Vitamin B12 Methylcobalamin in Kapselform?

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Kiba
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Vitamin B12 Methylcobalamin in Kapselform?

Beitrag von Kiba » 24. Aug 2017 21:14

Hi, ich habe bis jetzt meinen B12-Bedarf immer mithilfe dieses Produktes gedeckt:

https://www.vitaminexpress.org/de/vitam ... -tabletten

Nun würde ich es mal gerne mit diesen Kapseln probieren (auch als Methylcobalamin):

https://www.vitaminexpress.org/de/vitam ... 12-kapseln

Ich hatte aber mehrere Male gelesen, dass man B12 lieber injiziert bekommen oder in Form von Lutschtabletten zu sich nehmen sollte. Sind diese Kapseln eher weniger empfehlenswert oder kann ich damit meinen B12-Bedarf genauso gut decken?

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somebody
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Beitrag von somebody » 24. Aug 2017 21:44

Hallo Kiba,

praktisch ist B12 Absorption via Mundschleimhaut etwa mit B12 Absorption via Magen vergleichbar.

Selbst wenn kein Intrinsic Faktor zur Verfügung stünde, würde via Passiver Diffusion bei oraler Einnahme von Kapseln/Tabletten genügend B12 aufgenommen.
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Beitrag von Sphinkter » 29. Aug 2017 16:34

1000 mcg sind schon krasse Verschwendung, wenn man bedenkt, dass 988,5 mcg ungenutzte durch die Toilettt gehen.

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illith
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Beitrag von illith » 13. Jan 2019 01:24

immerhin hat man 4 Tage Versorgung damit abgedeckt, selbst wenn man sonst überhaupt keine zusätzlichen B12-Quellen hat. :)
am effizientesten wäre natürlich, wenn man jeden Tag morgens und abends 1.5µg einnähme.^^ (aber ich hätte da keine Lust drauf)

Somebody, meines Wissenstand nach ist die Absorption via Mundschleimhaut nicht wirklich relevant bzw auch nicht wirklich erforscht - oder hast du da andere Erkenntnisse?
entscheidend für die passive Diffusion ist afaik die Darmschleimhaut.
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Beitrag von human vegetable » 13. Jan 2019 06:38

Zombie-Thread?

Bin zwar nicht somebody, aber hier sind meine 2 ct: Da die Quelle Methylcobalamin ist, gelten die herkömmlichen B12-Dosierungsempfehlungen meines Wissens nach nicht. Die beziehen sich auf Cyanocobalamin, das wesentlich besser gespeichert wird.

Für Methylcobalamin existieren meines Wissens nach keine Empfehlungen offizieller Stellen, habe im Netz aber schon vereinzelt gelesen, man ginge von wesentlich höheren RDAs aus, im vierstelligen mcg-Bereich.

Dass die Resorption hauptsächlich über Darmschleimhaut/passive Diffusion laufen sollte, ist auch mein Stand.
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Beitrag von somebody » 13. Jan 2019 11:21

illith, ja, B12 sublingual vs schlucken gilt von der Auswirkung auf die Laborparameter her als gleichwertig.

Studien existieren sehr wenige. Die meines Wissens einzige davon, die auf relativ gesunde VeganerInnen übertragen werden kann, hat nach meiner Erinnerung die methodologische Schwäche, das nicht erfasst ist, ob die sublingual supplementierenden ProbandInnen einen Teil des im Mund aufgelösten Supplements geschluckt haben.


human vegetable, ja, Methylcobalamin ist sachlich eine Nischensubstanz, deren Einsatz nur unter wenigen Umständen sinnvoll ist.

Im klinischen/ärztlichen Einsatz gelten im Regelfall Cyanocobalamin- & Hydroxocobalamininjektionen als Mittel der 1ten Wahl & Cyanocobalamintabletten als Mittel der 2ten Wahl.

SupplementeverkäuferInnen empfehlen Methylcobalamintabletten wg der höheren Margen.
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Beitrag von illith » 13. Jan 2019 13:05

und weil das "natürlich" ist.
die Hausärztin-slash-Homöpathin meiner Mutter riet ihr von Cyanocobalamin ab, da das ja Zyanid sei und - auch wenn es nur geringe Mengen sind - der Körper davon entgiften müsse.
was afaik völlig haltlos ist.

bei Methylcobalamin ist ja auch das Problem, dass es überhaupt nicht gut lagerstabil ist und man dann nach einer Weile nicht mehr sagen kann, wieviel aktives B12 da nich am Start ist.

mir erschließt sich btw nicht, warum man sich den Umstand mit unter die Zunge und so machen soll, wenn das gute Zeug doch nachher eh unweigerlich ausgiebig an der Darmschleimhaut rumliegt :mg:
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Beitrag von somebody » 13. Jan 2019 16:41

Das sachlich nicht nachvollziehbare Argument der angeblich natürlichen B12 Form Methylcobalamin stellt IMO für die Anbieter Argument zur Rechtfertigung des höheren Preises der Methylcobalamin Supplemente dar.

Den sachlich ebenso nicht nachvollziehbaren Einwand der schädlichen Dosis giftigen Cyanids sehe ich als Behauptung der Methylcobalamin Lobby zur Verunglimpfung der konkurrierenden B12 Form Cyanocobalamin an.

Die geringere Stabilität des Methylcobalamins ist ein klares Argument für Cyanocobalamin, auch wenn Methylcobalamin bei angemessener Dosierung prinzipiell das tut was es soll.

Für die sublinguale B12 Aufnahme wurde im letzten Jahrtausend angeblich höhere Absorptionsrate vermutet. Ich versuchte nie dies zu verifizieren.

Jarrow gibt übrigens für seine 1.000 mcg Methylcobalamin Lutschtabletten eine Absorption von unter 10 mcg unabhängig von der Einnahmeweise an.

Da in der DACH Region nun auch kostengünstige Cyanocobalamin Supplemente seriöser Anbieter in der 1.000 mcg Dosierung zur Verfügung stehen, sehe ich bei individueller Verträglichkeit & individuell funktionierender Absorption von Cyanocobalamin kein Argument mehr für Methylcobalamin Supplemente.
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gnesi
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Beitrag von gnesi » 13. Jan 2019 16:45

Frage/Beitrag/whatever:

Woran könnte es liegen, dass ich von Cyano so wirklich üble schmerzhafte Pickel in der Kinnregion kriege, während Methyl das nicht zu tun scheint? Absorbiert werden sollte es doch schon... Also wo liegt da der Unterschied?
most arguments can be won with a stage dive

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Beitrag von somebody » 13. Jan 2019 17:04

gnesi, Pickel sind die häufigste Nebenwirkung bzw individuelle Unverträglichkeit von B12 Supplementen. Dabei vertragen junge & jüngere Frauen am häufigsten Cyanocobalamin nicht, während sie Methylcobalamin vertragen.

Oft wird das oberflächlich mit der weiblichen Körperchemie in Verbindung gebracht. Was jedoch unzutreffend zu sein scheint, da diese Nebenwirkung auch bei jungen & jüngeren Männern auftritt, wenn auch seltener.
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