Cronometer "Zwangsstörung"

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente
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Sphinkter
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Cronometer "Zwangsstörung"

Beitrag von Sphinkter » 23. Jun 2019 13:56

Tach,
wie geht es euch? Nutzt ihr Cronometer um zu checken, dass ihr alle Makros und Mikros, Aminosäuren, Fettsäuren und deren Ratio reinbekommt?
Bei mir hat das mittlerweile ein unentspanntes Ausmaß angenomnen. Wenn mir z.B. noch Vitamin K fehlt, ess ich noch Brokkoli, obwohl ich ihn gar nicht mag etc.
Ich bin verwundert, wie schwer es eigentlich ist, alles 100% abzudecken und würde mich wundern, wenn das die meisten (auch Omnivore) hingekommen.
Verbraucherexperten sagen ja immer, man braucht keine Vitamine & Co. Man nimmt genug auf über die Woche...was ich bezweiflen will.
Auf der anderen Seite ist der Körper ja auch super effektiv beim Ausbalancieren und die RDA stellen ein Bedarf mit Sicherheitszuschlag dar.
Trotzdem will ich einem Mangel vermeiden. Wie handhabt ihr das so?

Ergänzung: Zwangsstörung ist überspitzt formuliert.
Zuletzt geändert von Sphinkter am 27. Jun 2019 08:22, insgesamt 1-mal geändert.

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illith
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Beitrag von illith » 23. Jun 2019 14:00

hast du denn mal gezielt testen lassen...?

Mikros tracke ich gar nicht, u.a. weil ich viel Convenience esse und da gibt's meist keine Werte für.
ich bin da aber nicht so gestresst - wenn ich mir angucke, wie junkig sich meine Mitmenschen teils so ernähren und damit (erstmal?) auch zurecht kommen...
die meiner Einschätzung nach kritischen Kandidaten suppe ich halt casually und lass gelegentlich testen.
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 23. Jun 2019 15:06

illith hat geschrieben:
23. Jun 2019 14:00
hast du denn mal gezielt testen lassen...?

Nee, nur B12, da war alles top.

Wegen den RDA bin ich halt skeptisch. Der gute Herbert hat ja 1968 einen minimalen Bedarf von 0,1 mcg klinisch erhoben. Die DGE hat ja mal ganz heimlich auf 4 mcg erhöht.

Faktor 40 ist schon eine Nummer!

Bei anderen Vitaminen wird es genauso sein...

https://www.dge.de/wissenschaft/referen ... tamin-b12/

https://academic.oup.com/ajcn/article-a ... m=fulltext

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 23. Jun 2019 15:08

Würde mich an den magischen 100% nicht aufhängen.

Denn erstens enthalten die Empfehlungen massive Sicherheitsaufschläge, und zweitens sind sie meist ziemlich willkürlich. Das sieht man daran, dass verschiedene Organisationen ganz verschiedene RDAs in die Welt setzen, je nach lobbymäßiger Verflechtung (siehe dein voriger post).

Außerdem sind RDAs meiner Meinung nach grundsätzlich fragwürdig (bzw. nur als ganz grobe Richtwerte zu gebrauchen), da z. B. Bioverfügbarkeit kaum/gar nicht berücksichtigt wird. So ist z. B. Beta-Carotin/provitamin A aus gekochten Süßkartoffeln viel besser verwertbar als das aus rohen Möhren (gekochte Möhren liegen irgendwo dazwischen). Auch wie viel Fett man dazufügt, macht einen Unterschied. RDAs fassen das alles nicht.

Das alles zeigt klar, dass es komplett sinnfrei ist, den 100% in allen Mikros als heiligem Gral hinterherzuhecheln. Wenn man "nur" bei 90% liegt (oder sogar nur bei 60%, oh graus), ist das in den allermeisten Fällen unproblematisch, aber in seltenen Einzelfällen (schlechte Aufnahme, individuell höherer Bedarf) könnte man auch bei über 100% Spiel nach oben haben.

Andersrum wird ein Schuh draus: Wenn man immer mal wieder einen Tag loggt, und immer der gleiche Mikro deutlich vermindert rauskommt (<50%), dann könnte es Sinn machen, sich mal anzuschauen, welche Symptome bei Mangel des entsprechenden Mikros auftreten. Wenn diese gravierend sind, oder man sogar schon Anzeichen davon bei sich zu bemerken glaubt, dann kann man gezielte Maßnahmen planen.
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 23. Jun 2019 16:07

illith hat geschrieben:
23. Jun 2019 14:00
wenn ich mir angucke, wie junkig sich meine Mitmenschen teils so ernähren und damit (erstmal?) auch zurecht kommen...
Ja, guter Punkt. Wenn ich seh was andere für Junk essen und anscheinend geschmeidig durchs Leben kommen....

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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 23. Jun 2019 16:13

human vegetable hat geschrieben:
23. Jun 2019 15:08


Das alles zeigt klar, dass es komplett sinnfrei ist, den 100% in allen Mikros als heiligem Gral hinterherzuhecheln. Wenn man "nur" bei 90% liegt (oder sogar nur bei 60%, oh graus), ist das in den allermeisten Fällen unproblematisch, aber in seltenen Einzelfällen (schlechte Aufnahme, individuell höherer Bedarf) könnte man auch bei über 100% Spiel nach oben haben.

Ja, zudem der Körper anscheinend auch einiges an Kompensation hat.
So geht ja auch die DHA Eigensynthese nach oben, wenn kein Fisch aber ALA aufgenommen wird.

Welch AA, Bingham SA, Khaw KT. Estimated conversion of alpha-linolenic acid to long chain n-3 polyunsaturated fatty acids is greater than expected in non-fish-eating vegetarians and non-fish-eating meat-eaters than in fish-eaters. J Hum Nutr Diet. 2008;21:373.

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Vampy
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Beitrag von Vampy » 23. Jun 2019 17:39

mal abgesehen davon hat jeder nen anderen bedarf - und ich hab ja auch nicht die kalorienzufuhr von nem 80kg schrank, also auch nicht den nährstoffbedarf. und wenn man mal mehr isst, reicht das ja auch wieder ne weile, also man muss nicht jeden tag genug von allem kriegen. sonst wären leute die 10:2 o.ä. machen ja am abnippeln.
Für die einen die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.

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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 23. Jun 2019 21:28

Vampy hat geschrieben:
23. Jun 2019 17:39
mal abgesehen davon hat jeder nen anderen bedarf - und ich hab ja auch nicht die kalorienzufuhr von nem 80kg schrank, also auch nicht den nährstoffbedarf.
Wobei der Mikronährstoffbedarf schon annähernd gleich ist, ob jetzt 60 oder 80kg.
Beispiel Vitamin B12. Der steigt ja nicht linear zum Kalorienbedarf.
Zwischen 15 bis Ü65 Jahre, egal ob Mann oder Frau, 4 mcg laut DGE.

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Beitrag von illith » 23. Jun 2019 21:57

Sphinkter, wenn bei den Bluttests aber immer alles ok ist, versteh ich deine Sorge nicht so ganz...?
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Beitrag von Vampy » 23. Jun 2019 22:02

ja, und das ist halt quatsch. ist halt n einheits-durchschnittswert. die dge gibt bei der trinkmenge ja auch den einheitswert von 2,5l für alle raus, obwohl der sehr wohl vom körpergewicht abhängig ist.
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