Vergesslichkeit nach Ernährungsumstellung

Ernährung, Lebenswandel, Supplemente
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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 30. Jun 2020 20:57

Das heisst, du nimmst (sicher) täglich 1050 mcg auf?

Dann kannst du einen B12 Mangel ausschließen.
Da du über die passive Diffusion ja schon 5-10 mcg täglich reinbekommst.

Vielleicht ist es ja zuviel. Ich erinnere mich, dass ich zu Beginn meiner Veganerzeit mir auch täglich 1000 mcg Tabletten aus UK reingeballert habe. Oder mal kleine Portionen Cyanocobalamin testen. Ankermann Tropfen kann ich empfehlen, sind billig, halten ewig.

Cruiser
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Beitrag von Cruiser » 30. Jun 2020 22:04

Sphinkter hat geschrieben:
30. Jun 2020 20:57
Das heisst, du nimmst (sicher) täglich 1050 mcg auf?
Ja
Vielleicht ist es ja zuviel.
Naja die Symptome haben ja nach 6 Wochen veganer Ernährung ohne Supplementierung begonnen, da konnte ich nicht auf einmal zu viel B12 haben.
Hm dann bin ich eigentlich wieder so ratlos wie vorher.

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Sphinkter
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Beitrag von Sphinkter » 30. Jun 2020 22:15

Wie gesagt, meine Empfehlung wäre die Menge zu reduzieren und 2-3 Gaben von 4-7 mcg zu testen und die Form zu tauschen. Cyanocobalamin.
Es gab da mal Berichte, dass Menschen mit hohen Quecksilberwerten bzw. Amalgam Methylcobalamin nicht vertragen. Vielleicht kommen deine Symptome auch daher...
wenn du von nichts hältst auch okay...

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illith
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Beitrag von illith » 30. Jun 2020 22:33

ich meinte mit Hyper-Awareness übrigens u.a./vor allem auch, wenn man praktisch die ganze Zeit deine körperlichen Empfindungen und Gefühle und Wahrnehmungen hypergenau überwacht und beobachtet. dann gibt es nämlich schnell so einen Loop von "da ist irgendwas... oh-oh es stimmt was nicht! ... was ist das?? ..." usw.
bei bestimmten Angststörungen ist das zB auch ein typisches (destruktives) Muster.
wie wenn man sich zu lang über den Klang von einem bestimmten Wort Gedanken macht und es dann irgendwann total komisch und gaga klingt^^
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Murphy
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Beitrag von Murphy » 30. Jun 2020 22:38

Das ist ein Jamais-vu
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Cruiser
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Beitrag von Cruiser » 30. Jun 2020 23:19

illith hat geschrieben:
30. Jun 2020 22:33
ich meinte mit Hyper-Awareness übrigens u.a./vor allem auch, wenn man praktisch die ganze Zeit deine körperlichen Empfindungen und Gefühle und Wahrnehmungen hypergenau überwacht und beobachtet.
Aber das tue ich meiner Auffassung nach auch gar nicht.
Ich habe ja nicht aus gesundheitlichen Gründen mit der veganen Ernährung begonnen.
Von daher habe ich auch gar keine positiven oder negativen Änderungen erwartet. Ich war dem gegenüber wirklich total neutral.

Mir ist das wie gesagt auf einmal aufgefallen und es fällt mir immer wieder auf.

Vielleicht hat es ja wirklich nichts mit der Ernährung zu tun.

Ich habe diesen Thread nur erstellt weil ich durch einen gelesenen Beitrag mit diesem Thema ermutigt war, dass es ein bekanntes Problem sein könnte. Da hätte dann die Chance bestanden, dass es eine klare Lösung gibt.

Aber so bekannt scheint das doch nicht zu sein und das Thema ist wohl auch zu komplex, als das man mit "rumdoktern" Erfolg haben könnte.

Gerade bin ich etwas frustriert aber aufgeben will ich auch noch nicht. :oO:
Ich bin aber sehr dankbar, dass ihr euch dir Zeit nehmt darüber nachzudenken.

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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 1. Jul 2020 11:38

Cruiser, angenommen deine "Vergesslichkeit" bleibt bestehen. Selbst dann würde ich "Aufgeben" noch nicht in Betracht ziehen. Folgende Wege stünden dir dann noch offen:

1) Es einfach weiter beobachten und, sofern keine weitere Verschlimmerung erfolgt oder es deinen Alltag empfindlich beeinträchtigt, akzeptieren. Gerade wenn du nicht aus gesundheitlichen Gründen vegan geworden bist, wäre ein kleiner Nachteil evtl. als das kleinere Übel tolerierbar - insbesondere wenn du sicher sein kannst, dass kein gravierender Mangel mit Spätfolgen dahintersteckt. Du könntest es positiv umdeuten und als Beweis deiner Tugendhaftigkeit und Opferbereitschaft betrachten, kleine persönliche Nachteile für einen gesamtgesellschaftlichen Vorteil in Kauf zu nehmen.

