatz der Abschreckung schon bei der Drogenprävention als wenig effektiv erwiesen - trotz der Ekelbilder auf Zigarettenpackungen wird z. B. weiter geraucht. Ich fürchte, wenn Allesesser solchen Bildern ausgesetzt werden, verstärkt das schon bestehende Verdrängungsmechanismen in vielen Fällen eher noch. Mag sein, dass es bei dir gewirkt hat - aber da bist du die Ausnahme, nicht die Regel. Vermutlich warst du an einem Punkt, wo du innerlich für die Umstellung einfach bereit warst (sonst hättest du dir den Film gar nicht angesehen).

Erfolgversprechender finde ich einen positiven Ansatz, der bei Werten wie Mitgefühl, Tierliebe, Umweltbewusstsein, soziale Gerechtigkeit und Solidarität etc. beginnt und dann aufzeigt, wie Veganismus dazu einen wertvollen Beitrag leisten kann.

RoadofBones, danke für den link. Wird angeschaut!
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illith
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Beitrag von illith » 9. Okt 2019 16:46

HV, bei den abschreckenden Zigaretten-Bildern geht's doch, denke ich, weniger um Bestandskunden, als um die Abschreckung vom Nachwuchs - und die Zahlen sind mW seit Jahren rückläufig...
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 9. Okt 2019 20:34

Dass Rauchen unter Jugendlichen unpopulärer wird, stimmt natürlich - ich glaube aber kaum, dass das an den Bildchen liegt.

Im Gegenteil - habe mal gelesen, dass auf Abschreckung basierende Drogenpräventionsprogramme paradoxerweise die Anfälligkeit sogar erhöhen können.

Habe generell den Eindruck, dass im Moment substanzgebundene Süchte im Abnehmen begriffen sind, und sogenannte "Verhaltenssüchte" (Medienabhängigkeit, Essstörungen, Zwangsstörungen usw.) zunehmen.

Aber das ist ein anderes Thema.

Drohen/Abschrecken scheint mir generell nicht die beste Strategie, wenn man Menschen zur Verhaltensänderung motivieren will. Auch, weil es massive negative Gefühle erzeugt, und das bringt Leute dazu, lieber weg- als hinzuschauen (auch im übertragenen Sinne), weil sie sich solcher Seelenpein nicht freiwillig aussetzen wollen.

Veganismus derart negativ zu konnotieren und zu positionieren scheint mir nicht hilfreich - vor allem, weil es ja massig Möglichkeiten gäbe, positive Verbindungen aufzuzeigen (z. B. vegane Sportler in den Blickpunkt rücken, statt omnivorer Herzinfarkt-Patienten - finde ich vom Blickwinkel her völlig ok, nur ist das Thema Gesundheit aus den vorher getätigten Einwürfen halt nur ein Teil der Geschichte, und nicht der wichtigste).

Ebenso kann man zeigen, wie nah Tiere an unserem zumindest emotionalen Erleben dran sind, dass sie uns viel ähnlicher sind, als wir gemeinhin wahrnehmen (wollen). Zum Glück wird das auch immer öfter in Tier- und Wissenschaftsdokus gemacht, im Moment aber meist ohne direkten Bezug zum Veganismus. "Tiere sind auch nur Menschen."

Wer diese Pille geschluckt und verdaut hat, der braucht nicht mehr viel footage aus dem Schlachthof, bzw. aus dem Hühnerstall oder der Molkerei, um die entsprechenden Schlüsse für sich persönlich zu ziehen - und langfristig umzusetzen.
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