Self-Tracking/Biofeedback

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente

Self-Tracking/Biofeedback

Beitragvon human vegetable am 1. Mai 2018 10:55

War nicht sicher, wo ich das reinstellen sollte.

Ich interessiere mich sehr für elektronisch gestützes Biofeedback, mit Anwendungen wie HRV-Messung, Atemübungen, Meditation, Schlafanalyse etc.

Allerdings habe ich mir bis jetzt keine Geräte dazu angeschafft, bzw. die, die ich bestellt und ausprobiert habe, immer gleich zurückgeschickt (Hauptkritikpunkte: Messungen extrem ungenau; Bedienung sehr umständlich; Rückmeldungen und Empfehlungen fragwürdig).

Im Moment ist meine Einschätzung, dass die Technik den Versprechen der Marketingabteilungen noch meilenweit hinterherhinkt. Die ganzen Tracker liefern im Prinzip nur Datenmüll, und selbst wenn die Messwerte ausnahmsweise mal stimmen, existieren noch keine Algorithmen, die diese sinnstiftend auswerten könnten (bzw. es ist gar nicht klar, ob sich aus den erhobenen Daten überhaupt sinnvolle Erkenntnisse ziehen lassen - ihr kennt bestimmt den Witz von dem Mann, der nachts seinen Schlüssel verloren hat, und nur unter der Laterne sucht, weil das der einzige Platz ist, wo er überhaupt was sehen kann).

Fans des Self-Tracking sind überwiegend IT-nerds, die sich für die verwendete "Hochtechnologie" begeistern, aber gesundheitsmäßig oder sportlich aus der Geschichte kaum Nutzen ziehen (evtl. psychologische Motivation, ihren Lifestyle etwas konsequenter durchzuhalten als sie es sonst täten, das war's dann aber auch).

Bin ich zu negativ? Gibt es hier Mitglieder, die self-tracking und biofeedback produktiv nutzen, und zwar bzgl. komplizierterer Parameter als Belastungspuls und tägliche Schrittzahl? Falls ja, würde ich mich sehr über kurze Erfahrungsberichte freuen, incl. Produktempfehlungen!
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Beitragvon nincy am 1. Mai 2018 12:14

Hmm, so wie sich das liest erwartest du eine sehr genaue Analyse und das ist m.M. nach noch nicht wirklich möglich.

Ich habe so ein mittelklasse Gerät, da ich weiß das selbst die teueren, vielversprechenden Geräte nicht wirklich besser arbeiten können.
Ich sehe es aber auch mehr als "spielerei", als ein Gerät das mich haargenau analysiert.
Die Schlafüberwachung nutze ich gar nicht, da ich mir nicht vorstellen kann, das das Gerät alleine an meinem Puls ahnen kann wie erholsam mein Schlaf ist. Am Anfang habe ich es getestet und es wurde mir immer eine gute Schlafqualität bestätigt, die definitiv Krankheitsbedingt nicht gegeben ist.

Der Pulsmesser funktioniert ganz gut und ich nutze ihn durchaus beim Ausdauertraining, da ich auch immer aufpassen sollte mich nicht zu "überanstrengen". Und bei HIIT Einheiten kann er auch einen Anspornen nochmal etwas mehr Gas zu geben.
Desweiteren anaimiert mich der Schritt und Kalorienzähler (um es ganz genau zu machen, müsste man natürlich jede Kleinigkeit dem Geärt mitteilen, auch wenn man mal für 5 Minuten aufs Rad steigt um zum Einkaufen zu fahren) desöfteren nochmal einen Spaziergang zu machen. Man ist ja schon ehrgeizig und will seine Tagesziele schaffen.

Viele Geräte sollen auch zu hoch stapeln beim Verbrauch, da ist Vorsicht geraten. Dies habe ich aber bei meinem Gerät noch nicht erlebt. Hier kann man auch wählen ob es z.b. den ganzen Tag den Puls kontrollieren soll, dann hätte man einen genaueren Kalorienwert. Dies habe ich auch öfters mal gemacht, dort waren immer einige mehr Kalorien angezeigt, als wenn ich dies ausschalte.

Ich hoffe das hat dir nun etwas geholfen. Oder meintest du ganz andere Geräte?
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Beitragvon human vegetable am 1. Mai 2018 12:25

nincy, vielen Dank für dein feedback.

Welches Gerät nutzt du - vermutlich ein Fitnessarmband?

Ich habe es schonmal mit einem recht billigen Armband (no name; ca. 25 Euro) und einer optischen Pulsuhr von Aldi probiert (beide mit optischer Pulsmessung am Handgelenk). Bei Alltagstätigkeiten hat das gut funktioniert, aber beim Sport überhaupt nicht. Ich mache vor allem HIIT, bzw. sprint interval training, und dabei treten extreme Pulsschwankungen auf. Damit waren beide Geräte völlig überfordert (habe an der Gurgel per Hand nachgemessen; Abweichungen von über 50 bpm traten kurzfristig auf).