2) Wenn dir das zu fatalistisch ist: Deine Ernährung "gehirngerecht" optimieren. Da gibt's einige Bücher drüber, z. B. das hier: https://www.amazon.de/Neal-D-Barnard-MD ... 449&sr=8-1/https://www.amazon.de/Power-Foods-Gehir ... 518&sr=8-6(dt. Ausgabe)

3) Evtl. wäre es auch möglich, den Mangelstoff künstlich aus veganer Quelle zu supplementieren (ähnlich B12): Auch Kreatin, Taurin, Carnitin und Carnosin (kommen natürlich in Muskelfleisch vor), Glycin und Prolin (kommen in Knochen/Bindegewebe vor) gibt es als Supps vegan. Alle der genannten Stoffe sollen kognitive Wirkungen haben, auch wenn das nicht immer gut belegt ist.

4) Wenn die vorigen Vorschläge keine Optionen sind: Für eine vorher festgelegte Dauer zu deiner vorigen Kost zurückkehren (z. B. 2 oder 4 Wochen) und genau beobachten, ob sich der Zustand ändert. Wenn dem so ist, könntest du dann wieder zur veganen Kost überwechseln und erstmal schauen, ob und wenn ja nach wie langer Zeit die Vergesslichkeit wieder kommt. Dann könntest du dir Gedanken drüber machen, mit möglichst tierleidfreien und ökologisch vertretbaren Mitteln das scheinbare Defizit an Tierprodukten aufzuheben. Es gibt z. B. Menschen, die pflanzliche Ernährung mit Muscheln und anderen niederen Tieren ergänzen, weil deren Leidensfähigkeit zumindest geringer als die von Wirbeltieren ist. Evtl. wären auch Gelatineprodukte und/oder Innereien eine Option - zwar unterstützt du damit die Fleischindustrie, aber immerhin fallen diese "Nebenerzeugnisse" im gegenwärtigen Wahnsinnssystem ohnehin an, ohne dass weitere Tiere gequält und getötet werden.

Nicht dass du das falsch verstehst: 4) ist für mich keine erstrebenswerte Alternative oder Empfehlung - es wäre lediglich besser als die vegane Kost komplett in die Tonne zu treten und weiterzumachen wie bisher. Außerdem erleichtert dich so eine "letzte Möglichkeit" evtl. genug, um dich erstmal noch länger mit 1) bis 3) zu befassen, so dass es zu 4) gar nicht mehr kommt.

Alles Gute - lass gerne wieder von dir hören.
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Cruiser
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Beitrag von Cruiser » 1. Jul 2020 21:50

Hallo human vegetable

vielen Dank für deine Vorschläge und Mühe und nein die vegane Ernährung aufzugeben, ist für mich keine Option. Es ist ja auch nicht so, als dass die Vergesslichkeit der einzige Effekt nach der Umstellung ist. Ich habe auch einige positive Effekte, z.B. ist mein BMI fantastisch und ich kann essen so viel ich will. Mein Gesamtcholesterin ist von 196 mg/dl auf 143 mg/dl gesunken. Mein Blutdruck ist besser geworden, genau wie meine Kopfschmerzattacken/Migräne. Außerdem finde ich eine vegane Ernährung einfach nur logisch, es ist gut für einen selbst, für die Tiere und für die komplette Umwelt.

Ich werde in ein paar Monaten noch einmal meine Blutwerte checken lassen und solange doch noch etwas mit Supps experimentieren. An evtl. fehlende Aminosäuren habe ich auch schon gedacht, das werde ich testen.
Generell esse ich wahrscheinlich zu wenig Eiweiß, wenn man von der Empfehlung von 0,8 g/ kg Körpergewicht ausgeht.
Haltet ihr diese Empfehlung ein?

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illith
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Beitrag von illith » 1. Jul 2020 22:26

ich bin in letzter Zeit bei durchschnittlich knapp 90-100g/Tag, bei aktuell 71-72kg Körpergewicht. (also roundabout 1.3g/kg)
ich mach aber auch Kraftsport.

Glückwunsch btw zu deinen gesundheitlichen Benefits von der Umstellung :)
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human vegetable
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Beitrag von human vegetable » 1. Jul 2020 23:03

Bin meistens irgendwo zwischen 100 und 150 g/d, bei gut 80 kg Körpergewicht. Würde aber nicht behaupten wollen, dass diese Menge notwendig ist. Ich esse halt viel Hülsenfrüchte, Vollkorn und proteinreiches Gemüse wie Broccoli, und wenig Fett. Da kommt die Proteinmenge quasi nebenbei zusammen, wenn ich mich einigermaßen sattesse.
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