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Allgemeine Fragen & Diskussionen zum Veganismus
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illith
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Beitrag von illith » 28. Jun 2019 20:03

naja - aber welche Relevanz hat diese Erkenntnis?
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Lovis
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Beitrag von Lovis » 29. Jun 2019 15:29

Relevanz hat diese Erkenntnis leider gar keine! Der Mensch gibt sich alle möglichen Rechte selbst - einfach, weil er die Macht dazu hat. :|

Ich muss oft an eine Begebenheit denken, die schon viele Jahre zurück liegt. Damals war ich aktives Mitglied beim Tierschutzverein und im Rahmen der Aktion "Ferienpass" wurde der Besuch einer Storchenstation angeboten. Wir also mit ca. 40 Kindern mit dem Bus hingefahren, ich war eine der Betreuerinnen. Störche fand ich immer toll und ich hab mich auf den Besuch dort gefreut. Wir wurden herumgeführt, es waren auch viele Störche da. Viele leben fest dort, weil sie nicht mehr fliegen können. Sie wurden verletzt aufgefunden, verarztet, gepäppelt und dann dort aufgenommen. Ähnlich wie eine Wildvogelstation - nur gesunde Tiere werden wieder ausgewildert. So weit so gut. Dann wurden uns die Gebäude gezeigt. Es gab zwei Räume, die vollgestellt waren mit Kühl- bzw. Tiefkühlschränken. Darin befand sich das Futter für die Störche: Eintagsküken! Zigtausende! Die vielen Störche (ca. 50) finden natürlich nicht genug Nahrung auf den Wiesen drumherum. (Es gibt ja kaum noch Frösche und was die sonst noch fressen. Keine Ahnung, aber bestimmt keine Küken!) Wieso bekommen 50 Störche das Recht, jeden Tag Hunderte/Tausende von Küken zu fressen?
Ich bin der Meinung, wenn wir Tieren den Lebensraum nehmen, sollten wir auch damit leben, dass es eben viele Tiere/Arten nicht mehr gibt. Dann sterben eben noch mehr aus - das ist der Preis! Aber Tiere züchten (Küken), damit bedrohte Tiere (Störche) erhalten bleiben? Das kann es doch nicht sein, oder?

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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 29. Jun 2019 17:32

Ich antworte mal mit Zitaten von Gary Francione:

Philosophisch betrachtet setzt die Eingangsfrage voraus, dass – wenn wir in der Lage wären, Tiere zu nutzen, ohne sie leiden zu lassen – unser schmerzfreies Töten des Tieres für sich genommen kein Schaden am Tier darstellt. Dies steht in deutlichem Kontrast zu der Art und Weise, wie wir über Menschen denken. Ja, Leiden ist schlecht, und wir betrachten den Tod, sogar den schmerzlosen, als etwas Schlechtes. Wir Menschen haben ein Interesse daran, weiter zu leben. Der Tod frustriert dieses Interesse, das nicht in einen Topf geworfen werden darf mit dem Interesse daran, nicht zu leiden. Wir wollen nicht leiden. Wir wollen auch nicht sterben. Viele sagen, Tiere wollen nicht leiden, aber sie scheren sich nicht sonderlich ums Sterben, es sei denn, der Akt des Tötens wäre mit Leiden verbunden. Es sei das Leiden, das ein Problem für das Tier darstellt, nicht die Tötung selbst.In der einen oder anderen Form gibt es diese Denkweise schon seit hunderten von Jahren. Die moralische Intuition, die wir heute alle akzeptieren, nämlich dass Tiere moralisch wichtig sind, aber weniger wichtig als Menschen, und dass wir Tiere, wenn es nötig ist, nutzen dürfen, solange wir dabei Leid minimieren, ist eine Vorstellung aus dem 19. Jahrhundert. Sie geht davon aus, dass es akzeptabel ist, Tiere bei Bedarf zu nutzen, da Tiere im Gegensatz zum Menschen kein Selbstbewusstsein und folglich kein Interesse am Weiterleben hätten. Das heißt, Tiere würden es nicht vorziehen (wünschen, wollen), am Leben zu bleiben.

Kommen wir auf den Aspekt der Praktikabilität zurück. Selbst wenn wir Viehzucht so betreiben, dass Tiere überhaupt nicht leiden müssten und irgendwann an Altersschwäche sterben könnten, ist die Realität doch eine andere. Produkte von solchen Tieren sind in der Welt, in der wir heute leben, einfach nicht verfügbar. Was also macht es für einen Unterschied hinsichtlich Ihrer Entscheidung darüber, was Sie heute Abend essen werden? Die Antwort ist klar: Es macht keinen Unterschied!


Quelle: Essen als Engagement: Über die Moral des Tierkonsums, von Gary L. Francione

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Rosiel
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Beitrag von Rosiel » 29. Jun 2019 19:08

Wie kann man ernsthaft behaupten, Tiere hätten kein Interesse am weiterleben?

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illith
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Beitrag von illith » 29. Jun 2019 22:36

Lovis, so habe ich das noch gar nicht bedacht (also deine Conclusion)...
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rawtill4
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Beitrag von rawtill4 » 30. Jun 2019 00:57

Rosiel hat geschrieben:
29. Jun 2019 19:08
Wie kann man ernsthaft behaupten, Tiere hätten kein Interesse am weiterleben?
Würdest du das Fleisch eines Tieres essen, das Selbstmord gemacht hat?

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Lee
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Beitrag von Lee » 30. Jun 2019 08:14

Seh ich wie Lovis schreibt. Arten- und Tierschutz sind leider nicht das selbe.
Speziell bei den Storchen Hoff ich, dass sie da n paar der Abermilliarden Küken nehmen die ohnehin getötet werden, weil ihr Leben nicht wirtschaftlich rentabel ist.
(Ich find das natürlich nicht ethisch korrekt)
Was Lee sagt!

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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 30. Jun 2019 09:08

rawtill4 hat geschrieben:
30. Jun 2019 00:57
Rosiel hat geschrieben:
29. Jun 2019 19:08
Wie kann man ernsthaft behaupten, Tiere hätten kein Interesse am weiterleben?
Würdest du das Fleisch eines Tieres essen, das Selbstmord gemacht hat?
Ernst gemeint? Wenn ja perfide. So etwas wie Selbstmord gibt es in der Tierwelt nur, bei unglaublicher menschlicher Grausamkeit. Und da sind wir wieder am Anfang der Ausgangsfrage die sich im Kreis dreht und auf Speziesismus basiert.

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illith
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Beitrag von illith » 30. Jun 2019 11:36

was SOLLEN solche Fragen?
also ich check es einfach nicht, warum man Energie auf solche Überlegungen verschwendet.
an mir ist wohl keine Philosophin verlorengegangen.

ich würde allgemein übrigens von niemandem den Körper essen wollen, der oder die sich umgebracht hat. wie kommt man überhaupt auf die Idee.
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rawtill4
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Beitrag von rawtill4 » 30. Jun 2019 14:11

Solche Fragen können schon einen Sinn haben.
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