Mittlerweile habe ich im Internet gelesen, dass dies angeblich ein allgemeines Problem bei dieser Messmethode (optisch am Handgelenk) ist, und dass ich wenn ich beim HIIT gute Werte will am Brustgurt wohl noch nicht vorbeikomme.

Das Armband ist mittlerweile bei meinem Sohn gelandet, der sich am Unterhaltungsfaktor erfreut und begeistert alle Möglichkeiten in Verbindung mit App/Smartphone austestet. Der sleep tracker hat scheinbar sehr detaillierte und realistisch aussehende Analysen geliefert - nur zweifle ich wie du, dass diese wirklich korrekt sind.
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Beitragvon nincy am 1. Mai 2018 12:38

Ja richtig ein Fitnessarmband von Swiss One.
Auch dies hat einen optischen Pulsmesser. Ich muss gestehen das ich diesen aber noch nie überprüft habe. Grade in der App kann man diese gut sehen und ich fand den Anstieg bzw. Abstieg immer sehr plausibel und auch große Sprünge wurden m.M. nach gut erkannt.

Es besteht dort die Möglichkeit ein Brustgurt mit zu synchronisieren, wenn ich mich nicht irre.
Ich denke auch das ein Brustgurt sicher genauer ist, als der optische Sensor.

Ich habe vor der Anschaffung auch einige Testberichte gelesen und musste dann abwägen was für mich am wichtigsten war und was weniger wichtig. Gut finde ich dort z.b. auch das das Handy nicht immer in der Nähe sein muss beim Training (da ich dies ungerne mit ins Gym nehme). Beim Laufen oder Radfahren wird auch GPS genutzt um Geschwindigkeit und km genauer anzugeben. Auch die Akkulaufzeit war mir sehr wichtig. Dies hält teilweise mehrer Wochen (je nachdem was wie lange genutzt wird, Pulsmesser und GPS benötigen natürlich mehr) und selbst bei sehr aktiver Nutzung mehrere Tage bis zu einer Woche.
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Beitragvon somebody am 1. Mai 2018 13:21

Hi human vegetable, bin ebenfalls skeptisch. Die Werbeversprechungen kann meines Wissens kein Produkt einhalten, auch die hochpreisigen Produkte nicht. Hinzu kommen die Aspekte Datenschutzmängel (angeblich verkaufen alle Anbieter außer Polar UserInnendaten an allerlei Gesocks weiter) & Konzeption als Wegwerfartikel mit im Regelfall praktisch nicht wechselbarem Akku.
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Beitragvon Xanthippe am 1. Mai 2018 13:47

Ich bin von den Fitnessarmbändern weg und wieder auf eine Sportuhr mit Brustgurt umgestiegen. Bin soweit zufrieden, für einen genaueren Puls ist der Gurt eben die bessere Wahl. Allerdings habe ich erstmal nur ein Model vom unteren Preissegment ^^
Nach oben hin ist da ja alles offen.

Garmin soll wohl noch gut mit den Daten umgehen wenn ich die Datenschutzrichtlinien richtig durchgelesen habe
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Beitragvon somebody am 1. Mai 2018 14:03

Hi Xanthippe, Garmin schnitt bei diesem Test einer dt Verbraucherschutzorganisation leider ebenfalls negativ ab:
https://www.pocketnavigation.de/2017/11 ... utzgesetz/
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Beitragvon Xanthippe am 1. Mai 2018 15:02

Das ist ja doof :/
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Beitragvon human vegetable am 1. Mai 2018 16:11

Für HIIT reicht es völlig, wenn ich nach subjektivem Belastungsempfinden gehe. Ziel ist weniger Leistungssteigerung, als ein möglichst niedriger Ruhepuls (z. Zt. um die 45).

Interessanter sind für mich biofeedback-Modalitäten mit dem Zweck der Stressminderung/Entspannung. Ich habe den EmWave2 von heartmath mal ein paar Wrochen lang ausprobiert und war von dem Gerät eigentlich recht angetan. Dann habe ich irgendwann aber rausgehabt, dass man mit reiner Atemtechnik seinen Entspannungsscore in den Himmel heben kann, selbst wenn man dabei den Arbeitstag geistig Revue passieren lässt, inkl. aller emotionalen Hoch- und Tiefpunkte > Gerät ging zurück.

Nach dieser Erfahrung zweifle ich, ob HRV-Messung überhaupt taugt, um den momentanen Stresspegel zu beschreiben (wenn man sich bewusst um tiefe und gleichmäßige Atmung bemüht).

Frage mich, ob andere Messparameter zu diesem Zweck geeigneter sein könnten, z. B. elektr. Hautwiderstand oder Neurofeedback. Zu beidem gibt es preislich halbwegs moderate Geräte (zwischen 100 und 250 Euro), aber mit gemischten Rezensionen. Irgendwelche Erfahrungen/Empfehlungen?
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